Lian Li PC-O11 Dynamic: Einbau von Hardware und Wasserkühlung sowie Probleme
Special
Das Lian Li PC-O11 Dynamic ist bei der Höhe und Tiefe ist eher ein kleineres MIDI-Gehäuse. Die Breite ist mit 27 Zentimetern weit über dem Durchschnitt, denn es hat zwei Kammern. Das Konzept kommt vor allem Systemen mit Wasserkühlung entgegen - genau eine solche bauen wir ein und testen das Gehäuse somit in der Praxis.
Praxistest Lian Li PC-O11 Dynamic: Einbau von Hardware und Wasserkühlung
Für unseren Test bauen wir Hardware und eine Wasserkühlung ein. Die Hardware besteht aus einem ein MSI B4550M-Mortar Titanium als Mainboard, das mit einem Ryzen 5 3600, 2x8GB Crucial Ballistix Sports LT sowie einer M.2-SSD von Samsung bestückt ist. Die Grafikkarte ist eine mit Wasserkühlkörper versehene AMD Radeon R9 290. Als weitere Laufwerke verwenden wir eine Western Digital Blue-3,5- Zoll-Festplatte und eine Toshiba-SSD im 2,5-Zoll-Format. Zur Wasserkühlung: Neben dem GPU-Kühler verwenden wir eine Pumpe vom Alphacool, einen separaten AGB aus Glas, je einen Radiator mit einer Länge von 280mm und 320mm Länge sowie einen XSPC Raystorm Pro-Kühler (AM4-Version) für die CPU. Hinzu kommen insgesamt sieben Lüfter, fünf davon gehören zu den Radiatoren.
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Quelle: Antonio Funes
Rückseite mit geöffnetem Festplattenschacht
Wie gestaltet sich nun der Einbau der Hardware? Das "Fehlen" des Netzteils sowie eines Festplattenkäfigs in der Hauptkammer macht sich deutlich bemerkbar, denn während es gesamten Hardwareeinbaus hat man mehr Freiheiten als bei einem normalen Midi-Gehäuse. Für das Mainboard sind bereits ab Werk die Abstandhalter für ATX-Mainboards montiert. In unserem Fall haben wir, da wir ein µATX-Modell verwenden, noch einen weiteren Abstandhalter eingeschraubt, der im Lieferumfang dabei war. Dank des Platzangebotes war es überhaupt kein Problem, das Mainboard in Ruhe zu positionieren und festzuschrauben. Trotz der Gehäusehöhe von unter 45 Zentimetern ist nach dem Einbau des Mainboards noch genug Luft bis zur Gehäusedecke vorhanden, nämlich etwa neun Zentimeter. Auf diese Weise ist es im Gegensatz zu vielen anderen Gehäusen sogar nach dem Einbau eines Radiators inklusive Lüftern im oberen Bereich möglich, problemlos den 12-Volt-P4-Stecker an die entsprechende Buchse anzuschließen, die bei den meisten Mainboards links oben zu finden ist, ohne das Kabel sichtbar über das Mainboard hinweg zu verlegen. Dies ist bei vielen anderen Gehäusen trotz einer vorhandenen Öffnung links über dem Mainboard eine arge Fummelei, da nach oben hin oft wenig Platz ist.
Den Hauptstromstecker anzubringen war ohnehin kein Problem, wir führen dessen Kabel durch eine der mit Gummiblende versehenen Öffnungen. Zwischen Mainboard-Tray und dem Montageplatz für den vorderen Radiator sind drei solcher Öffnungen - dies ist ideal, um auch die Kabel der Radiator-Lüfter sofort und quasi unsichtbar nach hinten verschwinden zu lassen. Bisher hört sich alles sehr gut an - es gab aber auch Fallstricke.
Praxistest Lian Li PC-O11 Dynamic: Probleme mit 280mm-Radiator und AGB
Für unseren Test haben wir einen 360mm-Radiator (mit drei 120mm-Lüftern) im vorderen Bereich sowie einen 280mm-Radiator (mit zwei 140mm-Lüftern) in der Decke verbaut. Und genau hier entstanden Probleme.
