GTA 5 - Grand Theft Auto 5: Die besten Online-Erfahrungen meines Lebens
Kolumne 26,98 €
Grand Theft Auto 5 hat mittlerweile zehn Jahre auf dem Buckel und die Welt wartet auf den ersten GTA 6-Trailer. Ich bin aber vor allem gespannt, wie es mit dem Online-Modus weitergeht. Denn an den habe ich mein Herz verloren.
Ich sage es voller Stolz heraus: Ich habe GTA 5 für vier verschiedene Plattformen gekauft! Und ich sage mit genauso viel Stolz und vielleicht auch einem kleinen bisschen Scham, dass ich das für GTA Online getan habe. Denn dieses Spiel gab mir die schönsten Online-Erfahrungen meines Lebens. Bis Rockstar Games den Modus vor die Wand fuhr.
Wir schreiben den 17. September 2013. Ein Tag, der mein Leben nachhaltig veränderte. Ein Tag, der den Grundstein für (m)ein neues Leben legte. Es war der Tag, an dem Grand Theft Auto 5 das Licht der Welt erblickte. Zum Release wusste ich noch nicht, was da auf mich zukommen sollte, bis dann am 1. Oktober eine neue Zeitrechnung begann. Einen halben Monat nach Release von GTA 5 (jetzt kaufen / 26,98 € ) schaltete Rockstar Games den Online-Modus frei. Der hatte zwar seine anfänglichen Startschwierigkeiten, aber Rom wurde nun mal auch nicht an einem Tag erbaut. Als kleine Erinnerung: die Probleme hielten nicht allzu lange an, nervten aber ziemlich. Die Charaktere verschwanden, Serververbindungen waren instabil und auch sonst dauerte es sehr lange eine Verbindung herzustellen. Als Entschädigung gab's dann aber eine halbe Million GTA-Dollar für alle, die betroffen waren.
Ich erinnere mich noch genau an meine ersten Momente in GTA Online. Auf meinem Kopf saß das mitgelieferte Xbox 360 Headset und auf den Ohren war die Xbox-Live-Party. Gemeinsam loggte ich mich mit Freunden erstmals ein und nach einer Ladezeit, die reichte, um noch eine Pizza in den Ofen zu schieben und anschließend zu verspeisen, ging es in den Charakter-Editor.
In solchen Momenten gibt es zwei Arten von Menschen. Die, die versuchen ihr Ebenbild so realitätsgetreu wie möglich nachzustellen und die, denen das alles völlig Wumpe ist. Ich zähle mich zu ersteren, auch wenn's nicht immer klappt. Zu meiner Verteidigung muss ich aber sagen, dass der Charakter-Editor in GTA Online bis heute wohl der schlechteste ist, den ich je vor mir hatte. Wer kam denn bitte auf die Idee den Editor in Form von Vererbungsketten zu basteln? Auch wenn der Editor bis heute absolute Grütze ist, war das, was danach passierte, eine lebensverändernde Erfahrung. Das meine ich ernst. Denn GTA Online wurde mein Second Life. Der Treffpunkt mit Freunden am Abend. Mein Zweitwohnsitz war seitdem in Los Santos.
GTA Online setzte dort an, wo mich kein Spiel zuvor begeisterte. Vorher spielte ich zwar auch gelegentlich mal WoW oder diverse, meist seltsame MMOs von Gamigo, aber kein Spiel gab mir diese enorme Immersion wie GTA Online. Die Darstellung echter Menschen erleichtert es in der Welt zu versinken. Ich konnte mich nie in irgendwelchen Fabelwesen verlieren. Die akkurate Nachbildung von Los Angeles, die dicken Karren, die aussehen, wie ihre echten Vorbilder und die endlosen Möglichkeiten Dinge zu tun, die man im echten Leben so nicht machen könnte, haben mich gefesselt. Obwohl ich Los Santos dank der Story schon in- und auswendig kannte, war die Stadt online noch einmal ein ganz anderes Erlebnis. Es war, als wäre ich gemeinsam mit meinen besten Freunden in eine neue Stadt gezogen und wir konnten sie nun erkunden.
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Meine erste Garage, um eine geklaute Karre unterzubringen. Dann den ersten Sportwagen vom hart erspielten Geld kaufen. Bei mir war es der Benefactor Surano, ein Mix aus einem SLS AMG und einem Jaguar F-Type für 110.000 Tacken. Es fühlte sich an, wie als hätte ich mir wirklich etwas gegönnt. Nur eben virtuell. Und ja, natürlich habe ich online auch mit der Karre geprotzt. Und das auch zu Recht. Die Möglichkeiten die Karosse aufzupimpen, kugelsichere Reifen zu verbauen und auch die Hupen zu ändern, haben mir so viel Spaß bereitet, wie es davor nur Need for Speed Underground 2 und Most Wanted schafften. GTA Online hat sich für mich als Rennspiel, statt Gangster-Abenteuer entpuppt.
Die meiste Zeit ging bei mir ohnehin für Autobahn-Rasereien, Renn-Sessions und Offroad-Gebretter drauf. Nie war ich der große Übeltäter, der nach Reichtum strebt. Mein Spaß lag darin, Freunde online zu treffen, mit ihnen ziellos durch die Gegend zu streifen und einfach ein wenig zu erzählen und Quatsch zu machen. Den Kopf ausschalten und gemeinsame Zeit genießen. Da störten auch die anfänglichen Probleme nicht so sehr. GTA Online war in der Anfangszeit noch reichlich unausgewogen. Wenn man sich eine Karre stahl, war direkt die Polizei hinter einem her. Die Ladezeiten waren, nicht nur wegen der HDD, immens lang und immer wieder ist man vom Server geflogen und fand sich in der Story wieder. Und doch war ich immer bereit, die Wartezeit in Kauf zu nehmen.