Fallout 76: Sollte man das spielen? Ich sage ja! - Kolumne

Kolumne Stefan Wilhelm
Fallout 76: Sollte man das spielen? Ich sage ja! - Kolumne
Quelle: Bethesda

Mit Atlantic City steht das nächste Update für Fallout 76 in den Startlöchern. In seiner Kolumne zeigt Stefan, wie sich das Spiel in den letzten fünf Jahren verändert hat und warum es für einen bestimmten Spielertyp mittlerweile echt empfehlenswert ist.

All diese Hardcore- und Survival-Aspekte sind im heutigen 76 massiv abgeschwächt. Nahrungsmittel sind eher für optionale Boni gut und die meisten Gegner lassen Munition für genau die Waffe fallen, mit der ich sie erschossen habe, egal, welche sie selbst tragen. Attribute lassen sich ab Stufe 25 kostenlos und unbegrenzt umverteilen und alle regulären Feinde werden an mein Level angeglichen. Der aktuelle PvP erfordert, dass beide Spieler im Optionsmenü den Pazifistenmodus abschalten und dann aufeinander schießen, wodurch er komplett freiwillig und damit quasi nie stattfindet.

Praise the lord and pass the ammunition

Im PvE ist es kein Problem, sich einen Build zusammenzustellen, der mit Standardfeinden mühelos fertig wird. Ich bin zum Beispiel als Stealth-Kommandosoldat unterwegs, der mit schallgedämpften Automatikwaffen den Schadensbonus beim Schleichen ausnutzt und kritische Treffer per V.A.T.S. verteilt, also dem eingebauten Aimbot von 76. Wegen meiner vielen Schleichboni muss ich mir um Gegner keine Sorgen machen, weil sie mich auch dann nicht entdecken, wenn ich direkt vor ihnen stehe und auf sie feuere.

Wenn ich nicht gerade den Anspruch habe, Endgame-Bosse solo zu plätten, kehre ich nach jedem Ausflug mit mehr Ressourcen und Munition zurück, als ich verbraucht habe. Das war in der Frühphase noch anders. Fallout 76 hat sich stark verändert, weg vom stressigen Survival mit Ressourcenmanagement und hin zum gemütlichen Looter-Shooter. Eine Entwicklung, die ich als jemand, der das Spiel nicht allzu ernst nimmt, sehr begrüße!

I owe my soul to the company store

Sieht man sich die einzelnen Bestandteile von Fallout 76 unter der Lupe an, dann fallen aber immer noch viele Defizite auf. Das Interface ist Bethesda-typisch umständlich, die Steuerung oft hakelig, die Technik altbacken. Viele Endgame-Items verstecken sich hinter einem wochenlangen Grind, weil die Währungen aufgrund täglicher Limits nur langsam reintröpfeln. Quality-of-Life-Verbesserungen werden immer noch eingebaut, aber das dauert, und wenn man Pech hat, dann landen sie im Echtgeld-Shop oder im Fallout-First-Abo.

Mit den großen Erweiterungen ist das auch so eine Sache: Weil sie alle kostenlos sind und ich nicht glaube, dass Fallout 76 Bethesda Unmengen an Geld in die Kassen spült, sind Updates, die wirklich das halbe Spiel umkrempeln, sehr selten. Damit meine ich, dass es seit Wastelanders von 2020 nichts mehr in der Größe gab. Bisher kamen entweder Story-Updates, die ein paar Stunden an neuen Quests hinzufügen, oder kleinere Inhalte wie frische Welt-Events oder Spielmodi.

Drei Abenteurer schreiten durch das Eingangstor einer Pittsburgher Fabrik. Quelle: Bethesda Auf diese Spielmodi konzentriert sich auch der aktuelle Fahrplan: Das nächste Update fügt ein neues Expeditionsziel hinzu, nämlich die Casino-Küstenstadt Atlantic City. Damit gibt es neben dem aus Fallout 3 bekannten The Pitt noch ein zweites Gebiet außerhalb der Spielwelt, das effektiv wie ein weitläufiger Dungeon aufgebaut ist.

Dort erfüllt man in 15 bis 30 Minuten eine von zwei verschiedenen Quests und sammelt über die Tage und Wochen eine Währung, mit der dann die neuen Items gekauft werden. Nicht unbedingt mein Fall, weil ich viel lieber in der offenen Welt unterwegs bin, aber wer 76 ohnehin schon jeden Tag spielt, der kann damit noch ein paar Minuten mehr dranhängen.

Nachdem ihr nun wisst, wie Fallout 76 aktuell aussieht und dass es immer noch einige Kritikpunkte gibt, fragt ihr euch vielleicht: Alles klar, aber warum genau sollte man das jetzt spielen? Nun, nach ein paar hundert Stunden, für die ich mich inzwischen nicht mal mehr schäme, kann ich euch das verraten!

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