Femme Fatale

Test Patrick Köllner

Eine Femme Fatale ist eine schöne, gerissene und gefährliche Frau, die alle gegeneinander ausspielt. Meisterregisseur Brian De Palma fand in Rebecca Romijn-Stamos ("X-Men") die Idealbesetzung für seinen neuesten Thriller

Das alte Hollywood starb in den 70ern. Gleichzeitig wurde das neue geboren. Vietnam-Krieg, Watergate und unabhängige Autorenfilmer wie Woody Allen sorgten damals für einen Stimmungswandel. Es entstand eine neue Generation visionärer Filmemacher, die unsere Sehgewohnheiten maßgeblich prägte. Die Erwähnung ihrer Namen löst heutzutage Ehrfurcht aus: Spielberg, Lucas, Coppola oder Scorsese.

Während genannte Herren zu mit Reichtum und Ruhm überhäuften Legenden wurden, erlebte ihr Weggefährte Brian De Palma eine etwas andere Karriere. Der 1940 geborene Italo-Amerikaner erregte mit seinem neuen und an Hitchcock erinnernden Stil Aufsehen.

Publikum und Kritiker waren ebenso gespalten wie die Splitscreen, die er gerne verwendet. Die einen liebten De Palmas Mischung aus Voyeurismus, Zeitlupen und sexuell angehauchten Gewalteinlagen, die anderen lehnten das strikt ab.

Filmhistorisch haben wir ihm jedenfalls viel zu verdanken. De Palma adaptierte als erster einen Stephen-King-Roman ("Carrie"), setzte einen Meilenstein des Erotikthrillers ("Dressed to Kill"), verhalf Al Pacino zu dessen bester Rolle ("Scarface"), machte Kevin Costner zum Superstar und Sean Connery zum "Oscar"-Preisträger ("The Untouchables") und schuf eine Referenz unter den TV-Serien-Adaptionen der 90er ("Mission Impossible"). Über 600 Mio. Dollar spielten seine Filme allein in den USA ein. Sein letzter Streich "Femme Fatale" brachte es allerdings nur auf enttäuschende 6,6 Mio.

Die Story beginnt mit einer Blondine (Rebecca Romijn-Stamos), die es gemeinsam mit einer Gangsterbande auf ein zehn Mio. Dollar schweres Schmuckstück abgesehen hat, das von einem Model auf den Filmfestspielen in Cannes getragen wird. Die geheimnisvolle Blonde lockt das Opfer für ein lesbisches Intermezzo auf die Damentoilette und die Wachen tun das, was sie immer tun, wenn Leute in Filmen aufs Klo gehen: sie passen nicht mehr auf. Dennoch verläuft der Coup nicht reibungslos. Die Blondine verschwindet mit dem Schmuck, ihre Komplizen wandern für sieben Jahre in den Knast.

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