Floodland im Test: Story, Technik & Fazit
Test
Nach der Klimakatastrophe ist vor dem Wiederaufbau: Wir haben uns mit dem PC Survival-Strategiespiel Floodland zum Anführer der Menschheit erkoren.
Auch das Thema Religion wird extrem naiv behandelt. So wurden wir tatsächlich an einer Stelle von einem Clan gebeten, doch bitte eine Kapelle für die spirituelle Bildung des Volkes zu errichten. Das Glaubenshaus hatte die gleichen Auswirkungen wie ein ganz normales Freizeitgebäude, ähnlich einem Park oder Versammlungsraum. Dass es auf der Welt schon vor der Flutkatastrophe mehr als eine Religion gab und diese nicht immer besonders gut miteinander auskamen, scheint niemanden zu stören. Wegen jeder anderen Kleinigkeit wollen sich die Clans am liebsten mit Mauern voneinander abgrenzen, aber mit der Entscheidung, eine Kirche zu errichten, scheint niemand ein Problem zu haben. Das ist so weit von der Realität entfernt, dass es zumindest eine Erklärung bräuchte, warum Glauben im Universum von Floodland anscheinend universal ist und keinen Einfluss auf die Sichtweisen der Bevölkerung hat.
Die gesellschaftliche Entwicklung ist also nicht immer nachvollziehbar. Ebenso wenig die teils extremen Reaktionen der einzelnen Clans. So ertragen es zum Beispiel Gegner von Alkoholkonsum nicht einmal, in der Nähe eines Wirtshauses zu wohnen, ohne mit dem Gedanken zu spielen, ihren Nachbarn den Schädel einzuhauen.
Im Ernstfall hilft es nur, die Clans in verschiedene Gegenden zu segregieren oder einen Clan komplett zu verbannen. Wer das Gemeinwohl im Sinn hat und eine pluralistische Gesellschaft haben möchte, sollte also bei der Planung seiner Siedlung auf die Vorlieben der einzelnen Leute achten.
Quelle: PC Games
Floodland im Test: Hurra, die Welt geht unter (10)
Die Kraft des Saftes
Neben dem Basis-Management gibt es aber noch ein anderes Spielelement, das nach unserer Aufmerksamkeit verlangt. Denn: Es handelt sich bei Floodland nicht um ein Aufbau-Endlosspiel, sondern um eine Kampagne mit klar definiertem Ende.
Um das Spiel abzuschließen, müssen wir unsere Siedlung zu einer richtigen Stadt ausbauen und eine stete Energieversorgung gewährleisten. Einzelne Aufgaben umfassen unter anderem, unsere Bevölkerung zu vergrößern oder ein altes Kraftwerk aufzuspüren und zu untersuchen. An bestimmten Meilensteinen brechen Krisen aus, die es dann zu meistern gilt, um in der Story voranzuschreiten.
Auch interessant: 25 Jahre Fallout: So machte die Rollenspielreihe die Post-Apokalypse cool!
Die klar definierten Ziele stehen dem Spiel sehr gut zu Gesicht. Weil wir für jede geschaffte Etappe mit Fortschrittspunkten oder neuen Spielmechaniken belohnt werden, die uns das Leben leichter machen, greifen Storymissionen und Siedlungsausbau gut ineinander.
Quelle: PC Games
Floodland im Test: Hurra, die Welt geht unter (9)
Die Technik hält nicht stand
Trotz seines hohen Frustpotenzials auf höheren Schwierigkeitsgraden und den oben genannten Designschwächen macht Floodland auch echt Spaß. Die Grundidee ist klasse, Soundtrack und Optik atmosphärisch und das Gameplay motivierend. Irgendwann haben wir uns auch mit den gefühlt hundert Ressourcen und Funktionen vertraut gemacht und wissen, was wir tun.
Leider gibt es aber noch eine Sache, die es uns schwermacht, Floodland eine Empfehlung auszusprechen: Das Spiel stürzt trotz einiger Hotfixes, die seit Release veröffentlicht wurden, noch häufig ab. Vor allem, wenn wir manuell unseren Fortschritt speichern wollten, wurden wir mehrmals zurück auf den Desktop geschmissen.
Zwar speichert das Spiel auch in festgelegten Abständen automatisch, der Verlust der Daten kann aber trotzdem äußerst schmerzhaft sein, wenn diese Frequenz eher niedrig eingestellt ist. Bei einem Vollpreistitel, der nicht mehr im Early Access ist, sollte die technische Stabilität eigentlich gewährleistet sein.
Fazit
Am Ende reicht es leider nur für das Prädikat "gut gemeint". Zu viele Elemente von Floodland hätten einfach noch etwas mehr Feinschliff vertragen können. Um wirklich Wellen zu schlagen, fehlt es dem Titel auch an Wiederspielwert.
Zusätzliche Kampagnen und eine Überholung diverser Spielmechaniken würden uns zwar freuen, dass Vile Monarch hier nachlegt, halten wir aber für unwahrscheinlich. So oder so hätte das Spiel aber erst einmal in einem technisch einwandfreien Zustand veröffentlicht werden müssen.
Floodland ist seit dem 15. November 2022 via Steam auf dem PC erhältlich. Eine Konsolenversion ist nicht in Planung. Der Vollpreis beträgt 29,99 Euro. Das Team von Vile Monarch arbeitet derzeit mit Hochdruck an Hotfixes und Patches, die die technischen Probleme des Spiels beheben sollen. Die Bildschirmtexte lassen sich in verschiedenen Sprachen anzeigen, darunter auch Deutsch. Die Übersetzung ist fast vollständig, einige wenige Phrasen und Begriffe erscheinen aber immer noch auf Englisch.
