Final Fantasy 7: Warum Nintendo und Square einst getrennte Wege gingen

Special Benjamin Kegel
Final Fantasy 7: Warum Nintendo und Square einst getrennte Wege gingen
Quelle: Square Enix

Jahrelang gestalteten zwei Softwaregiganten gemeinsam das goldene Rollenspiel-Zeitalter der 8- und 16-Bit-Ära. Bis die ruhmreiche Partnerschaft an der Technik zerbrach ...

Einer der faszinierendsten Aspekte des Hobbys Videospiele war für uns schon immer die reiche Geschichte rund um unsere Games. In den mittlerweile 41 Jahren, seit mit Pong der Urvater der Videospiele das Licht der Arcade-­Hallen erblickt hat, konnten leidenschaftliche Autoren ganze Bücher mit faszinierenden ­Storys aus der Gaming-Kultur füllen. Interessante Momente gab es dabei reichlich - aber nur ganz wenige davon waren so entscheidend, dass sie über Jahrzehnte die Videospiellandschaft geprägt haben. Einen dieser Momente und das legendäre Spiel, das ihn ausgelöst hat, möchten wir euch heute vorstellen.

Eine Erfolgsgeschichte

Wir schreiben das Jahr 1995 - und leben gerade in der goldenen Ära der Rollenspiele. Verantwortlich für diese glorreichen Zeiten für leidenschaftliche Konsolen-Abenteurer sind vor allem zwei Giganten aus Japan: Nintendo und Squaresoft (damals noch solo ohne die Fusion mit Die Musik in FF VII ist ein Werk der Komponisten-Legende Nobuo Uematsu. Bereits zum ersten Final Fantasy lieferte der Altmeister einen starken Soundtrack ab. Quelle: PC Games  Die Musik in FF VII ist ein Werk der Komponisten-Legende Nobuo Uematsu. Bereits zum ersten Final Fantasy lieferte der Altmeister einen starken Soundtrack ab. Enix unterwegs). Die enge Kooperation der beiden Software-Riesen hat zu diesem Zeitpunkt bereits Japan und die USA in ein Paradies aus Level-ups, Waffenkäufen in kleinen virtuellen Städten und jeder Menge rundenbasierten Gefechten mit garstigen Monstern geführt. Bei uns in Deutschland schwappte die Welle erst zum Jahreswechsel 1991/1992 so richtig über. Angeführt von Mystic Quest auf dem Game Boy und Mystic Quest Legend auf dem SNES, begann auch auf den Schulhöfen hierzulande der Name "Square" die Runde zu machen. Nintendo war damals sowieso schon ein gern gesehener Gast in den Kinderzimmern - und einer, der uns regelmäßig besucht hat.

Zwischen 1992 und 1995 kam man als Rollenspieler kaum dazu, den SNES-Controller aus der Hand zu legen: Kaum hatten wir unsere ersten Schritte in Mystic Quest (Gott, die Intro-Melodie können wir heute noch pfeifen) und dem zugegebenermaßen etwas klobigen Mystic Quest Legend bewältigt, stürzten wir uns mit Final Fantasy V in die ersten sanften Züge dessen, was später ein genredefinierendes Klassensystem werden sollte. Wer das bezweifelt, sollte allein aus spielhistorischer Sicht unbedingt einmal Final Fantasy V und danach das ein itte der 90er-Jahre waren die Nintendo-Konsolen die unangefochtenen Champions im Kinderzimmer. Es brauchte viel Mut, um auf eine neue Hardware zu setzen. Quelle: PC Games  itte der 90er-Jahre waren die Nintendo-Konsolen die unangefochtenen Champions im Kinderzimmer. Es brauchte viel Mut, um auf eine neue Hardware zu setzen. Vierteljahrhundert später erschienene Octopath Traveler hintereinander bestreiten - die Ähnlichkeiten sind faszinierend. 1993 folgte der Titel, mit dem sich Square auch in Deutschland endgültig im Mainstream etablierte: Secret of Mana gilt bis heute als "das" Rollenspiel auf dem Super Nintendo, was sicher auch an der einzigartigen deutschen Lokalisierung liegt. Ob man nun Lindenstraße-Witze in seinen Fernost-RPGs mag oder nicht, Secret of Mana kennt heute jede Gamer-Generation. Und die Glücklichsten unter uns haben noch selbst Erinnerungen an das Original, damals, zusammen mit zwei Freunden in dem unerreicht großartigen Drei-Spieler-Koop-Modus.

1994 schließlich feuerte Square sein wohl bestes SNES-Rollenspiel überhaupt ab: Final Fantasy VI, aufgrund verschiedener Namensregulierungen in den USA und Japan in der westlichen Hemisphäre auch als Final Fantasy III bekannt. Der gigantische Feldzug von Terras Rebellen-Riege gegen Kefka (Gott, seine Lache haben wir heute noch im Ohr) und das Imperium sprengten in allen Aspekten die Grenzen dessen, worüber Genre­kenner zu diesem Zeitpunkt großartige Rollenspiele definierten. Storyline, Emotionen, Charakterentwicklung, Plot-Twists, Sidequestqualität, Magie- und Kampfsysteme, Equipment-­Fokus, Grafik und Musik - egal nach welchen Maßstäben man Final Fantasy VI auch betrachtet hat, Squares 16-Bit-Meisterwerk konnte sie alle überwinden. Das sollte später noch dramatische Konsequenzen haben - denn ein Final Fantasy musste nun stets das Beste vom Besten bieten.

Im Zeichen der Drei

Bis diese Konsequenzen aber eintreten konnten, sollten die Kollegen von Square noch zwei weitere Male die Freizeit der Teenager weltweit annektieren: Einmal (dank Squares US-Team) mit dem einzigartigen Secret of Evermore, wo gerüchteweise heute noch Spieler unterwegs sein Zu guter Letzt machte Sony Square auch noch einen guten Deal bei den Play­station-Lizenzgebühren. Und damit war das Thema durch: FF VII erschien auf der PS1! (1) Quelle: PC Games  Zu guter Letzt machte Sony Square auch noch einen guten Deal bei den Play­station-Lizenzgebühren. Und damit war das Thema durch: FF VII erschien auf der PS1! (1) sollen, um auf dem größten virtuellen Marktplatz der 16-Bit-Ära die lukrativsten Gegenstände einzukaufen. Und natürlich ein weiteres Mal mit dem großartigen Chrono Trigger! Dessen Kombination aus Zeitreise-Abenteuer, der markanten Spielgrafik aus der Feder des Dragon-Ball-Schöpfers Akira Toriyama und dem ikonischen Soundtrack von Squares Haus- und Hofkomponisten ­Nobuo Uematsu brach noch einmal alle Rekorde (Gott, das Leitthema von Frog können wir heute noch pfeifen). Viele dieser Spiele erschienen zu ihrem Original­release gar nicht in Deutschland. Uns war das damals ebenso egal wie der Zustand unseres Taschengeld-Sparkontos: Kaum irgendetwas hat in der Mitte der 90er-Jahre den schweineteuren Import-Spieleregalen unserer geliebten Fachgeschäften mehr Umsatz beschert als die Kreationen der japanischen RPG-Giganten. In diesem heiß umkämpften Genre war Square der König seines kleinen Rollenspiel-Reichs. Doch genau zu diesem Zeitpunkt sollte sich grundlegend die Welt ändern, zu der eben auch dieses kleine Reich gehörte.