Quelle: Antonio Funes
Es wird eng: Der oben montierte 280mm-Radiator (links) kommt dem 360mm-Radiator sehr nahe - die Anschlüsse und Schläuche passen gerade noch so.
Denn da der 280mm-Radiator recht breit uns mit montierten Lüftern auch dick ist, verdeckte er bei der zuerst geplanten Ausrichtung (Anschlüsse hinten) die oben liegenden Anschlüsse des 360mm-Radiators. Wir probierten weitere Optionen, doch mal war der Radiator, selbst, mal die Lüfter im Weg. Am Ende funktionierte es gerade so, indem wir die Radiatoren so montierten, dass die Anschlüsse des 280mm-Radiators vorne liegen und die des 360mm-Radiators oben - es waren aber Geschick und zum Teil Winkel-Anschlüsse für die Schläuche nötig, damit es passte - siehe hierzu auch unser Foto links. Wir müssen hierzu allerdings sagen, dass die möglichen Probleme von den genauen Maßen und der Platzierung der Wasser-Aus- und Eingänge des Radiators abhängen. Nicht immer muss die Kombination aus 280mm- und 360mm-Radiator zu einem Problem führen. Wäre an der Stelle aber nur ein Zentimeter mehr Platz, zum Beispiel weil das Gehäuse etwas tiefer ist und der 280mm-Radiator daher etwas weiter nach hinten geschoben werden kann, wäre alles Bestens. Ebenfalls ein Fall für kreative Lösungen war der AGB. Da wir einen separaten AGB nutzen (es gibt auch Kombinationen aus Pumpe und AGB, die eine Einheit bilden und am Boden montiert werden), benötigten wir eine Möglichkeit, die Halterung des ABGs zu montieren.
Quelle: AntonioFunes
Lian Li PC-O11 Dynamic bei Nacht
Wir hätten ihn gerne vorne, direkt vor der Grafikkarte platziert, um dann mit einem Stück Schlauch das Wasser zur unter der Grafikkarte auf dem Boden platzierten Pumpe zu führen. Doch es gibt keine Möglichkeit, den AGB irgendwo dort zu fixieren. Lediglich eine selbstgebastelte Konstruktion hätte es uns eventuell ermöglicht, den AGB quasi vor die Lüfter des vorderen Radiators zu hängen. Wir entschlossen uns am Ende dafür, die Halterung hinten im Gehäuse zu montieren, so dass sich der AGB vor dem linken Bereich des Mainboards und gleichzeitig über dem hinteren Teil der Grafikkarte befindet. Der Schlauch zur Pumpe führt nun - auf den ersten Zentimetern zwangsmäßig an der Seite Grafikkarte angelehnt - unter der Grafikkarte hindurch. Im Boden haben wir zudem noch zwei 120mm-Lüfter montiert, die warme Luft herausbefördern sollen. Nachdem aber am Ende alle Komponenten eingebaut waren, auch was die LED-Beleuchtung angeht, konnte sich unser Autor vor allem beim nächtlichen Arbeiten an einer sehr schönen Optik erfreuen - in der Dunkelheit (ohne Umgebungsreflexionen) wirkt es durch die Glasfenster so, als sei das Gehäuse komplett offen. Damit man mehr erkennt, hat er für das direkt hier links platzierte Foto die sekundäre Beleuchtung etwas heller eingestellt. Ein paar kleine Details fehlen noch, zum Beispiel werden einige Kabel noch zusammengebunden und der AGB weiter befüllt (im Laufe des Tages wurde die Luftkammer immer größer, da sich kleine Luftblasen aus dem System dort sammelten), außerdem liegt die Pumpe nur provisorisch auf einem aus dem Verpackungsmaterial des Gehäuses herausgeschnittenem Block - dieser wird später noch durch einen Sockel aus einem anderen dämmendem Material ersetzt.
