Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Kämpfe, Gambits und Klassen, Wertung und Fazit
Test
Schönere Grafik, besseres Gameplay: Nach elf Jahren präsentiert Square Enix eine aufpolierte Version seines PS2-Klassikers. Was sich hinter "The Zodiac Age" verbirgt und warum der Remaster ein echter Tipp ist, klärt unser Test plus Video-Grafikvergleich.
Der Turbomodus ist übrigens nur eines von mehreren Features, die bereits in einer früheren Neuauflage zum Einsatz kamen: 2007, also ein Jahr nach dem Original, veröffentlichte Square Enix nämlich schon eine zweite Fassung namens "Final Fantasy 12 International Zodiac Job System" - allerdings nur in Japan. Da der Remaster auf dieser Version basiert, kommen wir erstmals auch hierzulande in den Genuss der vielen Neuerungen.
Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Kämpfe in Halbautomatik
In diesem Artikel
- Seite 1 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Grafik, Story, Levels und Turbomodus
-
Seite 2
Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Kämpfe, Gambits und Klassen, Wertung und Fazit
- 2.1 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Kämpfe in Halbautomatik
- 2.2 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Gambit-System sorgt für Komfort
- 2.3 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Jobsystem bringt Klassen zurück
- 2.4 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Balancing und Prüfungen
- 2.5 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Orchester-Sound sorgt für Stimmung
- 2.6 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Nachbetrachtung der PC-Version
- 2.7 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Tolle Switch-Umsetzung! (NEU!)
- 2.8 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Preis, Fazit und Wertung
- Seite 3 Bildergalerie
Quelle: PC Games
Blaue Linien zeigen, welchen Gegner unsere Helden anvisiert haben.
Anders als alle früheren Final Fantasy-Teilen, die nur rundenbasierte Gefechte boten, setzt der zwölfte Teil auf ein Echtzeit-Kampfsystem. Das stieß bei einigen Fans auf Kritik und brachte ihm oft den Ruf eines "Offline-MMOs" ein, spielt sich aber auch heute noch angenehm flüssig und durchdacht. Gefechte finden direkt in der Spielumgebung statt, es gibt also keinen gesonderten Kampfbildschirm wie im direkten Vorgänger Final Fantasy X. Auch sind die Monster jederzeit sichtbar. Von eurer sechsköpfigen Party dürfen stets drei Stück aktiv mitkämpfen, das geschieht automatisch, sobald sich die Gegner in Reichweite befinden. Rote und blaue Linien zeigen außerdem an, welche Helden und Monster aufeinander losgehen.
Wie in den rundenbasierten Final Fantasy-Teilen besitzt jeder Held einen Aktionsbalken, der sich erst füllen muss, bevor ein Handlung durchgeführt werden kann. Per Tastendruck öffnen wir außerdem ein Menü, in dem wir Spezialattacken, Zauber, Heiltränke, Bestia beschwören und anderes serientypisches Zeug auswählen, während der Kampf in Echtzeit weiterläuft. Auf Wunsch wird die Action pausiert, sobald wir das Menü öffnen - allzu stressig werden die Gefechte also nie.
Quelle: PC Games
Optional: Wenn wir das Aktionsmenü öffnen, pausieren die Echtzeitkämpfe - sofern wir das wollen.
Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Gambit-System sorgt für Komfort
Quelle: PC Games
Im Gambit-Menü legen wir die Verhaltensmuster unserer Partymitglieder fest.
So richtig komfortabel werden die Kämpfe allerdings erst durch das sogenannte Gambit-System. Gambits sind Verhaltensanweisungen für unsere Charaktere, die wir in einem eigenen Menü festlegen. So bestimmen wir beispielsweise, dass Partymitglieder unter 30 Prozent Lebenspunkten einen Heiltrank einwerfen müssen, während sie bei 70 Prozent Lebenspunkten lieber einen Vita-Heilzauber anwenden. Gefallene Kumpels werden auf Wunsch automatisch per Phönixfeder wiederbelebt und Gegnern, die gegen Feuereffekte anfällig sind, schleudern unsere magiekundigen Helden direkt ein paar Feuerbälle entgegen. Die Möglichkeiten sind vielfältig! Neue Bausteine für unser Gambit-System kaufen wir bei Händlern ein, bis wir genügend zusammen haben, um einen Großteil der Standardkämpfe nahezu automatisch zu bestreiten.
Da genügt es dann, einfach nur in eine Gegnergruppe zu laufen und zuzuschauen, wie unsere Party ihre KI-Befehlsketten abspulen, während sie die Feinde nach Strich und Faden auseinander nehmen.Das erleichtert das häufige Grinden enorm. Für Bosskämpfe ist es allerdings oft nötig, seine Gambits gezielt an den Gegner anzupassen. Das gerät bei sechs Charakteren unnötig zeitaufwändig - schade, dass man ein Set von Gambits nicht einfach abspeichern kann! UPDATE: Genau dieses Feature wurde für in den Fassungen für Xbox One und Switch eingebaut! Ob auch die PC- und PS4-Fassungen einen entsprechenden Patch erhalten, steht noch nicht fest.
Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Jobsystem bringt Klassen zurück
Quelle: PC Games
Anders als im Original muss man für jeden Helden zwei von zwölf Klassen festlegen.
Eine gravierende Änderungen in The Zodiac Age betrifft das Klassensystem. Im Originalspiel von 2006 entwickelten wir unsere sechs Helden noch über ein großes "Lizenzbrett", auf dem sich verschiedenste Boni, Fähigkeiten und Upgrades freischalten ließen. Alle Helden nutzten das gleiche Brett und legten ihre Schwerpunkte wie Magie, Nah- oder Fernkampf ganz einfach, indem sie sich auf bestimmte Bereiche des Lizenzbretts konzentrierten. Das war flexibel, aber auch problematisch: Wer fleißig Lernpunkte farmte, konnte jedem Helden buchstäblich alles beibringen - Bogenschießen, Zeitmagie, Heilzauber, sämtliche Waffen, alle Rüstungsarten.
Quelle: PC Games
Mit verdienten Upgrade-Punkten schalten wir neue Boni und Fähigkeiten auf dem Lizenzbrett frei.
Genau das geht in The Zodiac Age nicht mehr: Diesmal müssen wir uns für jeden Helden zwischen einer von zwölf Klassen entscheiden, darunter Jäger, Waldläufer, Rotmagier oder Maschinist. Später dürfen wir außerdem für jeden Helden noch eine Zweitklasse auswählen. Der Clou daran: Jeder Job bietet ein gänzlich eigenes Lizenzbrett mit individuellen Schwerpunkten. Ein reiner Rotmagier kann beispielsweise nur lernen, leichte Rüstungen zu tragen und Stabwaffen zu verwenden. Ein Samurai dagegen muss gänzlich ohne Fernkampfwaffen auskommen. Erst mit der Zweitklasse lassen sich Defizite in einem Build ausgleichen. Wer das Original von 2006 gespielt hat, wird dieses Jobsystem daher vielleicht als Einschränkung empfinden und nicht als Vorteil. Allerdings sorgt es dafür, dass sich die Helden wesentlich unterschiedlicher anfühlen, denn übermächtige Alleskönner sind damit schlichtweg nicht mehr möglich.
Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Balancing und Prüfungen
Quelle: PC Games
An Speicherkristallen wird der Spielfortschritt gespeichert. Neu ist ein Autosave beim Gebietswechsel.
Auch am Balancing haben die Entwickler ein wenig geschraubt, besonders in den ersten Stunden ist das Spiel verzeihender geworden - das senkt die Einstiegshürde deutlich. Prima: Dank Autosave-Funktion legt das Spiel nun automatisch bei jedem Gebietswechsel einen Spielstand an. Das mindert den Frust enorm, wenn man mal wieder an einem Bossgegner scheitert oder zufällig in der Wildnis in einen zu harten Kampf gerät. Auch manuelles Speichern ist wie gewohnt an Kristallen möglich, die spärlich in der Spielwelt verteilt sind, doch die Autosave-Funktion nimmt einem die langen Laufwege bis zur nächsten Speicherstation in vielen Fällen ab.
Profis, die sich über den abgeschwächten Schwierigkeitsgrad ärgern, können sich dafür im neuen Prüfungsmodus austoben, den man über das Hauptmenü startet. Hier muss die Heldentruppe Runde für Runde immer kniffligere Kämpfe überstehen, um Belohnungen zu verdienen. Der Clou: Für die Prüfungen dürfen wir unsere selbst hochgelevelte Party aus dem Story-Modus verwenden, die verdienten Items und Erfahrungspunkte können wir dann zurück ins Hauptspiel mitnehmen. Außerdem wurde ein Trophäensystem integriert.
Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Orchester-Sound sorgt für Stimmung
Quelle: PC Games
Die Zwischensequenzen wurden hochskaliert und sind immer noch sehenswert.
Auch wenn die aufgehübschte Grafik längst nicht mehr mit modernen Rollenspielen wie Final Fantasy 15 mithalten kann, bleibt die Musikuntermalung so hochwertig wie am ersten Tag. Mehr noch: Der starke Soundtrack aus der Feder von Hitoshi Sakimoto wurde für Final Fantasy 12: The Zodiac Age komplett neu von einem Orchester eingespielt. Das Ergebnis ist eine enorme Verbesserung gegenüber dem Original und sorgt für noch mehr Atmosphäre. Wer mag, kann im Optionsmenü sogar jederzeit zwischen originaler und neuer Musikuntermalung umschalten!
Das Gleiche gilt für die Sprachausgabe, auch hier hat man jederzeit die Wahl zwischen englischen und japanischen Stimmen. Zwar ist die englische Sprachausgabe qualitativ nicht mehr ganz auf dem Niveau, das man heute von Rollenspielen gewohnt ist, doch dafür wurde der komplette Sound neu in 7.1 Surround abgemischt. Die Bildschirmtexte und Untertitel sind natürlich auf Deutsch.
Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Nachbetrachtung der PC-Version
Die PC-Umsetzung entspricht grafisch der PS4-Version, unterstützt nun aber auch 60 Bilder pro Sekunde sowie 21:9-Bildschirme. Manche Spieler klagen über einen Bug, der die Zwischensequenzen in doppelter Geschwindigkeit ablaufen lässt, allerdings kann man diesen Fehler mithilfe der Framerate-Einstellung im Konfigurationsmenü leicht beheben. Inhaltlich ändert sich nix, lediglich die Spielmodi New Game+ und New Game- sind nun von Anfang an freigeschaltet, außerdem kann man sich per eingebauten Cheats unbegrenzt Gil und Lizenzpunkte verschaffen.
Grundsätzlich ist Final Fantasy 12 am PC auch per Maus und Tastatur spielbar, allerdings belegt es sehr viele Tasten und spielt sich dadurch wenig komfortabel. Immerhin: Die meisten Tasten sind frei belegbar. Wir empfehlen trotzdem ein Gamepad, damit spielt es sich so angenehm wie auf der PS4.
Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Tolle Switch-Umsetzung! (NEU!)
Quelle: PC Games
Die neue Respec-Funktion findet ihr bei Montblanc. (Switch)
Mit über einem Jahr Verspätung werden endlich auch Switch- und Xbox-One-Käufer bedient. Beide Fassungen wurden gegenüber der PC- und PS4-Umsetzungen nochmals verbessert. Besonders hervorzuheben ist die neue Respec-Funktion: Beim Clan-Meister Montblanc könnt ihr eure Klassenwahl nun rückgängig machen, falls ihr mit einem eurer Jobs unzufrieden seid. Ähnlich praktisch: Im Gambit-Menü könnt ihr nun drei Sets mit Verhaltensweisen festlegen. So könnt ihr beispielsweise ein Allrounder-Gambit-Set zum Aufleveln, ein defensives Set für Bosskämpfe und ein drittes Regelpaket für bestimmte Gefechte bestimmen und schnell durchwechseln - das macht gerade die Jagd auf Kopfgeld-Monster spürbar angenehmer, weil ihr nicht mehr so oft an euren Gambits herumbasteln müsst. Als netten Bonus gibt's den tollen Soundtrack nun noch in einer dritten orchestralen Version - welche Fassung man wählt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, toll klingen sie alle. Käufer der PC- und PS4-Fassungen gucken derzeit aber noch in die Röhre: Ob sie ein kostenloses Update erhalten, das die fehlende Respec-Funktion und Gambit-Sets hinzufügt, ist derzeit noch unklar.
Quelle: PC Games
Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test (Switch)
Die technische Umsetzung der Switch-Version verdient besonderes Lob: Im Test erlebten wir eine durchgängig flüssige Framerate sowohl im Handheld-Modus als auch in der TV-Variante. Auch die Ladezeiten fallen mit wenigen Sekunden extrem kurz aus. Grafisch wirkt das Bild ein bisschen weniger scharf als in den anderen Fassungen, was aber angesichts der ohnehin detailarmen Texturen kein großer Verlust ist, zumal die Grafik nie störend aufpixelt. Auch im Handheld-Modus bleiben alle Menüs und Texte scharf und gut lesbar, Final Fantasy 12 eignet sich also prima für eine Zugfahrt, sofern ihr ein Ladegerät im Gepäck habt - das Spiel saugt den Akku nämlich sehr schnell leer.
Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Preis, Fazit und Wertung
Final Fantasy 12: The Zodiac Age ist seit dem 11. Juli 2017 für Playstation 4 erhältlich. Die PC-Umsetzung folgte am 1. Februar 2018, für sie werden stolze 50 Euro fällig.! Zum Vergleich: Die PS4-Version gibt's schon für 30 Euro. Die Umsetzungen für Switch und Xbox One sind am 30. April 2019 erschienen, sie schlagen ebenfalls mit 50 Euro zu Buche.
Auf Metacritic hat die PS4-Fassung einen Wertungsschnitt von 86 Punkten erreicht.
Meinung
Bildergalerie
In diesem Artikel
- Seite 1 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Grafik, Story, Levels und Turbomodus
-
Seite 2
Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Kämpfe, Gambits und Klassen, Wertung und Fazit
- 2.1 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Kämpfe in Halbautomatik
- 2.2 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Gambit-System sorgt für Komfort
- 2.3 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Jobsystem bringt Klassen zurück
- 2.4 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Balancing und Prüfungen
- 2.5 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Orchester-Sound sorgt für Stimmung
- 2.6 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Nachbetrachtung der PC-Version
- 2.7 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Tolle Switch-Umsetzung! (NEU!)
- 2.8 Final Fantasy 12: The Zodiac Age im Test: Preis, Fazit und Wertung
- Seite 3 Bildergalerie