Das 3D-Zeitalter war angebrochen! Am 29. September 1995 erschien in Europa die Playstation 1, am 1. März 1997 sollte das N64 folgen. Beide Systeme standen für den entscheidenden Schritt in eine neue Grafik-Ära. Und Square sah sich, wie so viele andere Spieleentwickler auch, mit nicht weniger als der Entscheidung über die Zukunft ihres gesamten Unternehmens konfrontiert. Die Zeichen in der Industrie standen ganz klar auf einen Wechsel hin zu Polygongrafik. Square experimentierte mit komplett neuen Technologien, erstellte umfangreiche Tech-­Demos zu ihren 3D- Eine der wichtigsten Motivationsgründe für den Wechsel zur CD war … das Geld! CDs waren 1995 wesentlich günstiger zu produzieren als Cartridges. Quelle: PC Games  Eine der wichtigsten Motivationsgründe für den Wechsel zur CD war … das Geld! CDs waren 1995 wesentlich günstiger zu produzieren als Cartridges. Konzepten und erkannte bald, dass die neuen Möglichkeiten hervorragend mit den eigenen Rollenspielambitionen zusammenpassten. Man muss den Hut vor Square ziehen - viele andere Spiele, die in der 2D-Ära noch zu den absoluten Spitzentiteln gehörten, fielen bei ihren ersten Gehversuchen hin in Richtung dritte Dimension ganz furchtbar auf die Schnauze: Street Fighter, Castlevania, so ziemlich jedes einzelne Sonic ... all diese Spiele hoben sich beim Versuch, sich in der Konsolengeneration nach den Sprites zu etablieren, erst mal einen Bruch. Square hat den Absprung nicht nur prima erwischt, sondern sah auch die neuen Möglichkeiten der 3D-Technik für Gamedesigner. Die Frage, die sich die Entwickler 1995 stellten, lautete nun also: Setzen wir auf die Playstation, mit der Sony gerade den Markt neu aufrollen will? Oder halten wir Nintendo die Treue und versuchen, die gemeinsame Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben? Das Schicksal Squares hing an Final Fantasy VII (jetzt kaufen 57,88 € )- und die Entscheidung letztendlich an der Frage des Speichermediums.

Was soll dieser Roadster?!

Man soll es kaum glauben, aber die Geschichte von Nintendo, Sony, Final Fantasy und Square ließ sich 1995 auf eine Frage mit drei Worten reduzieren: CD oder Cartridge? Denn während Sonys Playstation auf die CD als Speichermedium setzen wollte, entschloss sich Nintendo für sein N64 ein vorerst letztes Mal für ein Cartridge-System. Der Unterschied ist ungefähr der zwischen einem Diesel-LKW und einem Roadster-Sportwagen. Der LKW kann jede Menge Material mitnehmen, muss das aber bei Bedarf erst aufwendig rangieren. Er kommt eher langsam zum Ziel und kostet nicht die Welt. Der Sportwagen hat nur zwei Sitzplätze und einen Kofferraum, in den vielleicht noch ein Kulturbeutelchen reinpasst. Er ist schweineteuer, kompatibel mit vielen Tuning-Extras und vor allen Dingen blitzschnell von 0 auf 100. Beides hat also seine Vor- und Nachteile. Die CD ist ein langsamer, gigantischer sowie einfach, günstig und schnell zu produzierender Datenspeicher. Die Cartridge ist ein kompliziertes und teures, aber auch ladezeitfreies, blitzschnelles Medium - gemacht für agile Spielsoftware. Nintendo hatte durchaus gute Argumente für seine Den Konsolenwechsel verkündete Square mit einer Anzeige in dem japanischen Manga-Magazin Shōnen Jump und im TV. Damals erreichte man so Millionen Kunden. Quelle: PC Games  Den Konsolenwechsel verkündete Square mit einer Anzeige in dem japanischen Manga-Magazin Shōnen Jump und im TV. Damals erreichte man so Millionen Kunden. Entscheidung. Das Problem war nur eben, dass Square kurz vor dem Jahrtausendwechsel nicht mit einem Kulturbeutelchen am Straßenrand stand, sondern mit 40 Tonnen Fracht, vier Gabelstaplern und einem WTF-Ausdruck auf dem Gesicht, als Nintendo mit seinem Roadster vorfuhr.

