Gehäuse für Gaming-PCs: Radiatoren und Planungshindernisse

Special Antonio Funes
Gehäuse für Gaming-PCs: Radiatoren und Planungshindernisse
Quelle: Thermaltake

In unserem Artikel gibt es viele Tipps zur Auswahl eines PC-Gehäuses für euren Gaming-PC sowie eine große Marktübersicht mit 60 Gehäuse-Modellen.

Planung für Radiatoren

Wer einen oder mehrere Radiatoren ins Gehäuse einbauen will, muss sehr genau vorplanen. Zum Verständnis erläutern wir alles im Detail: Ein Radiator, wie wir ihn meinen, ist ein quaderförmiges Bauelement für eine Wasserkühlung und daher Bestandteil der immer beliebteren AiO-Wasserkühlungen. Der Radiator hat Anschlüsse für Schläuche und wird von Wasser durchflossen, welches zum Beispiel von einem passenden CPU-Kühler kommt und die Wärme der CPU aufgenommen hat. Durch zahlreiche Kühlrippen gibt der Radiator die Wärme an die Luft ab - montierte Lüfter bewegen die warme Luft dann weg, sodass insgesamt eine Kühlung der CPU das Resultat ist.

Ein Radiator wird einer freien Stelle des PC-Gehäuses festgeschraubt - wegen der Lüfter und da Radiatoren da fixiert werden, wo man auch Lüfter montieren könnte, haben Radiatoren typische Maße, die man von den Lüfter-Rahmenbreiten ableiten kann. Modelle für 120mm-Lüfter haben Längenmaße von 120, 240, 360 oder 480 Millimetern, wobei sie wegen der Anschlüsse für die Schläuche auch etwas länger sein können.

Man spricht statt beispielsweise von 240mm-Radiator daher eher von einem 240er-Radiator. Für 140mm-Lüfter gibt es 140er-, 280er- und 420er-Radiatoren.

Arctic Liquid Freezer II 280 ARGB Quelle: Arctic AiO-Wasserkühlung mit 280er-Radiator und 2x 140mm-Lüfter Am häufigsten findet ihr die Größen 120, 240 und 280. 140er-Radiatoren ergeben wenig Sinn, da es nur sehr selten Einbauplätze gibt, für die ein einzelner 140er-Lüfter vorgesehen ist. Die anderen Größen oberhalb von 280 sind wiederum selten, da man dafür sehr große Gehäuse benötigt und nicht wirklich einen Vorteil von einem so großen Radiator hat, wenn man nur die CPU kühlen möchte.

Früher waren Radiatoren nur etwas für Bastler, die eine eigene Wasserkühlung aus einzelnen Elementen zusammenstellen, relevant. AiO-Wasserkühlungen, also ab Werk zusammengebauten Systeme aus Kühler, Radiator mit Pumpe und Lüftern sowie Schläuchen, sind inzwischen aber weitverbreitet.

Radiatoren können anecken

Wer auch eine Grafikkarte mit ins System einbinden will, muss in aller Regel einen zweiten Radiator einplanen und eine ausgewachsene Wasserkühlung aus einzelnen Elementen zusammenbauen - die separate Pumpe und der sogenannte Ausgleichsbehälter benötigen zusätzlichen Platz.

Für so ein Vorhaben muss man wirklich genau planen, welches Gehäuse geeignet ist. Aber auch eine AiO-Wasserkühlung kann problematisch werden. Bei vielen Gehäusen passen zum Beispiel oben zwei 120mm-Lüfter hinein und somit theoretisch auch ein 240er-Radiator. Einige 240er-Radiatoren sind aber ein klein wenig länger als 240mm, zudem können die Schlauchanschlüsse ungünstig liegen.

So kann es passieren, dass es Konflikte mit Streben oder anderen Komponenten im Gehäuse gibt. Oder aber der Radiator passt zwar, aber die Lüfter haben keinen Platz mehr, da sie wichtige Teile des Mainboards verdecken. Ein vorn sitzender Radiator kann zudem in Gehäusen ohne klassischen Festplatten-Käfig dazu führen, dass die maximal mögliche Grafikkarten-Länge nicht genutzt werden kann.

Ein Beispiel: Unser Autor wollte in einem Gehäuse einen 280er-Radiator vorn einbauen. Dort war im unteren Bereich eine Spalte, in die der Radiator theoretisch hineinpasst, und auch der Hersteller gab an, dass man vorn 280er-Radiatoren einbauen könne. Wenn man den Radiator von oben ansetzt und in die Spalte absenkt, würde dies auch funktionieren - allerdings war oben zu wenig Platz für diese Aktion.

Wenn man den Radiator wiederum leicht diagonal hielt, um oben nicht anzustoßen, verkantete er sich in der Spalte und konnte nicht mehr aufgerichtet werden.

Die einzige Lösung war der Kauf eines 240er-Radiators und somit der Verzicht auf 140mm-Lüfter. Bei dem 240er-Radiator war dann wiederum der Bereich mit den Schlauchanschlüssen so platziert, dass er im oberen Bereich vom Laufwerkkäfig blockiert wurde. Am Ende musste unser Autor den 240er-Radiator so einbauen, dass die Anschlüsse unten lagen, was die komplette Planung veränderte.

  1. Seite 1 Gehäuse für Gaming-PCs: Größen und Bauformen
  2. Seite 2 Gehäuse für Gaming-PCs: Design, Aufpreise für Features
  3. Seite 3 Gehäuse für Gaming-PCs: Radiatoren und Planungshindernisse
  4. Seite 4 Gehäuse für Gaming-PCs: Kauftipp-Zusammenfassung und Marktübersicht
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk