Grand Theft Auto: Ein Vorgeschmack auf GTA 6 - Welche Stadt ist die beste?

Kolumne Michael Grünwald Lukas Schmid Carlo Siebenhüner
Grand Theft Auto: Ein Vorgeschmack auf GTA 6 - Welche Stadt ist die beste?
Quelle: Rockstar Games

Die Videospielewelt wartet gespannt auf einen ersten Trailer und den Releasetermin von GTA 6. Wir diskutieren derweil darüber, welche Stadt die beste ist.

Was macht Vice City so besonders?

Vice City hebt sich von den anderen Metropolen in vielerlei Hinsicht ab. Schon allein, weil es dem echten Miami nachempfunden wurde und die Stadt in Florida nicht gerade für düstere Ecken bekannt ist. Die Pendants New York und Los Angeles spielen, was das betrifft, in einer eigenen Liga. In Vice City strahlen mir dagegen von allen Seiten bunte Neonlichter entgegen. Die Grundstimmung sorgt einfach für gute Laune. Wenn ich mit meinem Charakter Tommy Vercetti auf einer Vespa in den Sonnenuntergang fahre, mir die fantastische 80er-Jahre-Mukke aus dem Radio entgegendröhnt und sich die grellen Hotelbeleuchtungen am Washington Beach im Ozean spiegeln, dann haben die dreckigen Stadtgebiete von Liberty City und San Andreas dagegen schon verloren.

Rockstar Games haben es geschafft, den Flair der 80er, gepaart mit der sonnigen Strandatmosphäre Miamis perfekt einzufangen. In keinem Spiel habe ich so viele Stunden im Auto verbracht und einfach nur Songs wie Africa von Toto, Kids in America von Kim Wilde, Raining Blood von Slayer und Owner of a Lonely Heart von Yes belauscht.

Wenn ich heute, über 20 Jahre später, eine Runde in Vice City drehe, hat sich an der Stimmung nichts geändert.

Und sollte ich einmal genug vom Autofahren habe, mache ich eben einen Abstecher in den Malibu Club, den ich im späteren Spielverlauf erwerben kann - genauso wie eine Eisfabrik und ein Taxiunternehmen. Auch das ging in Vice City zum ersten Mal.

Was macht San Andreas/Los Santos so besonders?

San Andreas ist deswegen so eine absolut herausragende GTA-Spielwelt, weil es sich bei ihr, anders als bei Vice City und Liberty City, eben nicht nur um eine Stadt handelt. Das ist ein kompletter US-Bundesstaat! Und das ist neben nostalgischen Gefühlen auch der Grund, warum das Original unübertroffen ist.

Niemals zuvor, und wenn ich so darüber nachdenke, auch niemals danach, bin ich je in eine moderne Spielwelt so eingetaucht wie hier. Sich erst einmal in den frühen Spielstunden in Los Santos, also Los Angeles, seine Brötchen zu verdienen, bevor sich die Map anschließend öffnet und man nach San Fierro, also San Francisco, und das Las-Vegas-Gegenstück Las Venturas gelangt: Das war eine Offenbarung!

Zusätzlich war das extrem weitläufige Umland etwas, was ich so vorher einfach noch nicht kannte. Mitten in der Wüste in einer unterirdischen Forschungsstation das Jetpack zu finden, ist eine Erfahrung, die ich niemals vergessen werde. Oh, oder das erste Mal Mount Chiliad besteigen - Hammer!

In eine in Wahrheit gar nicht mal so große Welt haben die Entwickler so viel Abwechslung gesteckt wie andere, geringere Studios in fünf komplette Spiele.

Ein Blick auf Los Santos in GTA San Andreas Quelle: Rockstar Games Wie gesagt, San Andreas in GTA 5 ist auch gut, gewinnt da im Vergleich für mich persönlich aber keinen Blumentopf. Ja, es ist alles noch viel größer, aber da es sich bei der Map nur um den Süden von San Andreas handelt, wurden Las Venturas und San Fierro kurzerhand wegreduziert. Das kann man doch nicht machen!

Ich merke schon, das wird hier fast mehr ein Vergleich zwischen San Andreas und San Andreas, darum sei gesagt, dass ich auch die "neue" Version in GTA 5 klasse und besser als Vice City und Liberty City finde. Das Umland dort ist halt eine absolute Wucht und etwas, was es in keinem der anderen Landstriche gibt.

Was macht Liberty City so besonders?

Was macht Liberty City besonders? Ganz einfach: Ohne Liberty City hätte es alle anderen Städte und überhaupt GTA NIE gegeben.

Denn wer im allerersten GTA - ja, das Vogelperspektive-Ding aus grauer Vorzeit - ein neues Spiel startet, landet in: Liberty City!

Ein Blick über Liberty City in GTA 3 Quelle: Rockstar Games

San Andreas und Vice City waren da zwar auch schon mit drin, aber den Anfang macht eben New Yorks Abziehbild, und wäre das nicht so gut designt worden, hätte doch keiner weitergespielt, geschweige denn einen zweiten oder dritten Teil gekauft.

Auftritt Nummer zwei von Liberty City war in GTA 3. Ich habe ja schon in epischer Breite ausgeführt, warum das ein absoluter Meilenstein war.

Den Auftritt Nummer drei gab es in GTA 4. Der gestaltete sich auch als der bis dato umfangreichste und detaillierteste von allen. Wo GTA 3 noch lose das Vorbild nachgeahmt hat, war GTA 4 schon sehr nah an der Realität dran. Da erkannte man die Freiheitsstatue, die Werbeplakate am Times Square und die Backsteinbauten in Brooklyn.

Wenn man so will, bedeutete Liberty City bisher immer einen Generationenwechsel. Es markierte den Beginn der Serie. Im Anschluss läutete GTA 3 das 3D-Zeitalter und GTA-4-Liberty-City das HD-Zeitalter ein, das mit Teil fünf seinen Höhepunkt fand. Auch wenn die aktuelle Generation jetzt offenbar mit Vice City beginnt, wohnt Liberty City doch immer noch ein ganz besonderer Zauber inne.

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