Man muss dabei fair bleiben: Square hat sich wirklich bemüht, eine Lösung auch auf Nintendo-­Plattformen zu suchen. Tatsächlich war der Prototyp von Final Fantasy VII zu Beginn seiner Konzipierung noch als klassisches 2D-RPG geplant und wäre vielleicht als solches sogar noch auf dem SNES erschienen, wenn nicht Chrono Trigger dazwischengegrätscht wäre. Das famose Zeitreiseabenteuer-Meisterwerk kam auf der Zielgeraden seiner Programmierung nämlich ein wenig aus dem Tritt - und Square schickte das damalige Final Fantasy-Team zur Unterstützung vorbei. Der Prototyp zu Teil 7 lag damit erst mal auf Eis. Nachdem die Kollegen mit Chrono Trigger ihren letzten dicken Brocken in die Händlerregale gestellt hatten und Square damit wieder den Kopf frei hatte, kam man kollektiv zur Erkenntnis, dass der Zug für 2D-Rollenspiele abgefahren war. Würde man das nächste Final Fantasy wieder in Sprites aufbauen, wäre es bereits an seinem Erstverkaufstag veraltet. Nein, das nächste Kapitel in Squares Edel-Serie musste zusammen mit der Industrie ein neues technisches Zeitalter beschreiten.

Wonder Wand

Auch hier fiel aber noch immer nicht die Entscheidung für die Playstation - schließlich waren Square und Nintendo zu diesem Zeitpunkt seit sieben Jahren ein erfolgreiches Dream-Team und das N64 war trotz Cartridge eine vollwertige 3D-Konsole. Also schnappten sich die Entwickler rund um Regisseur Yoshinori Kitase (auch heute noch bei Square), Produzent Hironobu Sakaguchi (mittlerweile selbst Gründer und Präsident des Die Playstation ist letztendlich aus einer geplatzten Kooperation zwischen Sony und Nintendo entstanden. Das machte den Square-Wechsel umso bitterer. Quelle: PC Games  Die Playstation ist letztendlich aus einer geplatzten Kooperation zwischen Sony und Nintendo entstanden. Das machte den Square-Wechsel umso bitterer. Spielestudios Mistwalker Creations), Tetsuya Nomura (Charakter-­Designchef) und Hiroshi Kawai (Softwaredesigner und Programmierer) einige N64-Devkits. Sie machten sich ans Experimentieren mit der neuen Hardware ihres treuen Verbündeten und ... rannten in eine Wand nach der anderen. In einem sehr spannenden Interview mit den Kollegen des Gaming-Portals Polygon berichtet die Entwicklerriege, wie sie eine fette Test-Bestie mit (damals monströsen!) 2.000+ digitalen Vielecken am Computer designten und die Framerate des N64 damit erbarmungslos in unspielbare Tiefen zwangen.

Als Nächstes versuchte man, auf das (nur in Japan erschienene und hoffnungslos gefloppte) Disc-Add-on des N64, das 64DD, auszuweichen und somit deutlich mehr Speicherplatz für die eigenen Kreationen zur Verfügung zu haben. Leider hätte es zur Erfüllung von Squares Vision von FF VII einer zweistelligen Menge an 64DD-Speichermedien bedurft - schließlich konnten pro Disc nur 64 MB zur Verfügung gestellt werden.

Selbst ein einziges N64-Modul war für einen Publisher damals bereits ein teurer Spaß, die Preise für die Endkunden entsprechend hoch. Nie im Leben hätte man mit dem 64DD-Plan Final Fantasy VII wirtschaftlich sinnvoll am Markt anbieten können. Das SNES-CD-ROM-Projekt, aus dem einst die Playstation entstehen sollte, war bei Nintendo ebenfalls gescheitert. "Aber wie sonst sollen wir auf dem N64 unsere Ziele verwirklichen", stand die Frage der Square-Entwickler im Raum. Sakaguchi lieferte an einem schicksalhaften Tag in einem Stadtteil Tokyos dann die ernüchternde Antwort: "Überhaupt nicht."

