FIFA 23: Lohnt sich die Old-Gen-Version für PS4 und Xbox One?
Special
PlayStation 4 und Xbox One werden in diesem Jahr wieder einmal mit einer abgespeckten Version von FIFA 23 abgespeißt. Auf Old-Gen-Konsolen fehlen diverse wichtige Neuerungen, allen voran die Hypermotion-Technologie und alle damit verbundenen Gameplay-Features. Lohnt sich der Kauf von EA Sports' Fußball-Simulation trotzdem? Das klären wir im Special!
FIFA 23 soll das beste FIFA aller Zeiten werden! Mit diesem vollmundigen Versprechen ging EA Sports vor dem Release seiner Fußballsimulation auf große Marketing-Tour. Den Worten folgten nur leider keine Taten: Selbst auf PC und Current-Gen-Konsolen ist der EA-Kicker ein gutes, aber kein herausragendes Spiel. Dafür fehlt es einfach an Content und technischem Feinschliff. Aber wie sieht die Sache dann erst auf Playstation 4 und Xbox One aus, wo die wichtigsten Neuerungen überhaupt nicht mit dabei sind? Lohnen sich die immerhin 70 Euro für die Version trotzdem? Das schauen wir uns in diesem Special mal etwas näher an.
Einige neue generationsübergreifende Features gibt es natürlich: Auch auf Old Gen dürft ihr euch über Power Shots, Hard Tackles und überarbeitete Standardsituationen freuen. Auf das große Verkaufsargument, die Hypermotion-Technolgie, die ja schon im letzten Jahr nicht mit dabei war, müssen Spieler auf PS4 und Xbox One aber wieder verzichten - und damit auch auf zahlreiche weitere Neuerungen.
In diesem Artikel
Abstriche beim Gameplay
Nur nochmal zur Erinnerung: Was ist Hypermotion eigentlich? Kurz gesagt: ein Mix aus fortschrittlichem Motion Capture und Machine Learning. Mit sogenannten Xsens-Anzügen ist es möglich, 22 Spieler gleichzeitig aufzunehmen, wie sie in realen Spielsituationen über den Rasen rennen, Pässe spielen, Gegenspieler foulen und Tore schießen. Diese Aufnahmen werden dann wiederum an einen Algorithmus verfüttert, der aus den Bewegungsabläufen dann Animationen fürs Spiel bastelt. So weit, so bekannt.
Für FIFA 23 (jetzt kaufen 11,90 € ) gab es jetzt allerdings nochmal mehr dieser Mo-Cap-Sessions. Unter anderem wurden auch weibliche Profis und spezielle Trainingsdrills gefilmt. Es gibt jetzt also noch mehr Material, noch mehr Animationen. Durch die bewegen sich Spieler natürlicher - individuell, aber auch im Verbund.
Quelle: PC Games
Powerschüsse gibt es auch in den Old-Gen-Versionen von FIFA 23.
Das zeigt sich vor allem beim Dribbling: Bewegungen, Ballführung und Ballkontrolle eurer Profis wurde nochmal verbessert. Sie reagieren noch besser auf eure Controller-Eingaben. Sie drehen sich realistischer. Sie zeigen selbst bei komplizierten Annahmen und Weiterverarbeitungen enorme Präzision. Komische Skate-Animationen, während der euer Spieler mit seinem Standbein über den Boden gleitet, bevor er schießt, sind ein Ding der Vergangenheit. Auch bei Zuspielen und Abschlüssen gibt es eine breitere Varianz. Ihr könnt beispielsweise Pässe mit dem Hintern spielen, was das Spielgefühl deutlich flüssiger macht.
Pace is King
Auf der Defensivseite hat man die Jockey-, also die Abdrängen-Funktion überarbeitet. Eure Verteidiger stellen sich jetzt cleverer zum Ball, um mehr Raum zu verdecken und schneller auf Richtungswechsel zu reagieren. Bälle lassen sich abschirmen, um so ohne Kontakt ins Aus rollen zu lassen. Im Strafraum nehmen eure Spieler jetzt sogar automatisch die Arme hinter den Rücken, um ein Handspiel zu verhindern. All das fehlt in der Old-Gen-Fassung.
Am deutlichsten fällt der Unterschied aber beim Sprinten aus. Hier führt die Current-Gen-Version das Accelerate-Feature ein. Spieler werden künftig in drei Typen unterteilt: Es gibt kontrollierte Sprinter, quasi die Standardtypen, die gleichmäßig beschleunigen. Es gibt explosive Typen, die kleinen, agilen Profis, die auf kurze Distanzen schnell Abstand gewinnen. Und es gibt anhaltende Typen, die größeren und schwereren Athleten, die mit ihren langen Beinen auf Dauer an Raum gewinnen. Diese Varianz fehlt auf PS4 und Xbox One. Das macht Laufduelle deutlich vorhersehbarer: Der Spieler mit mehr Pace gewinnt.
Quelle: PC Games
Auf PS4 und Xbox One sind Antritt und Sprintgeschwindigkeit noch die alleinentscheidenden Attribute im Laufduell.
So spielt sich FIFA 23 auf Old Gen deutlich arcadiger, fast hektischer. Spieler drehen und wenden sich zackiger, sie überwinden Gegenspieler öfter mit Spezialbewegungen, sie passen präziser und schießen treffsicherer. Das fühlt sich nicht so geerdet, so geschmeidig an wie auf PS5, Xbox Series oder PC.
