Spielt dasselbe Spiel nochmal! Exoborne macht vieles richtig, aber zu wenig neu

Special Tobias Meyer
Spielt dasselbe Spiel nochmal! Exoborne macht vieles richtig, aber zu wenig neu
Quelle: PC Games / Level Infinite

Gibt es eigentlich noch jemanden, der beim Begriff Open-World-Extraction-Shooter so ein gewisses Kribbeln verspürt? Exoborne möchte mit extremen Naturgewalten überzeugen - ohne das Grundgerüst einzureißen. Kann das klappen?

Gibt es eigentlich noch jemanden, der beim Begriff Open-World-Extraction-Shooter so ein gewisses Kribbeln verspürt? Vor ein paar Jahren schossen Battle-Royale-Titel aus dem Boden wie Unkraut. Mittlerweile geht's aber nicht mehr darum, der Letzte auf dem Feld zu sein. Stattdessen schicken uns Spiele in generische Missionen, bei denen wir Waren, Kameraden oder einfach nur uns selbst heil nach Hause bringen sollen.

Die Macher von The Division wollen mit Exoborne und extremen Naturgewalten frischen Wind in das Genre pusten - ohne gleich das Grundgerüst einzureißen. Ich bin für euch einige Stunden durch Regen, Sturm und Gewitter gerannt und verrate schon mal so viel: Exoborne macht Spaß ... aber wie lange bleibt die Frage.

Mal wieder eine Apokalypse

Wir schreiben die nahe Zukunft. Die Erde, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Die Menschheit wurde nahezu komplett ausgelöscht und die Natur hat sich zurückgeholt, was ihr gehört.

Die Story spinnt sich derweil um die Rebirth Company, ein Unternehmen, das ursprünglich den Klimawandel bekämpfen wollte. Doch statt die Welt zu retten, hat es hochentwickelte Technologien genutzt, um die Menschheit zu versklaven - und dabei gleich die Apokalypse eingeleitet. Rebirth kollabierte und verschwand. Aber - Überraschung! - jetzt sind die Bösen zurück. Und sie sind fieser als je zuvor.

Das Spiel führt uns ins zerfallene Colton County. Die zerstörte Gegend ist geprägt von gigantischen Türmen der Rebirth Company, die einst dazu dienten, das Wetter zu kontrollieren. Zwei Jahre nach dem Aufstand der Rebellen gehen die Teile aber wieder online und das Chaos nimmt seinen Lauf.

Als sogenannter Reborn liegt es jetzt an uns, mit einem Exo-Rig, jeder Menge Gadgets und fetten Knarren den bösen Buben den Garaus zu machen.

Mannomann, wenn das mal nicht vielversprechend klingt, oder? Tja, nach dem Tutorial habe ich von der Story nicht mehr allzu viel mitbekommen. In dieser Hinsicht reiht sich Exoborne nahtlos in die Reihe generischer Extraction-Shooter ein.

Live-Service mit einem (kleinen) Twist

Und auch sonst ist Exoborne ein klassisches Live-Service-Spiel: regelmäßige Updates mit Aufträgen, Missionen und Belohnungen. Damit die FOMO auch noch so richtig schön kickt, prangt neben einigen Aufgaben im Menü ein Timer, der einen daran erinnert, sie noch schnell abzufertigen. Über verschiedene Seasons hinweg gibt es dann immer weitere Infos zur Story.

Der Ansatz, den mir Narrative Director Martin Hultberg erklärte, klingt dabei ganz interessant: Neben den üblichen Live-Events und monatlichen Content-Drops sollen größere Story-Erweiterungen ins Spiel kommen. Die Besonderheit? Das Entwicklerteam will beobachten, wie die Community auf verschiedene Entscheidungen reagiert, und die Geschichte entsprechend in unterschiedliche Richtungen lenken.

Bildergalerie

Das klingt nicht nur unfassbar kompliziert - sondern ist laut Martin Hultberg auch eine echte Herausforderung, dabei alle Spieler zufriedenzustellen. Aber ist das überhaupt der zentrale Punkt, auf den sich die Spieler stürzen, oder liegen die Stärken des Spiels woanders? Vermutlich haben zehn Spieler auch zehn unterschiedliche Ansätze, wie sie einen Extraction-Shooter spielen. Dem einen geht's ums knackige Gunplay, der nächste liebt die Multiplayer-Erfahrung, und wieder jemand anderes will vor allem in die Story eintauchen.

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