Esper: Phönix

Und damit endete eine der engsten Verbindungen der Videospielgeschichte. Es sollte viele Jahre dauern, bis einer der Final Fantasy-Hauptteile wieder auf einer Nintendo-Konsole erscheinen würde - wie zum Beispiel das Nintendo-DS-Remake von Final Fantasy IV im Jahre 2008. Heute, wenn ihr diese Zeilen lest, schließt sich dieser Kreis mit Final Fantasy VII für die Switch. Hätte es Nintendo nie gegeben und hätte das seinerzeit noch junge NES dem allerersten Final Fantasy nicht einen Mega-­Erfolg beschert, wäre die damals finanziell angeschlagene Spiele­schmiede Square Ende der 80er-Jahre wohl pleitegegangen - kaum auszudenken, wie sehr sich unsere RPG-Landschaft der letzten drei Dekaden verändert hätte. Über sechs Spiele und mehrere Spin-offs hinweg waren NES und SNES ein ebenso sicherer wie erfolgreicher Heimathafen für die Final Fantasy-Reihe. Die Entscheidung gegen Nintendo muss den Entwicklern bei Square enorm schwergefallen sein. Aber es war die einzig logische Wahl.

Die Final Fantasy-Serie war und ist das Prachtprojekt des Rollenspiel-Großmeisters. Teil 7 war ein Friss-oder-Stirb-Moment in der Tatsächlich war es Sony, das den ersten Schritt auf Square zu machte und nachfragte, ob die Rollenspiel-Meister für die Playstation entwickeln wollen. Quelle: PC Games  Tatsächlich war es Sony, das den ersten Schritt auf Square zu machte und nachfragte, ob die Rollenspiel-Meister für die Playstation entwickeln wollen. Firmengeschichte Squares. Es musste bombastisch sein, episch, gigantisch. Es musste zeigen, was in 3D alles möglich ist - generell und für Square persönlich. Eine neue Generation von Spielen und Spielern stand in den Startlöchern. Da war kein Platz für Fehler. Und an dieser Stelle auf die agile, actionfokussierte, teure und speicherarme N64-Hardware zu setzen, wäre ein Fehler gewesen. Selbst ein vergleichsweise harmloses Turok ächzte damals bereits als Starttitel schon unter den Speicherplatz-Grenzen der N64-­Cartridge. Resident Evil 2 passte einige Jahre später nur deshalb auf ein N64-Modul, weil man quasi eine neue Technik erfunden hatte, um dermaßen viele Daten auf gerade mal 64 Megabyte an Speicher zu komprimieren. So bleibt uns zum Schluss unseres kleinen Ausflugs in die Geschichte rund um die Entstehung von Final Fantasy VII eine wichtige Erkenntnis: Die richtige Entscheidung ist nicht immer schön, aber sie ist immer richtig. Nintendo hat überlebt - und war selten in so einer guten Position wie jetzt. Square, mittlerweile Square-Enix, hat überlebt - und ist zu dem wohl größten RPG-Designer aller Zeiten geworden. Und das gute Verhältnis der beiden Firmen untereinander? Auch das hat überlebt - und wird in dieser Ausgabe mit unserem Test zu Final Fantasy VII gefeiert, das 22 Jahre später nun doch endlich auf einer Nintendo-Konsole erscheint.

Die Meilensteine der Final-Fantasy-Reihe

Final Fantasy<br>
Erstveröffentlichung: 18. Dezember 1987 Quelle: System: NES 
Bei seinem Release in Japan am 18. Dezember 1987 hätte Square wohl nicht gedacht, dass sie dem Titel ihres Rollenspiels jemals eine weitere Zahl hinzufügen würden. Kreiert von einem nicht einmal zehn Mann starken Dream-Team unter der Regie von Hironobu Sakaguchi (und das offenbar ziemlich holprig), hatten nur wenige der Kollegen bei Square Vertrauen in das Projekt. Rollenspiele waren nicht wirklich gefragt, AD&D-Tabletops hin oder her. Gerüchteweise soll Final Fantasy damals seinen Namen erhalten haben, weil bei einem Flop des Spiels entweder Sakaguchi seinen Hut hätte nehmen müssen oder Square direkt pleitegegangen wäre. Nun, Sakaguchi hat nicht gekündigt und Square hat auch nicht dichtgemacht: Final Fantasy war ein Hit!
Final Fantasy
Erstveröffentlichung: 18. Dezember 1987
Final Fantasy V<br>
Erstveröffentlichung: 06. Dezember 1992 Quelle: System: SNES 
Ziemlich sportlich unterwegs waren sie, die Kollegen bei Square: Fünf Final Fantasy-
Teile innerhalb von fünf Jahren brachten sie auf den Markt. Nummer 1, 2 und 3 erschienen zunächst exklusiv in Japan. Danach erreichte Final Fantasy (I) mit zweieinhalb Jahren Verspätung die USA und wurde dort auch als Final Fantasy (I) verkauft. Final Fantasy IV 
erschien als zweiter Vertreter der Reihe in den USA – und hörte dort deswegen auf den Namen Final Fantasy II. Final Fantasy V gönnte sich dann wieder ein Solo-Abenteuer allein in Japan und erschien erst deutlich später im Westen, sollte aber trotzdem von jedem kundigen Genrefan wenigstens einmal angespielt werden: Sein 22 Klassen umfassendes Job-System war derart wegweisend, dass man seine Wirkung bis heute spürt.
 
