Gears Tactics in der Vorschau: Aggressive Rundentaktik mit dicken Bossen - Video-Update

Special Matthias Dammes
Gears Tactics in der Vorschau: Aggressive Rundentaktik mit dicken Bossen - Video-Update
Quelle: Microsoft

Einen Monat vor Release haben uns die Entwickler von The Coalition und Splash Games einen Einblick in Gears Tactics gewährt. In der Vorschau beschreiben wir euch, wo der Rundentaktik-Ableger vom großen Vorbild X-COM abkupfert und welche eigenen Ideen das Spiel dennoch zu einem spannenden Vertreter des Genres machen.

In ziemlich genau einem Monat erscheint mit Gears Tactics ein Strategieableger der beliebten Shooter-Reihe. So kurz vor Release sollte man meinen, sei bereits allerhand zum Spiel bekannt. Die Entwickler von The Coalition und Splash Damage haben seit der Ankündigung des Titels auf der E3 2018 aber nahezu völlig Funkstille bewahrt. Auch auf der E3 2019 war von dem Spiel erstaunlicherweise nichts zu sehen. Das führte dann sogar dazu, dass Fans befürchteten Gears Tactics wurde bereits wieder still und heimlich eingestellt. Erst Mitte Dezember letzten Jahres gab es wieder ein Lebenszeichen in Form eines ausführlichen Gameplay-Trailers, der auch das Releasedatum bekannt gab. Nun da dieser Tag immer näher rückt, hatten wir die Gelegenheit erstmals selbst einen Blick auf das Spiel zu werfen. Da persönliche Events derzeit nicht stattfinden, führte uns Publishing Design Director Tyler Bielmann das Spiel eine Stunde lang per Discord-Stream vor, wo wir zumindest per mündlicher Anweisung auch ein wenig in das Geschehen eingreifen konnten.

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Zwölf Jahr zuvor

Auch wenn es sich um einen Ableger in einem anderen Genre handelt, war es das Ziel der Entwickler das gleiche erzählerische Level zu erreichen, wie es Fans von der Gears-Reihe erwarten. Gabe Diaz ist der Hauptcharakter von Gears Tactics. Quelle: Microsoft Gabe Diaz ist der Hauptcharakter von Gears Tactics. Entsprechend wird die Handlung von schick inszenierten Zwischensequenzen vorangetrieben, die auch in ihrer optischen Qualität dem gewohnten Look aus Gears 5 in nichts nachstehen. Die Geschichte spielt rund zwölf Jahre vor den Ereignissen des ersten Gears of War, stellt also ein Prequel zur Hauptreihe dar.

Hauptfigur, der stark auf Charaktere fokussierten Geschichte, ist Gabriel "Gabe" Diaz, der Vater von Gears-5-Heldin Kait Diaz. Er ist ein erfahrener Militärtaktiker und hochrangiger Offizier der COG-Army, der sich jedoch selbst degradiert und in den Fuhrpark versetzt hat, weil er nach schlechten Erfahrungen keine Missionen mehr befehligen möchte. Wie das Schicksal so spielt, zwingen ihn die Umstände einer Locust-Invasion aber dazu das Kommando eines kleinen Squads zu übernehmen. Zusammen mit seinen Soldaten macht er sich auf die Jagd nach Ukkon, einem mächtigen und intelligenten Locust, der für die Erschaffung all der Monster der Horde verantwortlich ist.

Aggressives Vorrücken

Soweit hört sich das alles nach einem typischen Gears-Rezept an, aber spätestens wenn die Kamera nach der Intro-Cutscene in eine isometrische Ansicht schwenkt, wird klar, dass es sich hier nicht um einen Shooter handelt, sondern ein rundenbasiertes Strategiespiel im Stile von X-COM. Es wird auch sehr schnell deutlich, dass sich die Entwickler sehr stark vom großen Vorbild von Firaxis haben inspirieren lassen. Wer schon mal ein X-COM gespielt hat, wird sich in Gears Tactics (jetzt kaufen ) sehr schnell zurecht finden. Sobald wir am Zug sind, bewegen wir unsere Kämpfer in Deckung und schießen auf die Gegner, was dank der vertrauten Interface-Aufteilung für Kenner des Genres kein Problem darstellt.

Der Vanguard verfügt über einen Sturmangriff mit seiner Bajonett-Waffe, den gleich dieser Locust in der Mitte des Bildes zu spüren bekommt. Quelle: Microsoft Der Vanguard verfügt über einen Sturmangriff mit seiner Bajonett-Waffe, den gleich dieser Locust in der Mitte des Bildes zu spüren bekommt. Es lassen sich aber auch direkt gewissen Unterschiede erkennen, die Gears Tactics einen speziellen Touch geben sollen. Ziel der Entwickler ist es, die packende Action der Gears-Shooter auch auf ein Rundentaktik-Format zu übertragen. So verzichten die Macher zum Beispiel auf jede Form von Rastersystem auf der Karte, in dem sich die Einheiten bewegen müssen. Stattdessen können die Soldaten innerhalb ihres Bewegungsradius frei platziert werden. Optimaler Weise natürlich stets hinter einer Deckung. Für sämtliche Aktionen stehen jedem Squadmitglied pro Runde drei Aktionspunkte zur Verfügung. Diese können frei für Bewegung, Angriffe und Skills eingesetzt und beliebig miteinander kombiniert werden.

