Darum ist Final Fantasy 6 bis heute ungeschlagen - so genial war der Rollenspiel-Klassiker

Special Olaf Bleich Benedikt Plass-Fleßenkämper Lukas Schmid
Darum ist Final Fantasy 6 bis heute ungeschlagen - so genial war der Rollenspiel-Klassiker
Quelle: Square Enix

Final Fantasy 6 gilt als Meilenstein der Rollenspiel-Saga. Wir blicken zurück auf die Entwicklung des Klassikers und erklären, welche Hürden die Entwickler überwinden mussten.

Auch die Grafikdesignerin Tomoe Inazawa erinnert sich im Gespräch an diese Zeit. Ein Mal hörte sie Sakaguchi-san in seinem Büro singen. Als sie aber genauer lauschte, stellte sie fest, dass der Final-Fantasy-Schöpfer Quatsch vor sich hin trällerte und dabei "ein Bug ... noch ein Bug" sang.

Die Belastung trieb also auch in den Räumen von Square obskure Blüten. Man darf nicht vergessen, dass das heute so populäre "Nach-Patchen" nicht möglich war. Einmal auf dem Markt, gab es keine Möglichkeit mehr, ein fertiges Spiel zu korrigieren.

Noch härter traf es wohl nur Ted Woolsey, den Übersetzer von Final Fantasy 6, der nur 30 Tage Zeit hatte, um das Rollenspiel aus dem Japanischen ins Englische zu übertragen. Übersetzungsprogramme gab es zu dieser Zeit ebenfalls noch nicht, und außerdem mussten der Sinn des Spiels angepasst und seine kulturelle Identität bewahrt werden.

Zahlenchaos bei der Final-Fantasy-Serie

Deutsche Final-Fantasy-Fans hatten es schwer, Final Fantasy 6 überhaupt zu bekommen. Denn das Spiel erschien am 2. April 1994 zunächst in Japan. Beim NTSC-Release in den USA kam das Spiel jedoch unter dem Namen Final Fantasy 3 auf den Markt.

Spezialattacke Quelle: Moby Games Der Grund dahinter: Die Vorgänger Final Fantasy 2 und Final Fantasy 3 für das Famicom beziehungsweise das NES, sowie Final Fantasy 5 für das Super Famicom/SNES, wurden in den USA nie veröffentlicht. Um also die Illusion einer durchgehenden Serientradition zu wahren, benannte Square die Spiele für den US-Markt einfach um.

So starte zwar Final Fantasy 1 die Reihe, als Nachfolger fungierte in den USA aber Final Fantasy 4, gefolgt von Final Fantasy 6. Ziemlich verwirrend und aus heutiger Sicht ein geradezu irrwitziger Marketing-Stunt!

Hier in Europa musste man sich dagegen mit Importen begnügen, was mitunter kostspielig sein konnte. Dass dennoch viele von euch Final Fantasy 6 in ihrer Jugend gespielt haben werden, liegt vermutlich am 1999 erschienenen Remake für die erste PlayStation-Generation. In diesem fanden auch zwei aufwendig produzierte Rendersequenzen als Intro und Abspann ihren Platz.

Auch wenn zu diesem Zeitpunkt der siebte und achte Teil mit 3D-Grafiken und opulenten Videosequenzen aufwarteten, fügte sich der sechste Teil nahtlos in die Reihe ein. Vor allem aber avancierte die PlayStation mit diesem "Bonus-Release" zur wichtigsten Plattform für Final-Fantasy-Rollenspiele und festigte die Zusammenarbeit zwischen Sony und Square.

Die Zukunft von Final Fantasy 6

Final Fantasy 6 schlug in Japan ein wie eine Bombe: Bereits Mitte 1994 meldete Square mehr als zweieinhalb Millionen verkaufte Einheiten. Final Fantasy 6 wurde zum meistverkauften Spiel des Jahres. Gleiches gilt für die Veröffentlichung in den USA, wo es zum achtmeistverkauften SNES-Spiel überhaupt avancierte.

Bis März 2003 wurden weltweit fast dreieinhalb Millionen Exemplare verkauft. In der Folge wurde Final Fantasy 6 für zahlreiche weitere Plattformen umgesetzt - beispielsweise für den Game Boy Advance, mobile Endgeräte und den PC.

Auf Luftschiff Quelle: Moby Games Außerdem erschien ab 2021 und bis Anfang 2022 in mehreren Parts der sogenannte Final Fantasy Pixel Remaster, eine überarbeitete Sammlung der ersten sechs Teile zuerst für den PC, 2023 als Collection für Nintendo Switch und PlayStation 4. Im Mai 2023 meldete sich Square Enix via X zu Wort und bestätigte, dass schon zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Millionen Einheiten verkauft wurden. Die alten Final-Fantasy-Teile sind also auch nach 30 Jahren noch sehr beliebt.

Final Fantasy 6 war zwar das letzte 2D-Abenteuer der Serie und der erste Teilohne Hironobu Sakaguchi an der Spitze, nichtsdestotrotz war der Erfolg immens und die Bedeutung für die Serie und das Genre noch größer.

Final Fantasy 6 gilt bis heute als Top-Anwärter auf den besten Serienteil und nicht wenige wünschen sich ein Remake des Klassikers. Diesen Fanträumen erteilte Yoshinori Kitase jedoch eine schroffe Absage.

Seine Begründung: Planung und Entwicklung würden vielleicht 20 Jahre in Anspruch nehmen. "Schuld" daran seien die 14 spielbaren Charaktere, ihre Hintergrundgeschichten und Fähigkeiten. Vielleicht soll Final Fantasy 6 aber auch genau das bleiben: ein zeitloses Pixel-Rollenspiel, das man am besten im Original erlebt - ganz ohne große Effekte, 3D-Grafik und andere Dinge, die vom Wesentlichen ablenken.

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