Final Fantasy 16: So viel Game of Thrones steckt wirklich drin!

Special Stefan Wilhelm
Final Fantasy 16: So viel Game of Thrones steckt wirklich drin!
Quelle: Square Enix / HBO, Montage: PC Games

Mit Teil 16 macht die Reihe eine echte Wandlung durch: So düster und erwachsen war Final Fantasy noch nie. Eine klare Inspirationsquelle für die Entwickler war dabei Game of Thrones. Aber welche Parallelen zur HBO-Serie sind wirklich drin?

Die Entwickler wissen es, wir wissen es, und ihr wisst es auch, wenn ihr die Demo oder die Vollversion schon gespielt habt: Bei Final Fantasy 16 hat sich Square Enix stark von Game of Thrones inspirieren lassen, um sein düsteres Mittelalter-Setting zu gestalten. Das geht so weit, dass die Teammitglieder dazu angehalten waren, die Serie zu schauen. Immerhin gilt die seit ihrem Erscheinen (und mindestens bis zur sechsten Staffel) als modernes Paradebeispiel für westliche Fantasy.

Grund genug für uns mal abzuklopfen, wie viele GoT-Parallelen sich denn nun wirklich in Final Fantasy 16 (jetzt kaufen 90,23 € ) verstecken. Wir haben uns die Westeros-Brillen aufgesetzt und notieren in diesem Artikel alles, was uns aufgefallen ist! Das bedeutet natürlich auch, dass ab hier Spoiler-Zone ist. Wenn euch Spoiler stören und ihr Final Fantasy 16 erst noch spielen oder Game of Thrones noch schauen wollt, dann tut das, bevor ihr weiterlest.

Das Setting: Eine kriegsgebeutelte Welt und das Unheil im Hintergrund

Wie das Lied von Eis und Feuer spielt Final Fantasy 16 in einer Welt, die ans europäische Mittelalter in angelehnt ist. GoT-Autor George R.R. Martin nutzte unter anderem die sogenannten Rosenkriege zwischen den englischen Häusern York und Lancaster als Inspirationsquelle. In Final Fantasy 16 spielen Rosen ebenfalls eine Rolle: Die Heimat von Clive Rosfield, dem Protagonisten des Spiels, ist das Herzogtum Rosaria.

Der Schauplatz von FF16 ist der Kontinent Valisthea, der, ähnlich wie Westeros, ein Pulverfass aus verschieden regierten Einzelländern ist, die nicht davor zurückschrecken, gegeneinander Krieg zu führen oder sich hinterrücks die Kehlen durchzuschneiden.

Ein Kartenausschnitt der Welt von Final Fantasy 16. Quelle: Square Enix Die Konflikte bekommen wir häufig, ganz wie in der Inspirationsquelle, auf Kartentischen präsentiert, auf denen dann Spielsteine analog zu Armeen verschoben werden. Und apropos Karte: Die Weltkarte im Spiel erinnert stilistisch an die ikonische Introsequenz von Game of Thrones, denn auch bei Final Fantasy 16 ist sie eine Art Diorama mit Miniaturmodellen der wichtigen Orte.

Statt der Weißen Wanderer sind die im Hintergrund drohenden Katastrophen hier einerseits die Armee der Akasischen, also weiß-blauen Zombie-ähnlichen Kreaturen, und die Fäulnis. Letztere breitet sich wegen den Mutterkristallen aus, deren Magie von den Ländern angezapft wird. Dass die Kristalle der Grund für den anstehenden Untergang sind, wissen aber nur wenige. Während sich die Machthaber also weiterhin in letztlich bedeutungslose Kriege stürzen, ist eine Gruppe von Außenseitern und Totgeglaubten unterwegs, um das noch viel größere Unheil abzuwenden. Kommt uns bekannt vor!

Final Fantasy 16: So viel Game of Thrones steckt wirklich drin! Quelle: Square Enix Die größte Bedrohung verbirgt sich bei Final Fantasy 16 also nicht hinter einer Mauer wie die Weißen Wanderer bei GoT, in der Mitte des Kontinents Ashra gibt es jedoch einen ähnlichen Wall, der die wilden "Bestienmenschen" im Süden in Zaum hält. Im Norden von Styrm steht zwar keine solche Mauer, aber dort hat sich bereits die Fäulnis ausgebreitet, die die meisten Menschen vertrieben und das Land dem Bösen überlassen hat. Menschen aus dieser Region werden abfällig als "Wildlinge" bezeichnet.

Atmosphäre und Inszenierung: Rauer und ruppiger, aber immer noch Final Fantasy

Die Architektur sowie die Kleidung und Sprache der Figuren sind im neuen Teil ein gutes Stück geerdeter, als von der Reihe gewohnt. Wie bei Game of Thrones nehmen die Figuren kein Blatt vor den Mund und bezeichnen sich auch mal gegenseitig als Hurensöhne - den Begriff hat man bei Final Fantasy definitiv noch nicht gehört. Sexszenen gibt's auch hin und wieder mal zu sehen, ebenfalls ein Novum für die Reihe.

So explizit und vor allem so häufig wie bei GoT geht's zwar nicht zur Sache, es ist aber anzunehmen, dass die Serie einen großen Einfluss darauf hatte, dass solche Szenen überhaupt in einem Final Fantasy gelandet sind. Auf die Darstellung von sexueller Gewalt haben die Entwickler von FF16 im Gegensatz zu GoT aber verzichtet.

Benedikta blickt zur Seite. Quelle: Square Enix Weil das Spiel insgesamt deutlich brutaler daherkommt, als seine Vorgänger, und wir direkt im Prolog Zeuge des Massakers an unserer Familie werden, vermittelt uns Final Fantasy 16 ein Gefühl für die Sterblichkeit seiner Figuren. Wie bei GoT entsteht zunächst ein Großteil der Spannung durch die Annahme, dass gefährliche Situationen für die Helden auch tatsächlich gefährlich sind.

Bei den Parallelen wollen wir aber auch erwähnen, dass FF16 immer noch um Welten tiefer in der Fantasy und teils auch in Anime-Tropes verankert ist, als Game of Thrones. Die Hauptfiguren sehen alle aus wie Topmodels mit perfekt frisierten Haaren, wenn auch diesmal ohne tubenweise Gel in den Stacheln. Charaktere können meterweit durch die Luft springen und statt realistisch anmutender Schwertkämpfe gibt's Magieeffekte und Devil-May-Cry-Combos.

Wenn sich zwei Domini, also Menschen, die die Kräfte der gottgleichen Esper besitzen, gegenüberstehen, wird auch mal Dragonball-Z-mäßig um die Wette gebrüllt und die Aura aufgeladen, bevor man sich aufeinander stürzt. Monster, Magie und andere fantastische Elemente werden im Gegensatz zu GoT außerdem nicht dezent eingesetzt, sondern sind allgegenwärtig. Von den grandios-übertriebenen Esper-Schlachten ganz zu schweigen, denn die erinnern eher an Godzilla-Filme als an bodenständige Fantasy.

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