Für stetige Action sorgen dabei auch Fähigkeiten, die regelmäßig ein aggressives Vorrücken des Squads begünstigen. So kann die Support-Klasse zum Beispiel die Kettensäge des Lancer-Gewehrs einsetzen, um einem Gegner auf die Pelle zu rücken und diesem direkt auszuschalten. Der Vanguard ist mit einem Retro Lancer ausgestattet, das über ein Bajonett verfügt. Damit kann diese Klasse einen Sturmangriff ausführen. Das hilft um größere Strecken zu überbrücken, oder wenn der Sturmangriff an einem Feind endet, dieses direkt auszuschalten. Aus der Hauptreihe übernommen wurden zudem die sogenannten Hinrichtungen. Es kommt immer wieder vor, dass Feinde nicht direkt getötet werden, sondern zunächst in einen kampfunfähigen Zustand geraten. Diese Gegner können wir dann mit einem Finishing-Move erledigen. Das Besondere dabei: alle anderen Mitglieder eures Teams bekommen dadurch einen zusätzlichen Aktionspunkt spendiert, was zusätzliche taktische Möglichkeiten eröffnet.

Solch eine aggressive Vorgehensweise ist aber natürlich nicht immer ratsam. Gears Tactics verfügt auch über konservative Mechaniken wie Feuerschutz (Overwatch). Dabei legen wir einen Bereichskegel fest, den die Einheit per Feuerschutz abdecken soll, was wiederum die Treffergenauigkeit beeinträchtigt. Die Zahl der noch zur Verfügung stehenden Aktionspunkte bestimmt dabei, wie oft Overwatch während des Feindzuges ausgelöst werden kann. Richte ich den Feuerschutz also ein, während meine Einheit noch zwei Aktionspunkte hat, kann sie später zwei Mal auf gegnerische Bewegungen reagieren. Auch Feinde können sich in den Feuerschutz begeben. Als Gegenmaßnahme stehen verschiedenste Wege zur Verfügung. Dazu gehört auch die Snub-Pistole, die jedes Squadmitglied mitführt. Diese Handwaffe hat einen Disabling Shot, der bei Treffer den Overwatch des Gegners unterbricht. Jede der fünf Klasse von Gears Tactics verfügt über solch einen umfangreichen Skillbaum, in dem sich die Charaktere in vier verschiedene Richtungen entwickeln lassen. Quelle: Microsoft Jede der fünf Klasse von Gears Tactics verfügt über solch einen umfangreichen Skillbaum, in dem sich die Charaktere in vier verschiedene Richtungen entwickeln lassen.

Klassentiefe

Insgesamt wird es fünf verschiedene Klassen in Gears Tactics geben. Jede dieser Klassen verfügt über eine für sie einzigartige Signature-Waffe, die jeweils über vier Mod-Slots für Verbesserungen verfügt. Für das Klassensystem und die Individualisierungsmöglichkeiten haben sich die Entwickler nach eigenen Angaben von Rollenspielen inspirieren lassen. Entsprechen tiefgründig soll der Ausbau der Kämpfer von Statten gehen. Jede Klasse verfügt dazu über einen Fähigkeitenbaum, der bis zu vierzig Skills enthält.

Aufgeteilt ist der Baum in vier Quadranten, die jeweils andere Spielstile und Ausrichtungen ansprechen. So lässt sich die Support-Klasse zum Strategen, Kampfmediziner, Surgeon und Paragon entwickeln. In der Präsentation konnten wir einen kurzen Blick auf einen recht weit entwickelten Paragon werfen, der über Fähigkeiten wie "Lock and Load" (lädt das ganze Squad nach), "Empower" (überträgt Aktionspunkte auf Verbündeten) und "High-Powered Shot" (Schuss mit 50% Schadensbonus) verfügt.

Epische Bosskämpfe

Eine spannende Besonderheit von Gears Tactics sind die Bosskämpfe, in denen sich unser Squad gegen gewaltige Exemplare der Locust-Horde behaupten muss. Die Entwickler demonstrierten uns dies anhand eines Gefechts gegen einen Corpser, ein riesiges spinnenartiges Vieh, das mit seinen acht Beinen einen Schild vor sich aufbaut. Ziel ist es das Monster dazu zu bringen, seine Beine anzuheben und seinen verwundbaren Körper zu entblößen. Dazu ist besonders Explosionsschaden hilfreich. Doch der Boss ist leider nicht allein, sondern schickt unserem vierköpfigen Team auch noch diverses Kleinvieh entgegen.

