Danke, Prime Video! Durch eine Serie blüht diese Videospiel-Reihe wieder auf
Kolumne
Die Zeiten schlechter Videospiel-Verfilmungen sind scheinbar endlich vorbei! Das Schöne dabei: Man bekommt direkt Lust auf mehr. Und im Fall von Fallout gibt's genug Geschichten zu entdecken.
Nach der Vier kommt die 76
Und darum wiederhole ich hier: Normalerweise benötige ich Spiele, in die ich schnelle 30 Minuten reinknattere und dann wieder aufhören kann. Darum gibt's abends an der Konsole oder dem PC eben schnelle, snackable Games, die man gut und gerne auch mit Freunden spielen kann. Rocket League, Sea of Thieves oder ... Fallout!
Quelle: Bethesda
Ja, Fallout 76 lebt! Der Multiplayer-Ableger der Ödland-Reihe stieg aus der radioaktiven Asche empor und ist mittlerweile richtig gut spielbar. Als das Online-Spiel 2018 erschien, war ich nicht nur enttäuscht, ich war richtig wütend! Ich freute mich sehr darauf, mit Freunden durch Appalachia zu streifen, arme Bürger zu terrorisieren und gemeinsame Abenteuer zu erleben. Am Ende waren wir die Gelackmeierten - Verbindungsprobleme, Fortschritte wurden nicht gespeichert und das Kampfsystem war komplett Banane.
Es hat nicht lange gedauert, da landete die Blu-ray schnurstracks bei den anderen Spielen, die ich nie wieder sehen wollte. Doch Fallout 76 kam immer wieder angekrochen und versuchte, sich mit dem großen Namen der Spielereihe zurück in meine Konsole zu kämpfen.
Na ja, gelegentlich versuchte ich noch einmal hineinzuschauen. Und Stück für Stück stieg dann auch die Freude. Nur machte mir das Abenteuer allein keinen Spaß. Versucht mal Freunde von einem Spiel zu überzeugen, das einen so böse hintergangen hat. Immerhin sorgte die Fallout-Serie nun aber dafür, dass es deutlich einfacher war, Kumpanen zu finden.
Rückkehr mit Erfolg
Und, was soll ich sagen? Fallout 76 macht im Jahr 2024 Bock! Ja, es hat immer noch ein paar Fehler - die zerstören die Immersion aber nicht mehr. Stattdessen gehen wir auf einen abendlichen Spaziergang, streifen durch das tote Land und machen einfach Quatsch.
Genau das mag ich an den gemeinsamen Fallout-Abenteuern - Faxen machen. Ich bin da doch etwas einfach gestrickt. Finden wir Klamotten, geht es darum, so blöd wie möglich auszuschauen. Sind wir im Dialog mit NPCs, geht es darum, die Gespräche so quatschig wie nur möglich zu stören.
Quelle: Bethesda
Denn was die Leute quatschen, ist uns herzlich egal. Fallout 76 zeichnet sich nicht durch eine bahnbrechende Story aus. Viel wichtiger ist es, was wir als Spieler daraus machen. Die Welt ist riesig und sehr abwechslungsreich. Da gibt es mehr als genug zu entdecken. Diese kleinen Panik-Momente, wenn man auf zu starke Gegner trifft und versucht, all seine Kameraden zusammenzutrommeln, oder auch die Kommunikation mit anderen, unbekannten Spielern sind fantastisch. Da verbringt man dann mal ein paar Minuten nur damit, einander Emotes an den Kopf zu werfen.
Ich war ohnehin ziemlich überrascht, als ich nach der Serie mit Freunden in das Online-Abenteuer eintauchte. Als jahrelanger Call-of-Duty-Spieler bin ich es gewohnt, auf toxischen Servern unterwegs zu sein. Doch das einzig Toxische sind die verstrahlten Tümpel in Fallout 76.
Die Community hat die ganzen Neulinge sehr positiv aufgenommen. So positiv, dass man stellenweise sogar Starthilfen bekam. Online haben sich Spieler abgesprochen, dass die Neulinge mit Begrüßungspaketen ausgestattet werden. Bedeutet: Material, das die Veteranen nicht mehr benötigten, wurde einfach an die Rekruten weitergegeben.
Dazu kommt, dass die Stimmung untereinander durchweg entspannt ist. Niemand geht einander auf den Kranz. Wenn man einen anderen Spieler auf dem Server sieht, entbrennt keine Feindschaft.
Freundschaft zwar auch nicht unbedingt, aber immerhin herrscht hier das Motto "Leben und leben lassen." Die einzigen echten Gefahren gehen somit von den unzähligen mutierten Viechern und Raidern des Ödlands aus. In der Zwischenzeit können wir uns vollkommen den Oldies im Radio widmen und mit Freunden plaudern. Oder alternativ auf dem zweiten Bildschirm eine leichte Serie oder einen Film laufen lassen.
