FIFA 22: Lohnt sich die Old-Gen-Version für PC, PS4 und Xbox One?
Special
Ihr habt noch keine Next-Gen-Konsole ergattern können, aber trotzdem Bock auf Fußball? Dann solltet ihr dieses Jahr ganz besonders aufpassen! Auf PC, Playstation 4 und Xbox One kommt FIFA 22 nämlich ohne einen Großteil der im Vorfeld groß angepriesenen Gameplay-Features daher. Lohnt sich ein Kauf trotzdem? Wir klären's im Vergleich.
Wer sich dieses Jahr den neuesten Ableger der FIFA-Reihe zulegen will, der muss ganz besonders aufpassen. Denn der EA-Kicker bekommt nicht auf allen Plattformen dieselben Features spendiert! Auf Playstation 4, Xbox One und PC werdet ihr mit einer abgespeckten Version der Fußball-Simulation abgespeist. Im Vergleich zu Next-Gen-Konsolen und Google Stadia fehlen einige der spannendsten neuen Inhalte. Welche genau? Das verraten wir euch in diesem Special!
Der namhafteste Unterschied zwischen der Old-Gen- und Next-Gen-Fassung von FIFA 22 (jetzt kaufen ) ist natürlich die HyperMotion-Technologie. Die wurde von EA Sports bereits im Vorfeld des Release intensiv beworben und als echter Gamechanger verkauft. Warum? Weil sie tatsächlich ein paar Änderungen mitbringt!
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HyperMotion
Bei HyperMotion handelt es sich um einen Mix aus fortschrittlichen Motion-Capture-Aufnahmen und Machine Learning. Das bedeutet vereinfacht ausgedrückt: Das Team von EA Sports hat die Bewegungen realer Fußballmannschaften aufgenommen, also 22 Profis wie sie in Echtzeit über den Platz rennen. Das Videomaterial wurde dann an einen Algorithmus verfüttert, der das Ganze analysiert hat. Herausgekommen ist der größte Animations-Refresh der Serien-Geschichte. Über 4.000 zusätzliche Bewegungsabläufe wurden ins Spiel eingebaut. Die dienen als Grundlage für eine Reihe neuer Features wie ML Flow, Composed Ball Control oder Kinetic Air Battles.
Quelle: EA Sports
HyperMotion war das zentrale Element der FIFA-22-Werbekampagne. Auf der alten Konsolengeneration und dem PC fehlt das Feature aber komplett.
Hinter den klangvollen Namen versteckt sich im Grunde immer dieselbe Idee: Spieler sollen sich in FIFA 22 nochmal deutlich flüssiger bewegen. Nähert sich euer Kicker dem Ball, werden seine Animationen jetzt etwa in Echtzeit generiert. Messi, Ronaldo und Co. passen also ihre Schrittlänge an oder verändern ihre Laufhaltung, um Ballannahmen noch nahtloser zu gestalten. So könnt ihr die Kugel auch mit technisch anspruchsvollen Manövern präzise aus der Luft pflücken und Folgeaktionen vorbereiten. Komische Skate-Animationen, während der euer Spieler mit seinem Standbein über den Boden gleitet, bevor er schießt, sind zumindest auf PS5 und Series X ein Ding der Vergangenheit. Zwar haben auch die Fassungen für PC, PS4 und Xbox One eine gute Ladung an neuen Animationen spendiert bekommen. Das lässt sich vor allen Dingen an den noch spektakuläreren Paraden eurer Torhüter erkennen. Insgesamt wirkt das Spielgefühl aber immer noch etwas unrund.
Auch an anderen Stellen kommt die Next-Gen-Version von FIFA 22 nochmal einen Hauch realistischer rüber: bei Standardsituationen, beim Schießen, bei Spezialbewegungen, beim Passen oder auch bei Kopfbällen. Dank authentischer Animationen für das gesamte Team verhalten sich Spieler in Luftduellen noch natürlicher. Kräftige großgewachsene Spieler haben einen klaren körperlichen Vorteil. Sie springen höher, verschaffen sich mit den Armen mehr Platz und kriegen mehr Wucht hinter die Kugel. Entsprechend funktionieren Flanken nochmal besser und führen häufiger zum Erfolg, als das auf PC und Old Gen der Fall ist.
Tactical AI
Auch an der Spielintelligenz eurer computergesteuerten Mannschaftkameraden hat EA nochmal gewerkelt. Das Zauberwort lautet hier Tactical AI. Die KI unterstützt euch in FIFA 22 nochmal effizienter, sie bringt ein besseres spielerisches und taktisches Verständnis mit. Im Spielaufbau starten Mitspieler noch cleverere Vorstöße, nutzen Lücken und sind grundsätzlich noch öfter genau im richtigen Moment am richtigen Ort. Eure Verteidiger agieren derweil noch stärker als Einheit und achten bei der Bewegung über den Rasen auf die Einhaltung ihrer Formation.