Im Bosskampf gegen den Corpser gilt es viele Herausforderungen auf einmal zu meistern. Quelle: Microsoft Im Bosskampf gegen den Corpser gilt es viele Herausforderungen auf einmal zu meistern. In der ersten Runde bewegen wir unsere Truppe also zunächst in gute Positionen, um die kleinen Gegner zu bekämpfen. Mit Feuerschutz und einer Annäherungsmine erzielen wir dabei auch erste Erfolge, doch das Spiel macht schnell deutlich, dass uns hier eine ordentliche Herausforderung erwartet. So hebt der Boss seine Beine, was ihn zwar anfällig für Schaden macht, aber gleichzeitig bereitet er eine großflächige Attacke mit seinen Gliedmaßen vor. Wir müssen daher dringend dafür sorgen unsere Leute aus der Gefahrenzone zu bewegen. Als wäre das aber noch nicht genug, taucht hinter uns ein sogenanntes E-Hole auf, aus dem ab der nächsten Runde weitere Locust strömen werden.

Leider war es uns nicht vergönnt, den kompletten Bossfight zu bestreiten, da sich die Zeit der Präsentation bereits dem Ende neigte. Wir haben noch die folgende Runde ausgeführt, in der wir unsere Leute außerhalb des Angriffsbereichs des Corpers in vermeintlich guten Positionen platziert haben. Dabei konnten wir sogar wenigstens einmal auf den Boss selbst feuern, was uns verdeutlicht hat, dass der Brocken offenbar über ziemlich viel Lebenspunkte verfügt. Als letzte Aktion erleben wir noch den folgenden Zug des Feindes, bei dem gefährliche Gegner aus dem angesprochenen Loch gekrochen kommen und uns in eine neue prekäre Lage bringen. Taktisch hat das Spiel also in jedem Fall einiges an Herausforderungen zu bieten. Der Squad steckt ziemlich in der Klemme. Rechts sind noch Gegner und von links strömen neue Feinde aus sogenannten E-Holes auf das Schlachtfeld. Quelle: Microsoft Der Squad steckt ziemlich in der Klemme. Rechts sind noch Gegner und von links strömen neue Feinde aus sogenannten E-Holes auf das Schlachtfeld.

Soldat in rosa Rüstung

Nur einen kurzen Einblick haben wir in das erhalten, was Gears Tactics abseits der Schlachtfelder und Zwischensequenzen zu bieten hat. Es scheint aber kein übergeordnetes Meta-Game mit Basenbau und so weiter zu geben, wie man es von X-COM kennt. Stattdessen werden die einzelnen Missionen über ein simples Menü ausgewählt. Dort wird auch das Squad zusammengestellt, das aus verschiedensten Einheiten bestehen kann. Neben einigen für die Story relevanten Charakteren, werden im Verlauf der Kampagne auch diverse zufallsgenerierte Kämpfer rekrutiert. Diese lassen sich umfangreich im Aussehen von Gesicht und Ausrüstung anpassen.

Allgemein hält Gears Tactics eine große Palette an optische Anpassungsmöglichkeiten bereit, mit denen auch das Erscheinungsbild der Heldencharaktere weitreichend verändert werden kann. Die Entwickler zeigen uns das kurz anhand der Rüstung von Gabe Diaz, die sie in grelles Rosa und Gelb gefärbt, mit einem Ziegelsteinmuster versehen und einen Texturüberzug verpasst haben, der sie stark mitgenommen aussehen lässt. Neben den optischen Anpassungen, lässt sich die Ausrüstung auch mit verschiedenen Verbesserungen ausstatten. So gibt es für Waffen diverse Mods wie Zielvorrichtungen, Magazine, Schulterstützen und so weiter, die jeweils unterschiedliche Werte mit sich bringen.

Ein PC-Spiel für PC-Spieler

Immer wieder betont haben die Entwickler, dass sie mit Gears Tactics erstmals ein richtiges PC-Spiel für PC-Spieler entwickelt haben. Zwar erscheint das Spiel zu einem späteren Zeitpunkt irgendwann auch für die Xbox One, bei der Entwicklung stand aber zunächst der PC im Vordergrund. Das soll auch in den Spiel-Optionen deutlich werden, die Unmengen an Anpassungsmöglichkeiten bieten werden. Die Entwickler gaben uns einen kurzen Einblick in das Optionsmenü, das jede Menge Grafikeinstellungen in den Bereichen Allgemein, Texturen, Umgebung, Post Processing und Erweitert zur Verfügung stellt. Um die richtigen Einstellungen zu wählen, bietet das Spiel auch einen integrierten Benchmark.

Darüber hinaus wird es diverse Einstellungsmöglichkeiten für das Interface, den Sound, die Tastenbelegung sowie Zugänglichkeitsfeatures geben. Beim Start eines neuen Spiels stehen vier verschiedene Schwierigkeitsgrade sowie der bekannte Ironman-Modus, bei dem kein Missionsneustart oder Rückzug möglich ist, zur Verfügung. Ob dies genügend Herausforderungen auch für die erfahrensten Taktik-Veteranen bietet, erfahren wir zum Release des Spiels. Gears Tactics erscheint am 28. April 2020 im Windows-10-Store sowie auf Steam.

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