F1 23: Braking Point 2 zeigt, warum Storys in Sportspielen sehr gut funktionieren

Kolumne Michael Grünwald
F1 23: Braking Point 2 zeigt, warum Storys in Sportspielen sehr gut funktionieren
Quelle: Codemasters

Der neue Codemasters-Racer F1 23 ist am 16. Juni erschienen. Redakteur Michi findet, der Story-Modus Braking Point sollte ab sofort ein fester Bestandteil der Reihe bleiben.

Die Formel-1-Saison hat mit dem Großen Preis von Kanada in Montreal das achte Rennen abgeschlossen und es entwickelt sich immer mehr eine Max-Verstappen-Dominanz. Der Red-Bull-Pilot gewann sechs der acht Events und führt die Meisterschaft bereits mit 69 Punkten an. So langweilig wie es an der Spitze zugeht, so spannend finde ich die Kämpfe um die weiteren Plätze. Aston Martin, Mercedes und Ferrari ringen um den Anschluss an Red Bull sowie Podiumsplatzierungen und auch die restlichen Punkteränge werden immer wieder von anderen Fahrern belegt.

Die Königsklasse des Motorsports hat durch die Netflix-Serie Drive to Survive und eine extrem spannende WM-Saison im Jahr 2021 eine große Anzahl an Fans hinzugewonnen. Die Rückkehr von Braking Point in F1 23 (jetzt kaufen 69,99 € ) ist daher ein logischer Schritt, schließlich schlüpfe ich in dem Story-Modus in den Overall einiger aufstrebender Rennfahrer, die sowohl den Egoismus der echten F1-Piloten aber auch die Probleme, die mit dem Druck der Teams und Medien auf sie einprasseln, hautnah erleben. Daher wünsche ich mir von Codemasters, dass sie den Modus weiter ausbauen und Jahr für Jahr eine neue Geschichte erzählen.

Beinahe ein Fehlstart

In F1 2021 feierte Braking Point das Debüt. So richtig überzeugen konnte mich die Story rund um Shooting-Star Aiden Jackson, Altmeister Casper Akkerman und die Nervensäge Devon Butler allerdings nicht.

Für jemanden, der in der Welt der Formel 1 schon viele Jahre zu Hause und nicht erst mit der übertriebenen Netflix-Doku Drive to Survive eingestiegen ist, waren mir die Logikfehler ein Dorn im Auge und die Dialoge zwischen den Fahrern ein wenig zu aufgesetzt.

Ja, manche Zwischensequenzen verleiteten sogar zum Fremdschämen. Dennoch hatte Braking Point schon damals seine Daseinsberechtigung. Die Idee war gut, nur die Umsetzung nicht ganz optimal.

Rennstart in Monte Carlo Quelle: Codemasters Ich fand es tatsächlich schade, als Codemasters ankündigte, F1 22 erscheine komplett ohne Story-Modus. Das erste Jahr mit Electronic Arts als Publisher tat der Reihe allgemein nicht wirklich gut, schließlich gab's auch riesige Probleme beim Fahrzeug-Handling und andere Kinderkrankheiten.

Doch mit F1 23 legt das Rennspiel wieder einen Gang zu. Sowohl mit Gamepad als auch Lenkrad lassen sich die Boliden deutlich geschmeidiger fahren als im Vorgänger. F1 World sticht F1 Life in allen Belangen aus. Und auch Braking Point 2 kommt deutlich realistischer und mit mehr Authentizität herüber.

Fahrer Devon Butler spricht mit Teamchef Quelle: Codemasters

Zu hoher Druck

Wer sich absolut nicht spoilern lassen möchte, der sollte jetzt besser nicht weiterlesen. In den folgenden Zeilen muss ich nämlich ein wenig tiefgründiger auf die Geschichten eingehen. Ein paar inhaltliche Fakten zur Story lassen sich dementsprechend nicht vermeiden.

Codemasters und EA greifen in Braking Point 2 relativ unverblümt gesellschaftliche Probleme auf. Denn auch die "Rich Kids" der realen Formel 1 sind vor Druck seitens Rennstall, Medien oder Fans nicht sicher.

Dass ein Fahrer wie Lance Stroll seit Jahren im Kreuzfeuer von Paydriver-Anschuldigungen steht, da sein Vater, der Milliardär Lawrence Stroll, in seine Karriere investiert und mittlerweile sogar das Aston-Martin-F1-Team besitzt, ist da nicht verwunderlich. Vergessen wird dabei jedoch gerne, dass eben jener Stroll junior im Jahr 2016 eindrucksvoll die europäische Formel-3-Meisterschaft gewann. In seiner Rookie-Saison in der F1 fuhr er beim Großen Preis von Aserbaidschan außerdem auf einen grandiosen dritten Rang.

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