Fable neu gedacht: Wie viel Original steckt noch im Reboot?

Special Carlo Siebenhüner
Fable neu gedacht: Wie viel Original steckt noch im Reboot?
Quelle: Microsoft

Fast sechs Jahre war es still um Fable. Jetzt zeigt Playground Games endlich, was der Reboot kann - und wie viel Herz, Mut zur Veränderung und Respekt vor dem Original wirklich drinstecken.

Fast sechs Jahre ist es jetzt her, dass Microsoft die Rückkehr einer seiner beliebtesten Spielereihen verkündet hat. Fable soll die Reihe nach teilweise sehr missglückten Ablegern endlich wieder zu neuer Stärke zurückführen. Doch flog das Reboot lange Zeit unter dem Radar. Verschiebungen und Gerüchte über eine Entwicklungshölle machten die Runde.

Zur Developer Direct hat Xbox jetzt aber endlich die Hosen runtergelassen und Fable (jetzt kaufen ) ausführlich vorgestellt - und dabei äußerst spannende Features gezeigt. Wir haben uns das Ganze mal genau angeschaut, und dabei vor allem einen kritischen Blick auf die Verbindung zu den Originalspielen geworfen. Welche Elemente haben die Entwickler aus den Originalen mitgenommen und was ist neu für Fable-Fans?

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Charaktererstellung im Fable Reboot

Wer Fable kennt, denkt vermutlich gleich an den eigenen Charakter und die Veränderungen, die man an ihm sieht. Schon im originalen Fable wurde der eigene Held durch die Entscheidungen des Spielers nachträglich verändert. Zuerst stand aber die Wahl des Charakters im Vordergrund. Während man in Fable 1 nur einen männlichen Charakter spielen konnte, durfte man ab Fable 2 dann sein Geschlecht wählen.

Einen ausgefeilten Charaktereditor gab's allerdings nie. Man änderte sein Äußeres eben eher durch seine Taten im Spiel.

Im Fable-Reboot dürft ihr zum allerersten Mal euren Helden selbst erstellen. Es gibt zwar keinen superdetaillierten Charaktereditor, in dem man jedes Nasenhaar einzeln einstellen kann. Aber ihr dürft wählen, ob ihr Frau oder Mann spielen wollt, und es gibt auch verschiedene Gesichter, die ihr euch aussuchen könnt. Dazu gibt's noch 'ne Menge Klamotten, Tattoos, Narben und mehr. Das entspricht ungefähr den Ausmaßen des Charaktereditors von Hogwarts Legacy.

Der Protagonist steht vor einem Kleiderschrank. Quelle: Microsoft Der eigene Held kann jetzt selbst erstellt werden. Dabei habt ihr die Auswahl zwischen Mann und Frau, sowie verschiedenen Köpfen, Klamotten, Narben, Tattos und mehr Ebenfalls Auswirkungen auf das Äußere hatten aber auch die moralischen Entscheidungen. Einem bösen Helden wuchsen mit der Zeit kleine Teufelshörnchen, die Haut wurde düster grau und die Augen fingen an, rot zu leuchten. Wer dagegen ein guter Held war, der bekam einen schönen Glanz und irgendwann sogar einen Heiligenschein.

Solche Veränderungen wird es im Fable-Reboot nicht geben. Die Entwickler erklärten das mit ihrem neuen Moralsystem, das eben nicht mehr nur stumpf auf Gut und Böse zugespitzt ist. Da kommen wir aber gleich noch zu.

Stil und Atmosphäre: Märchenhaftes Fantasy-RPG

Ihr merkt aber schon: Fable war jetzt nie ein auf düster und realistisch getrimmtes Fantasy-Rollenspiel, wie es zum Beispiel The Witcher ist. Im Gegenteil: Die Spiele hatten immer einen stark überzeichneten, cartoon- und märchenhaften Stil.

Der Protagonist steht vor seiner Schwester Theresa in Fable 1 Quelle: PC Games Die originalen Fable-Teile waren noch sehr comichaft gestaltet. Das war natürlich der damaligen Technik geschuldet. Dafür hauen die dann doch sehr düsteren Momente innerhalb der Story umso mehr rein. Wenn wir als Kind erst noch unschuldig Hühner getreten haben und anschließend aber unser Heimatdorf von Banditen überfallen wird und unserer Schwester die Augen ausgestochen werden, dann ist das ein krasser Kontrast.

Das Fable-Reboot scheint sich zwar daran zu orientieren, geht aber einen etwas authentischeren Weg. Das liegt allein schon an der Grafik. Die hat sich in den vergangenen 20 Jahren natürlich enorm weiterentwickelt, und wo es damals auch technisch vorteilhaft war, einen cartoonhaften Look anzupeilen, geht da heute sehr viel mehr.

Ein idyllisches Waldstück. Quelle: Microsoft In der Open World streift ihr jetzt ohne Ladezeiten durch die Welt von Albion. Und grafisch glänzt das Fable-Reboot wie kaum ein anderes Spiel. Playground Games nutzt hier die hauseigene Grafikengine, die schon in Forza Horizon 5 und 6 für offene Münder sorgt. Und das tut sie auch hier.

Obwohl Fable 2 und 3 mehr in Richtung industrieller Revolution gingen, wird das Fable-Reboot zu den Wurzeln zurückkehren und ein klassisches Mittelalter-Fantasy-Setting bieten. Das wirkt aber sehr märchenhaft, was vor allem an der Beleuchtung liegt. In der großen Hauptstadt Bowerstone etwa ist die Lichtstimmung leicht überstrahlt, was dem Ganzen einen überzeichneten Look gibt. Andererseits wirkt die gesamte Architektur so, wie man sie sich in Sagen, Mythen und Geschichten vorstellt.

Alles ist verschnörkelt, krumm, schief und einfach ein bisschen drüber. Die Häuser in den Dörfern und Städten haben keine gerade Linie, ragen überall hin und widerstehen teilweise auch den Gesetzen der Physik. Das wirkt hervorragend fantastisch und wie von Hand gebaut.

Schaut man allerdings den NPCs ins Gesicht, dann merkt man, wo es noch fehlt. Die Gesichtsanimationen sind nämlich noch arg steif. Außerdem konnte man im Vorschaumaterial noch einige sehr ruckelige Szenen sehen. Allerdings muss man auch sagen: Die letzten Monate vor Release sind bekanntermaßen genau für solche Optimierungen da.

  1. Seite 1 Fable Reboot 2026: Open World, Moral-System und NPCs - das steckt wirklich drin
  2. Seite 2 So wird die Open World & lebendige NPCs
  3. Seite 3 Moralsystem, Kampf und ein fehlender Hund
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