Flintlock: Git Gud? Dieses Soulslike ist auch was für Neulinge!

Test Carlo Siebenhüner
Flintlock: Git Gud? Dieses Soulslike ist auch was für Neulinge!
Quelle: A44 Games

Flintlock: The Siege of Dawn will ein einsteigerfreundliches Soulslike sein. Das gelingt zwar, doch stolpert man über den fehlenden Feinschliff.

Jetzt spielt man Soulslikes aber auch nicht unbedingt wegen der Story, die einem auf dem Silbertablett serviert wird. Im Gegenteil steht in diesem Genre eher das Gameplay an erster Stelle und das tut es auch in Flintlock: The Siege of Dawn. Die Entwickler haben damit bereits Erfahrung durch ihr Vorgängerprojekt Ashen. Das war noch ein klassisches Soulslike, jetzt versucht man das Genre zugänglicher zu machen.

Aus Soulslike wird Soulslite

Das bedeutet allerdings nicht, dass man einfach den Schwierigkeitsgrad nach unten regelt. Flintlock hat zwar drei auswählbare Schwierigkeitsoptionen, doch der normale Modus bietet durchaus eine Herausforderung. Wer hier nicht aufpasst, liegt schnell im Dreck.

Allerdings gibt einem das Spiel einen ganzen Berg an unterschiedlichen Gameplay-Mechaniken, mit denen man seine Feinde bearbeitet. Der Nahkampf ist noch recht klassisch. Auf Knopfdruck hauen wir zu oder blocken. Mit dem richtigen Timing beim Block können wir einen Konter auslösen. Dazu kommt ein Schuss Bloodborne mit unserer Pistole. Die unterbricht gegnerische Angriffe und macht sie für einen kurzen Moment wehrlos. Unsere Knarre hat allerdings nur begrenzt Munition, die sich erst durch erfolgreiche Nahkampftreffer wieder auflädt.

Kampf gegen einen Gott Quelle: Kepler Interactive Gegner haben aber auch eine Haltungsleiste und optional noch eine Rüstung. In beiden Fällen kommt unser Begleiter Enki ins Spiel. Mit seinem Angriff und erfolgreichen Kontern steigern wir die Haltungsleiste des Gegners. Ist sie voll, kommt der Gegner in Zeitlupe ins Straucheln. Das öffnet ein Zeitfenster für einen Spezialangriff, der entweder die Rüstung entfernt oder einfach ordentlich Schaden austeilt.

Obendrauf laden wir mit Enki noch eine ultimative Magieattacke auf, die ebenfalls derbe Schaden verursacht, aber Gegner auch betäuben kann. Schlussendlich gibt es dann noch Sekundärwaffen, wie die Flinte oder die Granate. Mit ersterer können wir Gegner auf Distanz aufs Korn nehmen.

Landet man einen Kopftreffer, wird man dann noch mit einer leider sehr amateurhaften Zeitlupenansicht beglückt. Granaten gibt es in mehreren Ausführungen, wie Splittergranate oder Feuergranate, die dadurch verschiedenen Flächenschaden austeilen. Sowohl Flintenschüsse als auch Granaten sind begrenzt und werden erst am Rastplatz wieder aufgeladen.

Leveln ohne Level

Hier kommen dann auch die Souls-Elemente zum Tragen. Machen wir ein kurzes Päuschen in unserem Lager oder an den großzügig in der Spielwelt verteilten Raststeinen, laden sich unsere Munition und unsere Heilflaschen wieder auf. Gleichzeitig spawnen aber auch alle besiegten Gegner neu. Hier geben wir dann auch unsere Rufpunkte aus, die wir durch besiegte Gegner und erledigte Quests bekommen.

Nor und Enklegen eine Pause ein Quelle: Kepler Interactive Investieren können wir sie auf einem überschaubaren Skilltree in neue Fähigkeiten oder in die Aufwertung unserer Waffen und Rüstungsteile. Für letzteres brauchen wir allerdings noch Ressourcen, die wir überall in der Spielwelt finden. Ein richtiges Levelsystem, mit dem wir unsere Attribute direkt steigern, gibt es in Flintlock nicht.

Werden wir von Gegnern umgehauen, dann verlieren wir alle nicht ausgegebenen Rufpunkte. Wir müssen dann erst zum Ort des Ablebens hin latschen und den Kram aufsammeln. Wie in einem richtigen Soulslike eben. Netterweise müssen wir aber nur drüberlaufen und die Punkte werden automatisch eingesammelt. Eingefasst werden die umfangreichen Möglichkeiten im Kampf von einem toll designten Bewegungssystem.

Das Movement sorgt in Flintlock für den größten Spielspaß. Vergesst die Behäbigkeit der Soulsbornes. Neben einem Ausweichschritt können wir uns in Flintlock nämlich auch mit magisch aufgepepptem Schießpulver zur Seite, aber auch nach oben katapultieren. Zusammen mit den Möglichkeiten im Kampf ergeben sich dadurch sehr agile Gefechte. Wir schlagen zu, entfernen uns, schießen, sprinten nach vorn, hauen erneut zu, lassen noch eine Granate da und sind schon wieder weg.

Das macht Spaß und irgendwann schmeißt man sich sogar mit Freude in Gegnergruppen. Das wird auch vom Multiplikator-System unterstützt. Bewegen und kloppen wir uns auf kreative Weise durch die Welt, treiben wir einen Multiplikator hoch, der uns mehr Rufpunkte bringt. Zumindest solange wir nicht getroffen werden. Damit belohnt Flintlock das Nutzen der verschiedenen Gameplaymechaniken, was eine nette Idee ist.

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