Diese deutsche Götter-Sim will Black & White beerben - wie viel Black & White steckt drin?
Special
Fata Deum versucht, im Early Access an die Göttersim-Klassiker wie Black & White anzuknüpfen. Aber wie viel vom Vorbild steckt drin?
Außerdem wenden sich jede Nacht ein paar Leute in all unseren Siedlungen mit Gebeten an uns. Dann wollen sie etwa, dass wir die Gesamtzahl an Anhängern erhöhen, bestimmte Leute umsiedeln oder an Militärstärke zulegen. Schaffen wir etwas davon, bevor die Zeit abläuft, winken Erfahrungspunkte. Und die verschaffen uns mit jedem Levelaufstieg wiederum neue Zauber oder bessere Passivboni.
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Welche angeboten werden, ist größtenteils zufällig, wir haben dadurch aber auch viel Freiheit, wie wir uns entwickeln wollen. Wer möchte, kann seinen Meteoritenschlag zügig auf eine hohe Stufe bringen, um die Siedlungen seiner Widersacher in Schutt und Asche zu legen. Oder wir verbessern stetig unsere Manipulationsfähigkeiten, um mehr Leute für weniger Mana auf unsere Seite zu ziehen und mit Buffs um uns zu werfen. Hin und wieder erhalten wir auch One-Shot-Zauber als Belohnung. Das sind einmalig nutzbare Zauber der höchsten Stufe, die uns kein Mana kosten. Quasi Probierpakete, die uns einen Einblick geben, was man so alles anstellen kann.
Quelle: PC Games
Mit steigener Götterstufe können wir neue Zauber und passive Boni wählen oder die bestehenden verbesssern.
Wo ist die Abwechslung?
Stufenaufstiege und Belohnungen erhalten wir außerdem, wenn wir aufmerksam die Karte nach einzigartigen Orten und Aufgaben durchsuchen. Da sollen wir dann mehrere Ruinen ausfindig machen oder mehrere über die Karte verstreute Fischer-Brüder wieder zusammenbringen. Doch hier zeigt sich sehr deutlich, dass Fata Deum noch einiges an Entwicklungsarbeit vor sich hat. Denn so gut wie überall, wo wir etwas finden, werden wir mit einem kleinen Witzchen vertröstet, dass die faulen Entwickler noch nicht mit der Quest fertig sind. Eine Belohnung gibt's öfter mal aber trotzdem dafür, dass wir uns zumindest umgesehen haben.
Das ist enttäuschend, was aber vielmehr an der Langzeitmotivation in der aktuellen Fassung des Spiels nagt, ist Abwechslungsarmut. Die vorhin erwähnten Gebete unserer Einwohner wiederholen sich praktisch sofort und arten außerdem sehr schnell in Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen aus. Und auch über Partien hinweg hält sich die Abwechslung in Grenzen.
Ja, wir können verschiedene Schwerpunkte als Gott angehen und gut oder böse spielen. Aber der Ablauf ist prinzipiell immer der gleiche: Wir übernehmen neutrale Siedlungen, bauen unsere Städte dann stückweise mit neuen Gebäuden aus und legen uns dann entweder mit den Gegnern an - oder lassen das komplett.
Quelle: PC Games
Nachts schaltet das Spiel in den Rundenmodus und wir können ganz in Ruhe die Träume unserer Bewohner beeinflussen. Damit sie zum Beispiel neue Siedlungen gründen.
Denn um zu gewinnen, müssen wir sogenannte Schicksalsaufgaben meistern. Immer acht Stück an der Zahl und wir können immer aus den gleichen drei pro Stufe wählen. Entweder geht's drum, mehr Anhänger zu sammeln, mehr Siedlungen aufzubauen, mehr Kämpfe zu gewinnen oder eine gewisse Produktivität zu erreichen. Erst ganz am Ende kann man sich noch entscheiden, ein großes Monument zu errichten - oder einfach nur noch mehr Anhänger anzuhäufen. Hier fehlen aktuell noch genug Anreize, um länger bei der Sache zu bleiben - die eigentlich geplante Kampagne zum Beispiel.
Wie viel Black & White steckt drin?
Für einen würdigen geistigen Nachfolger zu Black & White fehlen Fata Deum neben interessanten Quests und einer Handlung vor allem auch ein ganz zentrales Feature, das Black & White 1 & 2 einzigartig gemacht hat: die Kreatur. Die konnte man als Gott erziehen und ihr sogar Zaubersprüche beibringen, um so sein eigenes Minime zu züchten. Bei einem Gespräch auf der Gamescom haben uns die Entwickler verraten, dass der Wunsch nach etwas Vergleichbarem auch in der Community von Fata Deum da ist. Entsprechend wäre das ein Ziel für den späteren Verlauf der Early-Access-Phase - vorausgesetzt, die Entwicklung verläuft erfolgreich.
In jedem Fall wollen die Entwickler auf die Stimmen aus der Community hören und bieten daher auch direkt im Hauptmenü von Fata Deum an, Vorschläge einzureichen.
Potenzial vorhanden, mehr Arbeit nötig
Und Verbesserungspotenzial ist aktuell durchaus noch an vielen Stellen vorhanden. Damit hier ein ernsthafter Konkurrent zu den Klassikern des Genres entsteht, fehlen vor allem mehr Inhalt und, wie erwähnt, Abwechslung. Aber auch einige kleinere Baustellen haben wir beim Spielen ausgemacht. So sind manche Sounds ziemlich nervig und vor allem unverhältnismäßig laut. Außerdem unterscheiden sich einige Gebäude in Städten optisch zu wenig voneinander, sodass man leicht den Überblick verliert, wo nochmal der Steinmetz war und wo die Schmelze.
Meinung
Auch vermittelt Fata Deum bisher noch kein gutes Gefühl dafür, ein allmächtiger Gott zu sein. Das geht damit los, dass man die Welt nicht verformen kann und endet darin, dass man sich zu oft wie ein Laufbursche für die Einwohner fühlt. Die Ansätze sind zwar da, aber diese Göttersimulation braucht noch mehr Schöpfungswillen und Zeit seitens der Entwickler.