Final Fantasy 10/10-2 HD Remaster im Test: Auch heute noch ein echtes Highlight
Test
Spira, zehn Jahre später. Final Fantasy 10/10-2 im HD Remaster im Test: Wie schlagen sich die RPG-Klassiker auf PS3 und Vita? Vor rund zehn Jahren gehörte Final Fantasy 10/10-2 immer zu den absoluten Highlights im Genre. Jetzt könnt ihr die deutlich aufgemöbelte Fantasy-Welt erneut besuchen.
Final Fantasy 10/10-2 HD Remaster im Test: Schon zehn Jahre ist es her, seitdem europäische Spieler sich mit dem flotten Trio Yuna, Rikku und Payne durch die Story von Final Fantasy 10-2 gekämpft haben; Teil zehn liegt sogar schon satte zwölf Jahre zurück. Zeit, den Spielen eine Frischzellenkur zu verpassen, dachte sich Square Enix und veröffentlicht beide Japano-RPGs im HD-Paket für PS3 und PS Vita. Neben der Grafik, die mit neu gestalteten Texturen daherkommt, sowie überarbeiteten und teilweise neu eingespielten Musikstücken sind auch neue Inhalte mit an Bord, die bisher der Nippon-exklusiven International Edition vorbehalten waren. So finden sich in den Spielen neue Kämpfe, die Möglichkeit, in FF 10-2 Monster zu fangen und zu trainieren, Minispiele und Filme, die vom Hauptmenü aus angewählt werden können, und noch einiges mehr.
Quelle: Square Enix/PC Games
Monster-Power: In den Kämpfen gegen Bosse erweisen sich Yunas beschwörbare Bestia als ungemein große Hilfe (FF X).
Story-Freuden, Brust-Parade
Diese Verbesserungen und neuen Inhalte sind für Serien-Veteranen eine feine Sache, zumal beide Titel wirklich wesentlich besser aussehen als je zuvor. Die Frage ist jedoch, ob sich die Spiele auch ansonsten gut genug gehalten haben, um auch heute noch zu begeistern. Die Antwort: Ja, haben sie. Das fängt schon bei Story und Präsentation an. Die Geschichte rund um den unfreiwilligen Zeitreisenden Tidus, das fromme Medium Yuna, den weisen Auron und die anderen Party-Mitglieder aus FF 10 trifft nach wie vor die richtigen Noten. Vorangetrieben wird die Handlung sowohl in Spielgrafik als auch in CGI-Sequenzen, die auch nach all der Zeit kaum etwas von ihrer malerischen Qualität verloren haben.
Lediglich die schwankende Qualität der Sprecher und die unfreiwillig komische Mimik der Figuren trüben die Atmosphäre ein wenig; hier muss man jedoch bedenken, dass FF 10 der erste Teil der Reihe war, der über Sprachausgabe verfügte, und die Entwickler in dieser Hinsicht entsprechend Neuland betraten. Final Fantasy 10-2 wirkt technisch noch frischer und ausgereifter als der Vorgänger. Dafür ist die recht dümmliche Story aber weit weniger tiefgründig und stellt anstelle von nachvollziehbaren Emotionen vor allem die weiblichen Reize der Protagonistinnen in den Mittelpunkt.
Ruhiger Recke, Action-Angreifer
Quelle: Square Enix/PC Games
Auf der PS Vita bekommt ihr dasselbe Paket - mit einem Unterschied, Final Fantasy 10/10-2.
Anders sieht die Sache beim Gameplay aus, denn da schenken sich beide Spiele nicht viel. Final Fantasy 10 ist das klassischere RPG des Duos: Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab und nach jedem Angriff habt ihr alle Zeit der Welt, euren nächsten Schritt zu planen. Hinzu kommen Serien-Standards wie beschwörbare Bestia, Items wie Potions und Äther sowie beeindruckende Spezial-Attacken. Abseits der Hauptstory lauft ihr durch abwechslungsreiche Landschaften, absolviert Minispiele, reitet auf Chocobos und erledigt allerlei Nebenmissionen. Das funktioniert heute so gut wir vor zwölf Jahren. Ein leider nicht ausgebesserter Design-Makel ist das nervige Speichersystem: Das Sichern des Spielstandes ist nur an fest vorgegebenen Punkten möglich, und oftmals liegt einiges an Spielzeit zwischen zwei Speicherpunkten.
Gepaart mit der Tatsache, dass sich die häufigen und teils sehr langen Zwischensequenzen auch dann nicht überspringen lassen, wenn man sie schon einmal gesehen hat, kommt nach einem Bildschirmtod öfters mal Frust auf. Hier bessert Final Fantasy 10-2 nach: Nicht nur lassen sich die meisten Filmchen überspringen, die Savepoints sind auch wesentlich intelligenter gesetzt. Beim Kampfysystem orientiert sich FF 10-2 am Active-Time-Battle-Prinzip anderer Final Fantasy-Teile. Das heißt, dass ihr nach einer Aktion warten müsst, bis sich eine Leiste geladen hat, um wieder angreifen oder euch verteidigen zu können. Feste Rundenabläufe gibt es hierbei nicht. Stattdessen kann ein Feind, dessen Leiste sich bereits wieder aufgeladen hat, euch auch während eurer Zwangspause attackieren. Hinzu kommen Kostümsets, welche die Heldinnen während der Kämpfe wechseln können und welche ihnen verschiedene Fähigkeiten verleihen – und dabei wohl nicht ganz zufällig reichlich nackte Haut offenbaren.
Ob man den ruhigen Ansatz von FF 10 oder den actionreicheren des Nachfolgers präferiert, ist Geschmackssache. Beide machen Spaß und funktionieren gut. Weniger schön, aber ein Standard vergangener Rollenspiel-Zeiten ist die Tatsache, dass in beiden Spielen Zufallskämpfe auf der Tagesordnung stehen. Zudem sorgen so manche schlauchförmige Levelabschnitte für Langeweile. Der Kritik zum Trotz haben sowohl FF X als auch FF X-2 wenig ihrer Qualitäten verloren. Berechtigterweise erhalten sie einen zweiten großen Auftritt für eine neue Spieler-Generation.
