Gameplay, Gegner, Multiplayer

Test Andreas Szedlak
Tollkühnes Trio: 
Kait, JD und Del (von links) werden von den deutschen Sprechern erstklassig synchronisiert. (Xbox One)
Quelle: Games Aktuell

Gears of War spielte immer in einer Liga mit Microsoft-Topmarken wie Forza oder Halo. Kann das neue Studio The Coalition diesen Status untermauern?

Du kommst hier nicht rein!

Dreimal im Spiel müsst ihr ein bestimmtes Areal über mehrere Angriffswellen hinweg verteidigen - vergleichbar mit dem Horde-Modus. Zu Beginn und nach jeder Runde habt ihr eine bestimmte Geldsumme zur Verfügung, mit der ihr Absperrungen, automatische Geschütze oder Verlangsamungs-Stationen bauen und an geeigneten Stellen platzieren könnt. Praktisch: Nicht nur zwischen den Runden dürft ihr die Anlagen neu platzieren, sondern auch während einer Welle. Reparieren lassen sich die Einrichtungen aber nicht. Speziell die dritte Tower-Defense-Aufgabe hat uns mächtig viel Spaß bereitet, versuchen uns hier doch besonders große Schwarm-Kaliber die Laune zu vermiesen.

Böse Bestie: 
Die Schwarmdrohnen agieren durchaus clever und setzen gerne Mal zu einem Überraschungsangriff an. (Xbox One) Quelle: Games Aktuell Böse Bestie: Die Schwarmdrohnen agieren durchaus clever und setzen gerne Mal zu einem Überraschungsangriff an. (Xbox One) Die Gegnerriege bewegt sich bestenfalls auf dem Niveau der Vorgänger, bietet neben viel Fußvolk, das teilweise clever aus der Deckung heraus agiert und teilweise selbstmörderisch stürmt, auch einige große bis übergroße Bosse. Zu Begeisterungsstürmen reißt das Gegner-Arsenal uns Gears of War-Veteranen allerdings nicht hin. Ausnahme: Das mehrzüngige Monster aus dem Ankündigungstrailer. Es ist in der Lage, uns mit Haut und Haaren zu verschlucken und in seinem Bauch herumzutragen, bis uns ein Kamerad freischießt - klasse Idee! Dennoch war die Locust-Mannschaft insgesamt bedrohlicher, Boomer und Co. Auszuschalten empfanden wir seinerzeit als befriedigender.

Der Kürze fehlt's an Würze

Vielleicht habt ihr bisher den Eindruck gewonnen, Gears of War 4 sei eine große Enttäuschung. Dem ist nicht so, die Gears 4-Kampagne bietet gute Shooter-Unterhaltung für sechs bis acht Stunden, ist aber eben keines dieser Over-the-top-Spiele, wie es die ersten drei Teile waren. Dazu hätten die Entwickler mehr Mut beweisen und eine neue, eigene Erfolgsformel entwerfen müssen.

Kräftiges Kreuzfeuer: 
In der dritten Wellenangriffs-Passage kommen ganz schwere Kaliber auf uns zu. Gut, dass wir hier ein Geschütz platziert haben. (Xbox One) Quelle: Games Aktuell Kräftiges Kreuzfeuer: In der dritten Wellenangriffs-Passage kommen ganz schwere Kaliber auf uns zu. Gut, dass wir hier ein Geschütz platziert haben. (Xbox One) "Was, eine so kurze Spielzeit?" Wenn euch gerade diese Frage durch den Kopf ging, reichen wir euch die Hand. Das zugegebenermaßen spektakuläre Ende kam auch für unseren Geschmack viel zu früh. Bis dahin haben wir zwar eine durchaus interessante Geschichte erlebt, die sich im Gegensatz zu früher in einem viel kleineren Rahmen abspielt, da unser Trupp dem Geheimnis um den Schwarm alleine auf die Schliche kommt, also ohne globales KOR-Einsatzkommando, doch die Highlight-Dichte ist diesmal nicht auf dem Niveau der Vorgänger.

