Danke, Prime Video! Durch eine Serie blüht diese Videospiel-Reihe wieder auf
Kolumne
Die Zeiten schlechter Videospiel-Verfilmungen sind scheinbar endlich vorbei! Das Schöne dabei: Man bekommt direkt Lust auf mehr. Und im Fall von Fallout gibt's genug Geschichten zu entdecken.
Die Zeiten schlechter Videospiel-Verfilmungen sind scheinbar endlich vorbei! Arcane, Knuckles und Der Super Mario Bros. Film zeigen, wie gut Animationen funktionieren können, und The Witcher, The Last of Us und zuletzt Fallout setzten die erzählerische Messlatte gewaltig hoch. Das Schöne dabei: Man bekommt direkt Lust auf mehr. Und im Fall von Fallout gibt's genug Geschichten zu entdecken.
Mit dem Release der Fallout-Serie entstand ein neuer Hype um die Ödland-Abenteuer. Fallout 4 (jetzt kaufen / 18,99 € ) erreichte Spielerzahlen, die seit dem Release 2015 nicht mehr erreicht wurden und selbst Fallout 76 erlebte ein Revival. Dazu trägt auch das Next-Gen-Update bei, das Fallout 4 auf der PS5 und Series X in 4K und 60 fps spielbar macht.
Zeit für einen Neuanfang
Für mich startete der Rerun bereits vor einem Jahr zur Vorbereitung auf die Serie. Ein wenig spielte hier auch der Zufall mit hinein, weil ich mir zu dem Zeitpunkt ein Steam Deck zulegte und der vierte Teil fantastisch auf dem Handheld funktioniert.
Lirum, Larum, schnell stellte ich mir die Frage, weshalb ich die Spiele-Reihe so lange nicht mehr angefasst hatte. Ein paar Gedanken später wusste ich genau warum: Fallout sticht aus meinen Spielgewohnheiten heraus wie kaum ein anderes Spiel.
Ich sag's wie es ist: Mir fällt es oftmals schwer, mich in lange, ausschweifende Spiele reinzuzocken. Ich mag es kurz, knackig, mit viel Action und wenig geistiger Herausforderung. Darum spiele ich schließlich EA FC oder Call of Duty. Doch Fallout bildet eine erwähnte Ausnahme. Das liegt womöglich daran, dass man das Spiel eben so spielen kann, wie es einem beliebt. Fragen wir 100 Spieler, werden wir wohl 100 unterschiedliche Spielweisen und Geschichten kennenlernen.
Crawl out Through the Fallout
Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich unzählige Stunden in irgendwelche unsinnigen Gespräche oder Wanderungen durch das Ödland gesteckt habe. Stets steht mir dabei mein Deutscher Schäferhund Dogmeat zur Seite. Der geht mir zwar immer wieder auf den Hundekeks, aber wie kann man dem Kleinen bös sein? Zumal er mein einziger wahrer Begleiter in dieser apokalyptischen Welt ist. Ich sag's wie es ist: Wenn es zur Apokalypse kommt, traue ich den Tieren mehr als den Menschen!
Das mag aber auch an meiner Spielweise liegen. Denn im Spiel bin ich ein absoluter Opportunist und lege mir alles so zurecht, wie ich es gerade benötige. Hinterhalte, Schleich-Passagen, skrupellose Morde - jap, das ist mein Way to Play!
Zwar steckte der Rollenspiel-Aspekt in Fallout 4, verglichen mit seinen Vorgängern, zurück, doch mich persönlich störte das wenig. Ich bin mir da auch ziemlich sicher, dass es vielen Neueinsteigern genauso geht und das könnte sogar einen positiven Effekt haben.
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis war die Fallout-Serie die Initialzündung, überhaupt mal einen Blick auf die Spiele zu werfen. Wer vorher nie Kontakt mit der Reihe hatte, findet mit dem vierten Teil einen guten Einstieg.
Über Konsequenzen muss man sich keine Gedanken machen, das Gunplay ist, inzwischen auch dank höherer Bildwiederholrate, spaßig und holt damit Shooter-Freunde ab. Dazu ein ganzer Haufen Nebenquests, die zwar nicht allzu sehr in die Tiefe gehen, aber ein gutes Gefühl für Bethesdas Rollenspiele geben.
Bildergalerie
Bei mir hat das zur Folge, dass ich mich gut im Commonwealth verlieren, gleichermaßen aber auch nur mal zwei Stunden hineinschauen und dann den Controller wieder wegpacken kann. Die Geschichten der Bewohner sind tief genug, um mich zu fesseln, aber nicht zu verdrahtet und komplex, um mich wieder zu verlieren. Das ist für mich ein wichtiger Aspekt, denn ich habe keine Lust, mich ständig wieder einarbeiten zu müssen, um zu verstehen, wo ich beim letzten Spielstand stehengeblieben war. Die Steuerung neu lernen zu müssen, reicht mir schon.
