Final Fantasy 16 im Test + Video: Mitreißendes, düsteres Action-Spektakel

Test Viktor Eippert
Final Fantasy 16 im Test + Video: Mitreißendes, düsteres Action-Spektakel
Quelle: Square Enix

Mit Final Fantasy 16 beschreitet die altehrwürdige Rollenspiel-Reihe neue Pfade: düsteres Setting, erwachsenere Themen, starker Action-Fokus. Im Test klären wir, ob die neue Marschrichtung eine gute Idee war.

Direkt nach dem Prolog ist dagegen Clives treuer Wolfs-Begleiter Torgal mit von der Partie, der unserem Helden sowohl im Kampf als auch abseits davon so gut wie nie von der Seite weicht. Mit entsprechenden Befehlen auf dem Steuerkreuz des Controllers hetzen wir ihn auf Gegner und können ihn sogar in unsere Kombos einbauen.

Oder wir automatisieren Torgals Aktionen im Kampf kurzerhand dank des cleveren Hilfsitem-Features. Mit fünf verschiedenen Hilfsgegenständen können wir uns auf Wunsch manche Aspekte der Kämpfe simpler machen. Wer Probleme hat, die Timings für Ausweich-Moves zu meistern, rüstet eben den entsprechenden Ring aus, der einen kurzen Zeitlupen-Effekt erzeugt. Oder keine Lust, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie man starke Kombos mit Clive umsetzt? Auch hier gibt es ein Item. So wollen die Entwickler Langzeit-Fans der Reihe mit ins Boot holen, die vom Action-Kampfsystem abgeschreckt werden. Wir begrüßen die Idee, zumal sie mit einem Trade-off kommt. Denn jeder der Gegenstände kostet einen der drei Accessoire-Slots, die wir ansonsten mit anderer Ausrüstung bestücken können. Davon abgesehen gibt es mit dem Story-Modus auch eine leichtere Schwierigkeitseinstellung, bei der Gegner schneller das Zeitliche segnen.

Wer es dagegen herausfordernder möchte, kann sich speziellen Kampf-Herausforderungen mit vorgegebenen Fähigkeiten und Zeitbegrenzung stellen. Oder sich nach dem ersten Spieldurchgang im Final-Fantasy-Modus austoben.

Final Fantasy 16 im Test: Mitreißendes, düsteres Action-Spektakel Quelle: Square enix Der kann nur in einem New-Game-Plus-Durchgang gespielt werden und macht Gegner nicht nur einfach stärker. Ne, wir werden dann auch häufig mit anderen Widersachern konfrontiert, die beim normalen Durchgang noch nicht da waren.

Unabhängig vom gewählten Schwierigkeitsgrad zählen die top inszenierten und spannenden Bosskämpfe zu den Highlights von Final Fantasy 16. Langjährige Serienfans können sich auf ein Wiedersehen mit einigen ikonischen Monstern freuen, die viel Designliebe erfahren haben und mit ihren Attacken echt was hermachen.

Aber auch die Kämpfe mit den Antagonisten haben im Test überzeugt. Das absolute Sahnestück sind die Esper-Schlachten, in denen sich zwei der Giganten gegenüberstehen und mitunter ganze Landstriche im Kampf verwüsten. Spielerisch sind diese Abschnitte mit ihren gelegentlichen Quick-Time-Events zwar keine Offenbarung. Doch durch die imposante Aufmachung und die gebotene Abwechslung bleiben sie im Gedächtnis.

Home sweet Hideout

Abseits von Torgal wird Clive auf seinem Abenteuer immer wieder von anderen Charakteren begleitet, über deren Beweggründe und Vergangenheit wir im Verlauf des Spiels mehr erfahren. Einige dieser Momente finden im Versteck statt, in das Clive zwischen seinen Erkundungstouren regelmäßig zurückkehrt. Dort decken wir uns mit Heiltränken ein, helfen den Bewohnern oder craften neue Ausrüstung beim Schmied.

Anfangs ist das Crafting noch sehr nebensächlich, später im Spiel gibt es jedoch eine Hand voll spezielle Ausrüstungsgegenstände, an die man nicht anders rankommt. Um diese fortschrittlichen Blaupausen umzusetzen, bedarf es spezieller Materialien, die wir in erster Linie von Monsterjagden erhalten. Einige davon arten sogar in optionalen Boss-Kämpfen aus, die sich gewaschen haben.

Final Fantasy 16 im Test: Mitreißendes, düsteres Action-Spektakel Quelle: Square Enix Seit dem siebten Teil der Reihe steht Final Fantasy stets für Grafik-Bombast. Und keine Frage, auch Final Fantasy 16 sieht wieder sehr schick aus. Nicht nur in den Zwischensequenzen freut sich das Auge, auch die Spielwelt ist toll umgesetzt. Speziell in vegetationsreichen Abschnitten brilliert Square Enix' hauseigene Engine.

Gleichzeitig schafft das Spiel im Performance-Modus nicht immer durchgehend die 60 Frames. Speziell in sehr belebten Gebieten, kommt das häufig vor, wobei wir das nie als spielstörend empfanden.

Apropos belebte Gebiete: Die Spielwelt ist nicht nur grafisch sehr detailliert umgesetzt, sondern auch inhaltlich. Wenn wir in Städten und Dörfern an Passanten vorbeilaufen, hören wir sie über die jüngsten Ereignisse sprechen.

Wenn wir zusätzliche Hintergrundinformationen zu den Reichen, ihren Bewohnern oder wichtigen Akteuren wissen wollen, können wir diese Infos in über 2.000 Einträgen im Kompendium nachschlagen. Man merkt an vielen Stellen, dass die Entwickler mit viel Hingabe die Welt von Valisthea erschaffen haben.

Großartiges, intensives Erlebnis

Mit Final Fantasy 16 liefert Square Enix ein schnörkelloses Action-Rollenspiel ab, das mit seinem düsteren Setting, dem Action-Fokus und der fetten Inszenierung ein großes Publikum ansprechen möchte. Mit seiner intensiven Story, den interessanten Charakteren, der überzeugenden Spielwelt und den launigen Kämpfen hatten wir viele unterhaltsame Stunden.

Wir glauben aber auch, dass der neuste Teil nicht alle Final-Fantasy-Fans glücklich machen wird. Speziell diejenigen, die dem Oldschool-Feeling mit Rundenkämpfen und Minispielen nachtrauern, sind mit Titeln wie Persona 5 oder Octopath Traveller 2 besser beraten. Alle anderen freuen sich auf ein emotionales Erlebnis, das erwachsenere Töne anstimmt.

Wertung zu Final Fantasy 16 (PS5)

Wertung:

9.0 /10
Fazit

Grandios inszeniertes Action-Rollenspiel mit spannender Handlung, flotten Kämpfen, überschaubaren Rollenspiel-Elementen und düsterem Setting.


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Final Fantasy 16 erscheint am 22. Juni exklusiv für die Playstation 5. Entwickelt wurde das Action-Rollenspiel von der Business Unit 3 bei Square Enix, die unter anderem auch für Final Fantasy 14 verantwortlich zeichnen. Eine Umsetzung für andere Plattformen ist bisher nicht bestätigt, doch angesichts der bisherigen Veröffentlichungspolitik, rechnen wir mindestens mit einer Umsetzung für PC und Xbox Series zu einem späteren Zeitpunkt.

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