Extinction im Test: Redundanz und Frustration prägen das Actionspiel

Test Paula Sprödefeld
Extinction im Test: Redundanz und Frustration prägen das Actionspiel
Quelle: PC Games

Die Oger sind los! Ihr habt richtig gehört. Nutzt eure Chance, dem dicken Shrek mal so richtig eine über den Schädel zu ziehen. Okay, der Fairness halber: Es handelt sich nicht direkt um Shrek, aber augenscheinlich um seine Cousins fünften Grades. Die sogenannten Ravenii sind im Actionspiel Extinction auf die Welt gekommen, um ebendiese zu vernichten. Als Krieger Avil müsst ihr sie daran hindern. Wie das Ganze abläuft und ob es Hand und Fuß hat, erfahrt ihr in unserem Test zu Extinction.

Am 10. April 2018 erscheint Extinction (jetzt kaufen ), das Oger-Metzel-Spiel von Entwicklerstudio Iron Galaxy. Diese sind bisher eher dafür bekannt, größere Studios bei deren Produktionen zu unterstützen. Mit Extinction möchten sie ein Actionspiel für PC, PS4 und Xbox One herausbringen, das sich gewaschen hat. Als einem der letzten Wächter, Avil, tretet ihr gegen die 50 Meter hohen Oger an, die Ravenii genannt werden. Sie wollen - anscheinend aus keinem bestimmten Grund - die gesamte Menschheit auslöschen. Ob Extinction hält, was es verspricht, klären wir im Test.

Extinction im Test: Shrek auf Abwegen

Gliedmaßen trennt ihr ab, um die Oger bewegungsunfähig zu machen. Aber Vorsicht! Sie wachsen wieder nach. Quelle: PC Games Gliedmaßen trennt ihr ab, um die Oger bewegungsunfähig zu machen. Aber Vorsicht! Sie wachsen wieder nach. Zunächst lernt ihr euren spielbaren Charakter Avil kennen. Er ist der letzte der Wächter, gesegnet mit akrobatischen Fähigkeiten und geübt im Schwertkampf. Er ist der Einzige, der es mit den riesigen Ogern aufnehmen kann. An seiner Seite steht - eher metaphorisch - Xandra. Sie ist eine Alchemistin und kennt die Lösung für das Ravenii-Problem. Doch um die Kreaturen aufzuhalten, müssen sich beide mit König Yarrow verbünden. Nach diesen anfänglichen Ideen einer Story, hört ebendiese aber auch schon auf, sich zu entwickeln. Stattdessen gibt's immer wieder nervtötende Texteinschübe von einem der Charaktere, die den Spielfluss stark unterbrechen.

Extinction im Test: How to Oger filetieren

Avil kann verschiedene Attacken einsetzen, die an Kombos gebunden sind. Diese liegen jedoch alle auf der gleichen Taste, was in Button-Mashing endet. Quelle: PC Games Avil kann verschiedene Attacken einsetzen, die an Kombos gebunden sind. Diese liegen jedoch alle auf der gleichen Taste, was in Button-Mashing endet. Denn eigentlich spielt Extinction genau damit: Schnelligkeit. In jedem der sieben vorhandenen Kapitel gibt es vier Missionen, die meist ähnlich gestaltet sind. Es geht darum, Städte vor der drohenden Gefahr der Ravenii zu beschützen. Dazu steuert ihr Avil durch die eigentlich schöne aber sehr redundante Landschaft. Vollführt dabei Assassin's-Creed -ähnliche Parkour-Läufe über Dächer und Bäume, um schnell an euer Ziel zu gelangen. Dabei müsst ihr eure sogenannte Runenenergie aufladen. Das funktioniert durch das bekämpfen kleinerer Schergen, von denen es verschiedene Typen gibt, oder durch das Retten hilfloser Bürger an übergroßen Kristallen. Beides wird aber nach einer Zeit zu ziemlich stupidem Button-Mashing. Zwar gibt es drei Kampfstufen und verschiedene Kombos, aber diese sind alle auf derselben Taste belegt und im Endeffekt gelangt ihr auch durch einfaches Draufkloppen ans Ziel.

Ist die Leiste aufgefüllt, macht ihr euch mit Avil über Stock und Stein auf den Weg zu dem oder den Ravenii. Denn es ist nicht immer nur ein Riesenoger, der angreift. Die Monster können verschiedene Rüstungen tragen, die ihr auf unterschiedliche Weise entfernt. Das sind die sieben Rüstungstypen:

  • Holz
  • Eisenriegel
  • Gold
  • Stachel
  • Dornen
  • Knochen
  • Glänzender Stahl

