FIFA 23: Old-Gen-Versionen im Check - Seite 2

Special David Benke
FIFA 23: Old-Gen-Versionen im Check - Seite 2
Quelle: EA Sports

PlayStation 4 und Xbox One werden in diesem Jahr wieder einmal mit einer abgespeckten Version von FIFA 23 abgespeißt. Auf Old-Gen-Konsolen fehlen diverse wichtige Neuerungen, allen voran die Hypermotion-Technologie und alle damit verbundenen Gameplay-Features. Lohnt sich der Kauf von EA Sports' Fußball-Simulation trotzdem? Das klären wir im Special!

Auch in Sachen Präsentation müssen Old-Gen-Spieler einige Abstriche hinnehmen. Zwar läuft das Spiel auf PlayStation 4 und Xbox One mit einer Bildrate von 60 Frames pro Sekunde, da leistet nur der PC mit 120 FPS mehr. In Sachen Auflösung kommen die Standard-Versionen der Old-Gen-Konsolen aber nur auf 1080p. PS4 Pro und Xbox One X schaffen 4K. Selbst da kann die Textur-Qualität aber nicht mit Current-Gen mithalten. Belichtung und Schattenwurf sind auf einem niedrigeren Niveau. Insgesamt fällt der Look deutlich detailärmer aus als auf PS5 und Xbox Series S|X. Das Bild wirkt oft verwaschen und unscharf. Hier und da gibt es unschönes Kantenflimmern.

Wenn man dann nochmal etwas näher hinschaut, fallen sogar noch eklatantere Unterschiede ins Auge, beispielsweise bei den Spielermodellen. Deren Gesichter sind auf Old-Gen-Konsolen deutlich weniger ausdefiniert. Die Haut der Profis hat fast etwas plastik-artiges. Kein Vergleich zum Current-Gen-Look, bei dem Schweiß, Tattoos und Hautunreinheiten sogar bis in die letzte Pore lebensecht dargestellt werden. Auch bei Frisuren und Bärten hinkt die alte Version hinterher: Die schauen oft wie eine Textur aus, die einfach ins Gesicht geklatscht wurde, nicht wie individuell wachsende Haare. Zöpfe oder andere lange Mähnen bewegen sich nur in ihrer Gesamtheit und wackeln nicht in einzelnen Strähnen durch die Gegend.

Das Gras ist grün

Lässt man den Blick von den Spielern aufs Stadion streifen, merkt man das Fehlen des neuen Hyper-Realistic Pitch Features. Das Spielfeld der Old-Gen-Versionen sieht im Vergleich zu den Current-Gen-Versionen extrem künstlich aus. Das hat schon fast ein wenig von grüner Hartgummi-Platte. Einzelne Halme sind nicht zu erkennen. Dazu kommt eine ziemlich unnatürliche Farbe. Platz-Abnutzung, beispielsweise durch Grätschen oder Jubelgesten, die die Grasnarbe aufreißen, gibt's auch nicht. Und die Tornetze verhalten sich auch nicht so realistisch wie in den anderen Fassungen.

Ach ja, das Publikum muss man natürlich auch noch erwähnen. Während das auf PC, PS5 und Xbox Series nochmal überarbeitet wurde, damit die Zuschauer auf den Rängen deutlich variabler und lebendiger aussehen, bekommt ihr auf PS4 und Xbox One immer noch dieselben Copy-Paste-Figuren, die teilweise dutzendfach mit identischen Outfits auf der Tribüne stehen.

Rund ums Stadion herum vermisst man vor allem bei der Spieltags-Inszenierung einige neue Elemente: Jegliche Cinematics vor oder nach dem Spiel fehlen. Während auf Current-Gen gezeigt wird, wie Fans vor dem Champions-League-Finale in der Stadt feiern, wie der Greenkeeper den Rasen nochmal auflockert oder wie das Stadion von außen in der Drohnenperspektive aussieht, geht's auf Old Gen einfach direkt mit dem Einlauf der Mannschaften los. Das nimmt gerade großen Spielen ein wenig die Atmosphäre, die Anspannung vor dem Anpfiff, die ja auch im echten Leben zu spüren ist.