Einmal fahren wir mit dem Motorrad Slalom und weichen den von einem Flugzeug abgeworfenen Geschossen aus - eine der spektakulärsten Passagen des Spiels. Ein anderes Mal müssen wir Reaktorkerne zerstören, um mit der entweichenden Ladung einen mächtigen Obermotz zu schocken.

Rasantes Rennen: 
Der spektakulär inszenierte Motorrad-Abschnitt gehört zu den absoluten Highlights des Shooters. (PC) Quelle: Games Aktuell Rasantes Rennen: Der spektakulär inszenierte Motorrad-Abschnitt gehört zu den absoluten Highlights des Shooters. (PC) Später besteigen wir noch riesige Mechs und stapfen damit durch feindliches Gebiet. Der Rest ist weitestgehend Deckungs-Shooter-Standard, begleitet von einer brillanten Optik, die aber heutzutage nicht mehr derart überragt, wie es noch zu Zeiten der Xbox 360 der Fall war. Lobend möchten wir allerdings erwähnen, dass Gears of War 4 extrem sauber läuft. Nur ein einziges Mal ist uns auf der Xbox One ein ins Bild springender Schatten aufgefallen - so soll es sein!

Das Leveldesign ist gewohnt schlauchförmig und verwinkelt, wodurch es der Konsole leichter fällt, stets die vollen Grafikdetails im Speicher zu haben. Viele Schlachtfelder bieten Flankiermöglichkeiten, auf die unsere Kameraden gerne mal mit dem Zaunpfahl hinweisen.

Duett statt Quartett

Nicht nur bei Spielzeit oder Highlightfülle stellt Gears 4 einen Rückschritt dar. Aus dem Vier-Spieler-Koop von Teil 3 hat The Coalition kurzerhand einen Zwei-Spieler-Modus gemacht, was viele Koop-Fans verstimmt - uns ebenfalls. Immerhin darf man auch im Splitscreen miteinander kämpfen. Übrigens agieren stets ein bis zwei weitere Kameraden an eurer Seite. Das ist gut, denn die KI-Kollegen sind sehr aufmerksam, wenn es darum geht, uns wiederzubeleben.

Dynamisches Duo: 
Im Splitscreen-Modus werden Detailgrad und Auflösung nur leicht heruntergeschraubt, so dass jede Menge Koop-Spaß aufkommt. (Xbox One) Quelle: Games Aktuell Dynamisches Duo: Im Splitscreen-Modus werden Detailgrad und Auflösung nur leicht heruntergeschraubt, so dass jede Menge Koop-Spaß aufkommt. (Xbox One) Es scheint, als hätten sich die Verantwortlichen Serien wie Call of Duty zum Vorbild genommen, die ihre Gewichtung im Laufe der Zeit immer mehr in Richtung Multiplayer-Modus verlagert haben. Der Mehrspieler-Part ist tatsächlich auch besser denn je, vor allem der aufgemotzte Horde-Modus hat uns begeistert - mehr dazu am Ende.

Als große Fans der Gears of War-Serie hatten wir aber vor allem immense Hoffnungen und Erwartungen an die Gears 4-Kampagne. Diese wurden letztlich nur zum Teil erfüllt. Wer die Shooter-Serie schon immer gut fand, wird sicher auch Gefallen am neuen Teil finden. Doch das Gefühl, einen Meilenstein der Shooter-Geschichte erlebt zu haben, wie wir es bei den Xbox-360-Teilen verspürt hatten, stellt sich diesmal leider nicht ein. Ob es daran liegt, dass Gears of War-Erfinder "Cliffy B" inzwischen nicht mehr involviert ist? Möglich. Aber diese Erklärung wäre uns zu billig. Mit mehr Inspiration und Anspruch an sich selbst hätte das kanadische Entwickler-Team um Cliffy Bs rechte Hand Rod Fergusson unseren Geschmackssinn besser befriedigen können.