An solchen Kristallen haltet ihr eine Taste gedrückt (wir hatten am PC einen Xbox Controller angeschlossen) und rettet dadurch die Bürger. Quelle: PC Games An solchen Kristallen haltet ihr eine Taste gedrückt (wir hatten am PC einen Xbox Controller angeschlossen) und rettet dadurch die Bürger. Wer eine genauere Ansicht und Erklärung zur Ravenii-Rüstung haben möchte, schaut sich einfach unsere Preview zu Extinction an, dort haben wir das erklärt. Die Rüstung müsst ihr entfernen, um Gliedmaßen abzutrennen und den Ravenii zu verlangsamen. Der trampelt nämlich fröhlich die Stadt nieder und das in einem Affenzahn. Doch Vorsicht, Beine und Arme wachsen nach. Worauf ihr es abgesehen habt, ist der Kopf. Erst wenn ihr diesen abgeschlagen habt, ist der Oger endgültig erledigt. Obwohl die Idee der verschiedenen Rüstungen ziemlich interessant ist und sie auch wirklich schön gestaltet sind, wird auch das nach einer Zeit langweilig. Wenn ihr die Strategien drauf habt, ist der Rest nicht mehr so schwer. Das nervigste ist jedoch die Geschwindigkeit, mit der die Ravenii die Städte niedermähen. Ihr seht nämlich eine Prozentanzeige, wie viel von der Stadt noch übrig ist und die schwindet schneller als euch lieb ist. Vor allem, wenn ein Ravenii noch eine Waffe dabei hat.

In dem Punkt muss am Balancing wohl noch gefeilt werden, denn wenn ihr einen Ravenii besiegt habt, ist die Runenenergie wieder leer. Bis ihr diese aber wieder durch das Töten von Schergen und dem Retten von Bürgern aufgeladen habt, hat der nächste auftauchende Ravenii die Stadt schon zu Staub verarbeitet. Das ist auch schade, weil euch dadurch die spaßigen Parkour-Möglichkeiten flöten gehen.

Extinction im Test: Wiederholung über Wiederholung

An manchen Rüstungen müsst ihr erst Schlösser knacken, um sie entfernen zu können. Quelle: PC Games An manchen Rüstungen müsst ihr erst Schlösser knacken, um sie entfernen zu können. Für den Kampf gegen die Riesen stehen euch auch 16 verschiedene Fähigkeiten zur Verfügung, die ihr je nach Belieben ausbaut. Doch verschaffen euch einige davon gewisse Vorteile gegenüber den sieben Rüstungen. Wie ihr diese Vorteile nutzt erfahrt ihr ebenfalls in der Vorschau zu Extinction. Wenn die Lust, weiter die Missionen abzuackern, eher gering ist, versucht eine der vier anderen Optionen, die Extinction bietet. Die Tagesherausforderung bietet euch jeden Tag eine zufällig generierte Schlacht. Im Scharmützel werdet ihr ebenfalls in ein zufallsgeneriertes Gebiet geworfen und spielt um den Online-Highscore. Aber nicht tatsächlich online mit anderen Spielern. Es gibt lediglich eine Bestenliste, auf der ihr euch vergleichen könnt. Die Auslöschung ist ganz einfach eine nie enden wollende Horde von Viechern, die ihr abmetzeln müsst.

Extinction im Test: Ungenutzte Möglichkeiten

Ganz ehrlich? Extinction hat so viel Potential! Optisch sieht es schon mal wirklich gut aus, auch wenn nicht jedem der Comic-Stil gefallen wird. Technisch läuft das Spiel einwandfrei, aber der Inhalt ist nun mal leider wirklich spärlich. Das Gameplay ist hochgradig repetitiv: Energie aufladen, Rüstung abschlagen, Gliedmaßen abtrennen, enthaupten. Und das immer und immer wieder. Und die Story kann das Ganze auch nicht tragen, denn die ist auch nur im Hintergrund irgendwie vorhanden. Viel spannender wäre die Möglichkeit, Alchemistin Xandra ebenfalls zu steuern, zwischen den beiden zu wählen oder sogar im lokalen Koop mit beiden Figuren gegen die Ravenii anzutreten. So aber ist Extinction zwar ein netter Zeitvertreib, aber nicht für eine allzu lange Zeit. Vor allem, wenn der Frust durch das schlechte Balancing in den späteren Kapiteln immer mehr ansteigt.

Metacritic bewertet das Spiel mit 51%.

Extinction im Test: Fazit und Wertung

Meinung

Wertung zu Extinction (PC)

Wertung:

6.0 /10

Wertung zu Extinction (PS4)

Wertung:

6.0 /10

Wertung zu Extinction (XBO)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Schöne Optik im Comic-StilUmfangreiche KampagneInteressantes Fertigkeiten-SystemSpannende SpielideeAbwechslungsreiche Ravenii-Rüstungen
Repetitives GameplayButton-MashingBalancing-ProblemeStory nicht wirklich ausgebautKein Koop-Modus, obwohl es sich anbietetParkour-Möglichkeiten werden vom Spiel selbst zerstörtDumme NPCs (Bürger warten nur auf Rettung)
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