FIFA 23: Die Fußball-Simulation im Test - Seite 3
Test
Crossplay, Frauenfußball, WM-Modi: Was taugen die Neuerungen von EA Sports FIFA 23? Wir klären alles Wichtige zu Gameplay und Inhalt im ausführlichen Test.
Die einzige wirklich gute Ergänzung sind die spielbaren Highlights. Die bieten euch einen ordentlichen Kompromiss zwischen der Schnellsimulation und dem Spielen der kompletten 90 Minuten: Ihr spielt nur ein paar ausgewählte Höhepunkte nach, etwa Elfmeter oder Kontersituationen. Anzahl und Art der Spielszenen variieren dabei je nach Qualität der beiden beteiligten Mannschaften. Außerdem steht es euch frei, nur Offensiv-Aktionen selbst zu übernehmen, oder nur Highlights, die euren Virtual Pro betreffen.
Ein echter Freigeist
Apropos Virtual Pro: In der Spielerkarriere hat sich auch ein klein wenig getan. Mit Freigeist, Fußballkunst und Teamwork führt EA Sports drei Persönlichkeiten für euren Avatar ein, die euch je nach Ausprägung unterschiedliche Attributsboni bescheren. Wie sich euer Spieler entwickelt, bestimmt seine Leistung auf dem Platz. Tore und Tricks drücken euch mehr in Richtung Freigeist, gewonnene Zweikämpfe und gelungene Pässe mehr in Richtung Teamwork. Aber auch Aktionen abseits des Platzes prägen eure Identität. Ihr könnt beispielsweise einen verletzen Teamkameraden besuchen, eine neue Matratze kaufen oder eine Halloween-Party planen.
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Quelle: PC Games
Ihr kauft euch FIFA, um eine Runde Fußball zu spielen? Quatsch, lest ingame doch lieber mal ein Buch!
Um das zu finanzieren, verdient euer Pro jetzt auch tatsächlich Geld, das ihr dann noch vermehren könnt, indem ihr etwa eine Handy-App entwickelt oder ein eSports-Team gründet. Was das alles mit Fußball zu tun hat? Keine Ahnung! Uns wäre es deutlich lieber gewesen, man hätte sich weniger auf Lifestyle-Features und mehr auf das eigentliche Ziel konzentriert: nämlich eine Sport-Simulation zu entwickeln. Oder wenigstens mal einige der altbekannten Probleme anzupacken.
Ihr könnt euch auch in FIFA 23 noch immer nicht euren nächsten Verein aussuchen. Ihr fragt einen Transfer an und wartet dann, welche Angebote für euch reinflattern - so wie die letzten fünf Jahre! Ihr werdet von eurem Coach immer noch außer Position aufgestellt, wir liefen als Stürmer auch mal im zentralen Mittelfeld auf. Und der Newsticker im Hauptmenü erzählt gelegentlich immer noch totalen Blödsinn, weil er eure Klub- und eure Nationalmannschaftskarriere durcheinanderbringt. Da heißt es dann auch mal "Lechia Danzig gewinnt 2:0 gegen Ghana".
Mehr Ärger als nur Pay2Win
Und wo wir uns gerade schon so schön in Rage geredet haben, lasst uns doch auch noch malüber Ultimate Team sprechen. Normalerweise verteufeln wir den Modus ja bloß für seine Masse an Mikrotransaktionen und gehen dann schnell über zum nächsten Thema. Dieses Jahr hat FUT neben dem bekannten Pay2Win-Aspekt (über den sich mittlerweile sogar Jan Böhmermann echauffiert!) aber auch ein paar neue Inhalte im Gepäck, auf die sich ein näherer Blick tatsächlich lohnt: Zum einen wurden die FUT Moments eingeführt, kleine Challenges, mit denen ihr Packs und andere Belohnungen verdient. So kommen auch Spieler, die kein Echtgeld investieren, an neue Items. Zum anderen wurde das komplette Chemie-System revolutioniert.
In FIFA 23 entsteht Chemie jetzt über die gesamte Mannschaft hinweg: Wenn ihr also Manuel Neuer und Joshua Kimmich in eurem Team habt, dann beschert euch das Pluspunkte. Schließlich kommen beide aus Deutschland und spielen für den FC Bayern München. Dass sie nicht mehr direkt nebeneinanderstehen, ist wurscht.
Quelle: PC Games
In Squad Building Challenges könnt ihr jetzt sogar ZU VIEL Chemie haben. Das macht die Sache natürlich nicht einfacher.
Bereits im Vorfeld des Release sorgte die Änderung für einiges Rätselraten: Schließlich hat sich das bisherige System seit mittlerweile über zehn Jahren bewährt. Es ist fest etabliert, die Spieler haben sich damit arrangiert. Ein klassischer Fall von "If it ain't broke, don't fix it". Und auch zum Launch zeigt sich: Die neue Chemie verursacht mehr Probleme, als sie löst. Für Squad Building Challenges benötigt man jetzt gefühlt einen verdammten Uni-Abschluss in Mathematik! Und auch beim Bau des eigenen Traumteams, was das neue System eigentlich vereinfachen sollte, gibt es mehr Hürden als bisher. Gerade Hybrid-Mannschaften, in denen Spieler mehrerer Ligen miteinander kombiniert werden, funktionieren nur noch eingeschränkt.