Entwickler: The Coalition | Hersteller: Microsoft | Sprache: Deutsch | Altersfreigabe: Ab 18


Mehrspieler-Gefechte: Es gibt einiges zu sägen

Der Multiplayer-Part im neuen Gears-Teil ist umfangreicher denn je. Wir sind vor allem beim überarbeiteten Horde-Modus hängengeblieben.

Höhere Framerate: 
Die Multiplayer-Gefechte laufen mit 60 Bildern pro Sekunde, dafür ist der Detailgrad geringer als in der Kampagne und viele Texturen sind unschärfer. (Xbox One) Quelle: Games Aktuell Höhere Framerate: Die Multiplayer-Gefechte laufen mit 60 Bildern pro Sekunde, dafür ist der Detailgrad geringer als in der Kampagne und viele Texturen sind unschärfer. (Xbox One) Fairer und spaßiger: 
Der beliebte Horde-Modus ist besser denn je. Da ihr nun wie in der Kampagne vier Schwierigkeitsgrade wählen könnt, hält jeder viel länger durch. (Xbox One) Quelle: Games Aktuell Fairer und spaßiger: Der beliebte Horde-Modus ist besser denn je. Da ihr nun wie in der Kampagne vier Schwierigkeitsgrade wählen könnt, hält jeder viel länger durch. (Xbox One) Mehrspieler-Freunde wählen zwischen Versus-Gefechten 5 gegen 5 und dem kooperativen Horde-Modus - ebenfalls für bis zu fünf Spieler. In Versus stehen euch sechs Kernmodi und zwei Wettbewerbsvarianten bereit. Die Kernmodi bieten Standards wie Team Deathmatch, Dodgeball (jeder Kill belebt einen toten Kameraden wieder), König des Hügels (erobert und haltet Zielringe, um Punkte zu sammeln) und Kriegsgebiet (jeder Spieler hat nur ein Leben) sowie kreativere Modi wie Wettabrüsten (alle drei Kills ändert sich die Waffe eures Teams) und Beschützer (richtet den gegnerischen Anführer hin, um Respawns zu verhindern).

Die beiden Wettbewerbsmodi Aufstieg (Zielringe erobern; wer alle drei Ringe hält, gewinnt sofort) und Hinrichtung (Gegner per Hinrichtung eliminieren, jeder hat nur ein Leben) ermöglichen ein verändertes Waffentuning. Das Matchmaking richtet sich nach eurem Spiellisten-Rang. Dieser wird nach fünf absolvierten Platzierungsspielen festgelegt. Die Maps sind kompakt und grafisch nicht so beeindruckend wie die Kampagnen-Levels. Dafür läuft der Mehrspieler-Modus auch auf der Xbox One mit konstanten 60 Bildern pro Sekunde.

Im Wellenangriffs-Modus Horde entscheidet ihr euch für eine Klasse. So kann nur der Pionier Absperrungen oder Geschütze reparieren. Getötete Gegner hinterlassen Geld, das ihr einsammeln und zur Fabrikatorkiste bringen müsst, wo ihr Verteidigungsanlagen kaufen könnt. Sammelt ihr die Marke eines getöteten Kameraden ein, könnt ihr diesen am Fabrikator respawnen lassen. Fair: Horde bietet nun vier Schwierigkeitsgrade. Wir hatten jede Menge Spaß mit den aufgemotzten Horde-Gefechten.


Meinung

Wertung zu Gears of War 4 (XBO)

Wertung:

8.5 /10

Wertung zu Gears of War 4 (PC)

Wertung:

8.5 /10
Pro & Contra
Fantastische Grafik mit bombastischen WettereffektenGroßer Multiplayer-Part – toller, motivierender Horde-ModusStürme und Gewitter haben Einfluss auf das GameplaySpektakulär inszenierte Momente
Kurze Kampagne mit geringerer Highlightdichte als in VorgängernKaum wesentliche Neuerungen
Fazit

Gewohnte Gears-Kost mit starkem Mehrspieler-Part, die einen Fortschritt in der Kampagne aber vermissen lässt.

Bildergalerie

  1. Seite 1 Story, Tutorial, Upgrades
  2. Seite 2 Gameplay, Gegner, Multiplayer
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