Final Fantasy V
Erstveröffentlichung: 06. Dezember 1992
Final Fantasy III/VI<br>
Erstveröffentlichung: 02. April 1994 Quelle: System: SNES 
Das nach Meinung des Autors beste Final Fantasy aller Zeiten war auch gleichzeitig das verwirrendste. Denn in den USA erschein es als dritter Teil der Reihe und in Japan als sechster Teil. Hier in Deutschland war es im Original zunächst nur als (verdammt teure) Importversion zu haben. Und da die meisten Importspieler eben aus den Vereinigten Staaten Software haben einfliegen lassen, kennt die SNES-Generation bei uns das Spiel als Final Fantasy III, Playstation- und GBA-Nutzer nennen es dagegen Final Fantasy VI. Zum ersten Mal tauchten hier die Esper als beschwörbare Monster auf. Ifrit, Shiva, Bahamut, Odin – die Namen dürften jedem Kenner der Serie etwas sagen. Ansonsten überzeugt Final Fantasy VI schlicht durch schiere Qualität in allen Bereichen. Und durch Kefka.
Final Fantasy III/VI
Erstveröffentlichung: 02. April 1994
Final Fantasy X<br>
Erstveröffentlichung: 19. Juli 2001 Quelle: System: Playstation 2 
Zehn Teile schaffen nur die wenigstens Spielserien – Final Fantasy X verabschiedete sich mit seinem runden Geburtstag von den vorgerenderten Hintergründen, sagte dafür aber Hallo zu Voice Acting. Das war nicht nur technisch ein gewaltiger Sprung, sondern auch ein mutiger. Es hat einen Grund, warum Mario, Link und Co. seit Urzeiten eher stille Prota­gonisten sind: Seine Stimme und vor allem die Art und Weise, wie ein Charakter spricht, definieren ihn. Es bleibt dann kaum noch Raum für unsere eigene Interpretation der Figur. Warum das mitunter ein Problem werden kann, könnt ihr selbst herausfinden – einfach mal „Final Fantasy X hahaha“ auf YouTube eingeben. Negativ beeinflus
Final Fantasy X
Erstveröffentlichung: 19. Juli 2001
Final Fantasy XI<br>
Erstveröffentlichung: 16. Mai 2002 Quelle: System: Playstation 2 
Nur zehn Monate lagen zwischen der Veröffentlichung von Final Fantasy X und XI – da muss etwas Besonderes passiert sein! Und tatsächlich: Der elfte Part war ein vollwertiges MMORPG im Final Fantasy-Universum. Über etliche Jahre hinweg hatten Fans der Serie von einem solchen Online-Titel geträumt und tatsächlich hat sich Final Fantasy XI gut geschlagen, obwohl man für das Spiel auf der Playstation 2 noch eine zusätzliche Festplatte kaufen und installieren musste. Mit seinem Release im April 2006 wurde Final Fantasy XI auch der erste Teil der Reihe, der für die Xbox erschien – damals noch für die 360. Diese Version konnte zwar nicht mehr an die Erfolge auf der PS2 und auf dem PC anknüpfen, trotzdem hat FF XI als Genrepionier neue Wege beschritten.
Final Fantasy XI
Erstveröffentlichung: 16. Mai 2002

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