Forgotten Fables im Test: Was kann das DSA-Abenteuer? - Seite 2
Test 17,99 €
Forgotten Fables: Wolves of the Westwind will den Charme von Das Schwarze Auge auf den PC bringen. Unser Test klärt, ob das klappt.
So viel Kreativität wie in den Beleidigungsduellen eines Secret of Monkey Island darf man nicht erwarten, aber Spaß macht das System durchaus und lockert das ansonsten genrebedingt eintönige Dauerlesen auf. Alles fein also in der Welt der großen Entscheidungen? Leider nein. Wir dürfen zwar, beziehungsweise müssen sogar sehr oft scheinbar weitreichende Wahlen treffen - die Betonung liegt aber auf "scheinbar". In der Praxis ändern die am generellen Verlauf der Handlung nur wenig. Das ist sehr schade und eine vertane Chance, denn Wiederspielwert ergibt sich durch diese Beschränkungen kaum. Auch nicht, wenn man sich mit der anderen Spielfigur noch einmal ins Abenteuer stürzen sollte.
Trotzdem kann die Geschichte überzeugen, was bei einer Visual Novel natürlich das wichtigste ist. Einige der Twists und Entwicklungen sind tatsächlich nicht vorhersehbar, und die düstere, aber immer wieder mal von lustigen Momenten aufgelockerte Atmosphäre samt glaubwürdiger Figuren trägt die Erzählung gut bis zu ihrem Ende, das ebenfalls sehr kompetent umgesetzt wurde. Bloß schade, dass der dämonische Antagonist nicht so überzeugt, wie es zu Beginn erscheint.
In diesem Artikel
Quelle: PC Games
Kämpfe basieren auf dem Entscheidungsprinzip. Ihr bekommt mehrere Optionen zu Auswahl, wobei einige schlecht für euch ausgehen können.
Fabelhafte Fabel?
Um euch einmal durch das Abenteuer zu schlagen, könnt ihr etwa sechs Stunden einrechnen, ergo benötigt ihr knapp zwölf Stunden, wenn ihr den leicht veränderten Story-Verlauf der zweiten wählbaren Figur auch noch erleben wollt.
Wie erwähnt sind die Unterschiede über weite Strecken marginal, umso mehr freut man sich dann aber über die Momente, in denen doch einmal etwas deutlicher vom zuvor bekannten Skript abgewichen wird.
Auf jeden Fall ein Highlight ist die technische Umsetzung. Die Hintergründe und die zahlreichen Figuren strotzen nur so vor Details und man merkt, dass hier wirklich wahnsinnig viel Mühe investiert wurde, um ein stimmiges Gesamtbild abzuliefern. Noch besser gefällt aber der Sound: Die Musikstücke untermalen stets passend das Geschehen und sind je nach Situation wunderbar entspannend oder schön treibend.
Meinung
Forgotten Fables: Wolves on the Westwind erscheint am 25. Mai via Steam für den PC. Umsetzungen für Konsolen sind derzeit nicht angekündigt. Wer will, kann auch eine physische Deluxe Edition erstehen, der liegen neben dem Steam-Code der Soundtrack, ein Artbook und eine kleine Pen&Paper-Kampagne bei, die aber darauf ausgelegt ist, alleine gespielt zu werden.
