Final Fantasy 10/10-2 HD im Test: Gute Umsetzung für Switch
Test
Nach PS3, PS4 und PC stoßen nun auch die Nintendo Switch und Xbox One als weitere Plattformen dazu, auf denen Rollenspieler in die HD-Varianten von Final Fantasy 10 und 10-2 eintauchen können. In unserem Test durchleuchten wir die Switch-Fassung von Final Fantasy 10/10-2 HD Remaster und verraten euch, warum es zwar eine gute aber keine ideale Umsetzung ist.
Während Final Fantasy 7 Squares berühmte Rollenspielreihe ins 3D-Zeitalter hob und inzwischen sogar nach über 22 Jahren erstmals auf einer Nintendo-Konsole spielbar ist, stellte auch Final Fantasy 10 einen wichtigen Meilenstein in der Historie von Final Fantasy dar. Denn im zehnten Teil waren die Charaktere erstmals vertont und verfügten über - zugegebenermaßen sehr rudimentäre - Gesichtsanimationen. Was inzwischen eine absolute Selbstverständlichkeit bei hochwertig produzierten Spielen ist, war anno 2002 noch eine große Sache für Fans der Rollenspielserie. Entsprechend legten die Entwickler zwei Jahre später im direkten Nachfolger Final Fantasy 10-2 in Sachen Animationen noch eine Schippe drauf, was man auch noch heute bei den beiden HD-Remaster-Fassungen der Spiele im Vergleich merkt.
Quelle: PC Games
Die Kämpfe laufen in Final Fantasy 10 HD strikt rundenbasiert ab. Leider fehlt im Switch-Remaster eine Beschleunigungsfunktion, anders als am PC.
Eine gute, aber keine ideale Umsetzung für die Switch
Die Neuauflagen warten wie schon auf PS3, PS4 und PC neben einer durchaus ansehnlichen Grafik unter anderem mit zusätzlichen Spielinhalten (wie einer Pokémon-ähnlichen Monstersammelfunktion in FF 10-2 HD) auf, die ursprünglich nur Teil der japanexklusiven International-Fassungen der RPGs waren.
Quelle: PC Games
Alle Gruppenmitglieder in Final Fantasy 10 HD sind einzigartig und tragen sowohl im Kampf als auch in den Dialogen relevante Facetten bei.
Außerdem könnt ihr jederzeit zwischen dem Original-Soundtrack und einer neu orchestrierten Fassung umherschalten und habt im Handheldbetrieb der Switch per Touchscreen Zugriff auf kleinere Komfortfunktionen. Aus irgendwelchen Gründen haben die Entwickler jedoch auf einige sehr praktische Features bei der Switch-Umsetzung verzichtet, die in der PC-Fassung des HD-Pakets enthalten sind. Da wäre zum einen die fehlende Auto-Speicherfunktion, wodurch ihr wie im Original an die mitunter recht seltenen Speicherpunkte angewiesen seid. Noch nerviger ist der Verzicht auf die Beschleunigungsfunktion, die vor allem in den langatmigen Rundenkämpfen dem Spielfluss gutgetan hätte. Von diesen seltsamen Versäumnissen abgesehen macht die Umsetzung der beiden Fantasy-Abenteuer auf der Switch eine gute Figur und bewegt sich grafisch zwischen den Versionen auf PS3 und PS4.
Großes Paket
Liebhaber der Originale, die bisher keine der anderen Remaster-Umsetzungen haben oder einfach nur auf der Switch noch mal ranmöchten, können also bedenkenlos zugreifen - sofern sie sich mit dem saftigen Preis anfreunden können. Aber auch alljene, die Final Fantasy 10 und 10-2 noch nie gespielt haben, sollten dieses umfangreiche Rollenspiel-Paket nicht links liegen lassen. Auch wenn manche Aspekte von Final Fantasy 10 wie die von Trial and Error durchzogenen Schreinrätsel nicht so gut gealtert sind, zählt der zehnte Teil auch heute noch zu den Highlights der Reihe.
Quelle: PC Games
Als Medium ist die fromme Yuna die Einzige in der Heldengruppe, die die mächtigen Bestia wie Ifrit hier beschwören kann.
Die emotionale, melancholische Geschichte über Leid, Selbstaufopferung und Hoffnung hat nach wie vor Bestand und die Charaktere rund um den unfreiwilligen Zeitreisenden Tidus und die herzensgute Beschwörerin Yuna sind einprägsam und sympathisch. Außerdem bietet das Spährobrett eine interessante und ungewöhnliche Art der Charakterentwicklung mit viel Spieltiefe, und wer will, kann sich abseits der Haupthandlung Dutzende von Stunden mit fesselnden Nebenaufgaben wie dem Blitzball-Minispiel, der Monsterfarm oder der Herstellung der mächtigen Ultima-Waffen befassen. Davon abgesehen erwarten euch klassische rundenbasierte Kämpfe, die auf ein Stein-Schere-Papier-Prinzip bei Stärken und Schwächen der Partymitglieder gegen die Monster setzen, während ihr die recht linear aufgebaute Spielwelt erkundet.
Kleider machen Leute
Quelle: PC Games
In Final Fantasy 10-2 HD lenkt ihr die Geschicke des kessen Frauentrios Rikku, Yuna und Paine (von links). Zudem könnt ihr auch gefangene Monster im Kampf nutzen.
Final Fantasy 10-2 baut seine Handlung zwar direkt auf den Ereignissen des zehnten Teils auf, schlägt aber ansonsten in beinahe jeder Hinsicht neue Wege ein. Die lineare Handlungsstruktur weicht einem missionsbasierten Spielablauf, bei dem die drei Protagonistinnen Yuna, Rikku und Paine die bekannte Welt Spira mit ihrem Luftschiff bereisen und sich als Schatzjägerinnen verdingen. Die Handlung ist heiterer, unbeschwerter aber auch insgesamt seichter als im direkten Vorgänger. Gekämpft wird wie in früheren Final-Fantasy-Spielen vor FF 10 wieder mit einem ATB-System, wobei die Fähigkeiten eurer drei Heldinnen von ihren Outfits abhängen. Denn abhängig davon, welchen sogenannten Kostümsphäroiden Yuna und Co. gerade ausrüsten, ergeben sich ihre Charakterklasse und die dazugehörigen Aktionsmöglichkeiten. Diese Kostüme wechseln die Damen auf Befehl mitten im Kampf, wodurch die Auseinandersetzungen viel Dynamik bieten. Auch wenn Final Fantasy 10-2 den schwächeren Part des Remaster-Pakets darstellt, überzeugt es immer noch mit frischen Ideen, die einigen klassischen FinalFantasy-Konzepten Esprit verschaffen.