Königsklasse sieht anders aus!

Außerdem fehlen erneut alle Big Goal Moments. Das sind diese besonderen Jubelsequenzen, nach einem extrem wichtigen Treffer. Das siegbringende Führungstor in der Nachspielzeit feiert euer Team ausgelassen mit Fans, Trainern und Ersatzspielern - aber eben nur auf Current-Gen. Auch die Augmented-Reality-Replays, in denen beispielsweise die Ballflugbahn, die Schussgeschwindigkeit oder der expected-Goals-Wert angezeigt werden - gepaart mit netten Kamerafahrten und Zeitlupen - fallen komplett raus.

Big Goal Moments gibt es in der Old-Gen-Fassung von FIFA 23 nicht. Quelle: PC Games Big Goal Moments gibt es in der Old-Gen-Fassung von FIFA 23 nicht. Dazu kommen dann noch ein paar Kleinigkeiten: Die Old-Gen-Version kommt unter anderem ohne die neue "GameCam" daher. Das ist ein besonderer Kamerawinkel, der leicht schräg aufs Spielfeld blickt und damit die Ästhetik einer TV-Übertragung vorgaukeln soll. Im Hauptmenü stehen nur die leblosen Fotos der Coverstars Kylian Mbappé und Sam Kerr herum, statt animierter Spielermodelle. Und Dualsense-Features wie adaptive Trigger, haptisches Feedback oder Soundausgabe über den eingebauten Lautsprecher gibt's natürlich auch nicht.

Technik-Tücken

Zu guter Letzt noch ein paar Sätze zur Technik: Hier fallen im Vergleich vor allem die Ladezeiten negativ auf. Wenn ihr über den Anstoß-Modus ein Spiel starten wollt, müsst ihr euch erst mal mit einem Skill Game zur Überbrückung vergnügen, während im Hintergrund eure Session aufgebaut wird. Das geht auf Current Gen deutlich fixer. Außerdem gibt es einen klar spürbaren und extrem nervigen Menü-Lag. Übersichtsbildschirme reagieren erst extrem verzögert und ruckeln dann auch noch. Das macht die Bedienung teilweise zu einer echten Qual. Dazu gesellen sich diverse Anzeigefehler: In Ultimate Team tauchen noch Platzhalter auf, manche UI-Elemente fehlen komplett, beispielsweise die Zwischenstände. Das Gesamterlebnis ist da auf Current-Gen-Konsolen deutlich angenehmer.

Wie gut sind die PS4- und Xbox-One-Ableger von FIFA 23 also? Naja, immer noch besser als die Legacy Edition für die Nintendo Switch. Durch das Fehlen von Hypermotion und die damit verbundenen Grafik- und Gameplay-Features fühlen sie sich aber immer noch wie Version zweiter Klasse an. Wir kommen langsam aber sicher an einen Punkt, wo sich Spieler die Frage stellen müssen, ob ihnen die wenigen Neuerungen wie Power Shots, ein Transfer-Analyse-Tool und natürlich aktualisierte Kader wirklich 70 Euro wert sind. Oder ob man nicht lieber bei FIFA 22 bleibt und später direkt auf die Current-Gen-Version von FIFA 23 wechselt, wenn die zugehörige Konsole dann mal verfügbar ist.

FIFA 23 ist am 30. September 2022 für den PC via Steam, Epic Games Store und Origin erschienen. Darüber hinaus sind Versionen für Playstation 4, PS5, Xbox One, Xbox Series S|X und Google Stadia verfügbar. Spieler auf der Nintendo Switch bekommen die sogenannte Legacy Edition. Die enthält allerdings nur aktualisierte Kader und Trikots und keinerlei spielerischen Neuerungen.

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