Quelle: EA Sports
Flanken sind in FIFA 22 endlich wieder lohnenswert, zumindest auf Next-Gen-Konsolen und Stadia.
Das Ganze gilt aber natürlich nicht nur für eure KI-Spieler, sondern auch die der Gegenseite. Entsprechend ist FIFA 22 auf Next-Gen-Konsolen noch einmal deutlich anspruchsvoller. Das Geschehen auf dem Rasen läuft langsamer und bedächtiger ab. Der Fokus liegt mehr auf dem Passspiel und weniger auf Pace. Das liegt auch daran, dass Dribblings und Spezialbewegungen häufiger mal scheitern und die Sprintgeschwindigkeit von Verteidigern merklich erhöht wurde. Die Abwehr einfach zu überrennen, funktioniert deutlich seltener, auch die Wirksamkeit von gelupften Steilpässen wurde generft. Bei Anspielen in die Spitze ist jetzt noch mehr Präzision gefragt.
Präsentation
Neben spielerischen Änderungen hat die Next-Gen-Version von FIFA 22 natürlich noch eine Reihe optischer Verbesserungen parat: Der Titel läuft in 4K und bei stabilen 60 Bildern pro Sekunde. Die Beleuchtung auf PS5, Xbox Series X und Stadia ist weitaus natürlicher und die Texturen sind schärfer. Im Vergleich sehen die Spielermodelle auf der alten Konsolengeneration irgendwie verwaschen aus, der Platz mehr wie eine grüne Hartgummi-Platte als ein sattes Grün aus Tausenden Grashalmen. Dieser fehlende Detailgrad macht sich auch bei den Spielergesichtern bemerkbar: Weltstars wie Kevin De Bruyne schauen mit ihren schweißglänzenden Gesichtern und wehenden Frisuren deutlich lebensechter aus. Und sie verhalten sich auf den neuen Konsolen auch nochmal mehr wie echte Menschen, reden miteinander, geben sich Anweisungen oder fordern Pässe.
Quelle: EA Sports
Die Stadien sehen auch in der Old-Gen-Version von FIFA 22 chic aus, ein paar Cutscenes rund um den Spieltag gehen euch da aber schon durch die Lappen.
In Sachen Präsentation muss man auch die Big Goal Moments erwähnen: Wenn ihr auf Next Gen ein besonders wichtiges Tor schießt, etwa den Siegtreffer in allerletzter Sekunde, werdet ihr mit schicken Cinematics belohnt, in denen eure Spieler ausgelassen miteinander feiern. Im Vergleich zum letzten Jahr wurde die Menge der Szenen drastisch erhöht. Ihr jubelt jetzt aus neuen Kamerawinkeln, mit neuen Animationen und sogar mit Ersatzspielern, Trainern oder Zuschauern. Auf Playstation 5 wird das Ganze noch durch 3D Audio und Dualsense-Support unterstrichen. Euer Controller vibriert ordentlich, um das Toben auf den Rängen widerzuspiegeln. Die Auswahl an Cutscenes vor dem Match wurde ebenfalls erweitert: Mannschaften kommen mit Einlaufkindern aufs Feld, vorfreudige Fans strömen durch die Einlasskontrollen und Greenkeeper checken den Rasen. Alles Details, auf die ihr in der Old-Gen-Version verzichten müsst.
Kleinigkeiten
Zu guter Letzt gibt es dann noch ein paar kleine Unterschiede: Auf PS5 und Xbox Series X wurden etwa die Tornetzphysik elastischer gestaltet, damit Treffer noch befriedigender ausfallen. Mit der Gamecam gibt es einen neuen Kamerawinkel, der nochmal mehr an eine Fernsehübertragung erinnern soll. Das Repertoire der beiden Kommentatoren wurde um ein paar Dialogzeilen zu persönlichen Meilensteinen eurer Karriere ergänzt. Zu Spielbeginn erwartet euch eine Intro-Sequenz in Paris, während der ihr die Spielgrundlagen beigebracht bekommt. Und schließlich wurde auch die Menüführung nochmal etwas angepasst: Im Startbildschirm steht immer das Spielermodell eines FIFA-Botschafters herum. Die UI läuft zudem deutlich flüssiger und schneller. Ladezeiten fallen auf Next Gen viel kürzer aus. Wenn ihr auf "Anstoß" drückt, landet ihr direkt im Spiel und müsst nicht erst ein Minigame abschließen, während im Hintergrund das Spielfeld geladen wird.
Wie ihr seht: Spielern auf PC, PS4 und Xbox One gehen tatsächlich einige Inhalte durch die Lappen. Zwar bekam die Old-Gen-Version auch ein paar Gameplay-Neuerungen verpasst, den explosiven Sprint zum Beispiel oder den Icon-Wechsel mit der R3-Taste. Alles in allem fühlt sich FIFA 22 aber doch sehr wie sein Vorgänger an. Ob die verlangten 70 Euro da ein fairer Preis sind, dass muss am Ende jeder selbst für sich entscheiden. Wir sind aber definitiv skeptisch.
