Etrian Odyssey Nexus: Der japanische Dungeon-Crawler aus dem Hause Atlus im Test auf dem Nintendo 3DS

Test Cosima Staneker
Etrian Odyssey Nexus: Der japanische Dungeon-Crawler aus dem Hause Atlus im Test auf dem Nintendo 3DS
Quelle: Koch Media

Mit Etrian Odyssey Nexus hat es der sechste Teil der beliebten Dungeon-Crawler-Reihe mit einem halben Jahr Verspätung endlich auch in den Westen geschafft. Wir verraten euch, wie sich das Abenteuer schlägt und ob sich das Rollenspiel nur für Hardcore-Fans lohnt.

Als urplötzlich ein achter Weltenbaum aus dem Boden sprießt, machen sich die tapferen Abenteurer aus Etria, High Lagaard, Armoroad und Tharsis auf den Weg zu den Verlassenen Inseln Lemurias. Auch ihr seid dem Ruf von Prinzessin Persephone gefolgt und gewillt, eure blutjunge Gilde zum Erfolg zu führen. Ob es euch und euren Helden gelingt, das Mysterium um Yggdrasil zu lüften?

Hier, eine leere Karte. Bitte!

Das Erstellen der Karte macht Spaß und ist im fortgeschrittenen Spielverlauf gar nicht mal so einfach. Ein gutes räumliches Denkvermögen ist hier auf jeden Fall von Vorteil. Quelle: PC Games Das Erstellen der Karte macht Spaß und ist im fortgeschrittenen Spielverlauf gar nicht mal so einfach. Ein gutes räumliches Denkvermögen ist hier auf jeden Fall von Vorteil. Mit dieser eher zweckdienlichen und nicht allzu tiefgreifenden Handlung geht die japanische Dungeon-Crawler-Reihe Etrian Odyssey gut ein Jahr nach Etrian Odyssey 5: Beyond the Myth bereits weiter. Am bewährten Spielkonzept wurde wie immer kaum gerüttelt. So begebt ihr euch auch in Nexus mit einem fünfköpfigen Team aus Abenteurern auf Erkundungstour durch diverse Labyrinthe, sammelt Items, besiegt feindliche Monster und kartografiert eure Umgebung.

Während ihr also auf dem oberen Bildschirm in der First-­Person-Perspektive durch gra­fisch unbeeindruckende Pixeldungeons streift, zeichnet ihr auf dem Touchscreen eure Wege ein und markiert eure Funde mit hilfreichen Symbolen. Das eigenhändige Erstellen der Karten ist auch in Etrian Odyssey Nexus (jetzt kaufen ) einwandfrei umgesetzt und macht Spaß, auch wenn ein gewisses räumliches Denkvermögen sicherlich nicht schadet.

Der Feind lauert überall

Neben den Zufallsbegegnungen, auf die euch der bunte Kreis im oberen Bildschirm aufmerksam macht, trefft ihr auch auf mächtige FOEs und Bosse, die sichtbar durch die Labyrinthe streifen. Quelle: PC Games Neben den Zufallsbegegnungen, auf die euch der bunte Kreis im oberen Bildschirm aufmerksam macht, trefft ihr auch auf mächtige FOEs und Bosse, die sichtbar durch die Labyrinthe streifen. Schätzt ihr die Abstände in den Räumen falsch ein, dauert es nämlich nicht lange, bis ihr einem gegnerischen FOE in die Arme lauft. Dabei handelt es sich um besonders starke Gegner, die im Gegensatz zu den zufällig auftauchenden, normalen Monstern sichtbar durch die Labyrinthe wandern und sich in eurem Rhythmus mitbewegen. Ob ihr einem giftigen Schleim oder feuerspuckenden Drachen gegenübersteht, ist jedoch letztlich nahezu egal - immerhin bietet Etrian Odyssey Nexus auch abseits der epischen Bossbegegnungen einen knackigen Schwierigkeitsgrad, der zwischen den Dungeons ordentlich anzieht und euch bei jeder Erkundung vor neue Herausforderungen stellt.

Die rundenbasierten Kämpfe solltet ihr unter keinen Umständen leichtfertig angehen. Ein ausgeglichenes Team sowie eine solide Vorbereitung sind das A und O. Quelle: PC Games Die rundenbasierten Kämpfe solltet ihr unter keinen Umständen leichtfertig angehen. Ein ausgeglichenes Team sowie eine solide Vorbereitung sind das A und O. Die rundenbasierten Kämpfe haben dadurch auch noch nach diversen Spielstunden ordentlich Biss und befördern eure Charaktere nicht selten ins digitale Nirwana. Um die feindlichen Biester für wertvolle Erfahrungspunkte zu besiegen, belegt ihr sie mit schädlichen Effekten, fesselt ihre Gliedmaßen und schützt eure beiden Kämpferreihen vor gegnerischen Attacken. Dabei greift ihr vor allem auf eure klassenspezifischen Fähigkeiten zurück, die ihr aufgrund mangelnder Ressourcen sorgsam einsetzen müsst. Die Union Skills aus Etrian Odyssey 5: Beyond the Myth sind indes einer neuen Energieleiste gewichen, mithilfe derer ihr mächtige Attacken entfesselt und in brenzligen Situationen nicht selten das Blatt zu euren Gunsten wendet. Für Taktiker und Strategen sind die spannenden Kämpfe demnach ein echtes Schmankerl.

Ein starkes Abenteurerteam

Jede der neunzehn Klassen besitzt einen eigenen Talentbaum. Gegen den Einsatz von Punkten schaltet ihr neue Fähigkeiten frei und formt eure Charaktere nach Belieben. Quelle: PC Games Jede der neunzehn Klassen besitzt einen eigenen Talentbaum. Gegen den Einsatz von Punkten schaltet ihr neue Fähigkeiten frei und formt eure Charaktere nach Belieben. Um überhaupt eine Überlebenschance in den Labyrinthen Yggdrasils zu haben, registriert ihr in der Explorers Guild bis zu 60 Abenteurer und stellt aus fünf Rekruten ein gut abgestimmtes Team zusammen. Dank insgesamt neunzehn Klassen sind eurer Experimentierfreude dabei kaum Grenzen gesetzt. Jeder Charakter greift zudem auf einen eigenen Talentbaum zu und erhält mit jedem Aufstieg Skill-Punkte, die ihr wiederum in nützliche Fähigkeiten investiert. Durch das Subklassen-System erhaltet ihr ebenfalls Zugriff auf einen zweiten Talentbaum - darauf müsst ihr jedoch mehr als vierzig Spielstunden warten. Weitere Funktionen wie das Herabstufen eines Charakters für zusätzliche Skill-Punkte, das Verstärken der getragenen Waffe sowie ein Maximallevel von stolzen 130 Stufen bieten insbesondere erfahrenen Etrian Odyssey-Spie­lern eine große Bandbreite an interessanten Individualisierungsmöglichkeiten.

Die fliegende Stadt Marginia

Nach jeder Dungeon-Erkundung kehrt ihr in die fliegende Stadt Marginia zurück, um eure Helden zu heilen und sie mit neuen Waffen und Ausrüstungen auszustatten. Das Angebot im heimischen Laden richtet sich dabei nach den Gegenständen, die ihr der Besitzerin zuvor verkauft - ein wirklich gelungenes System, das euch nachhaltig zum Sammeln anspornt. In der Taverne nehmt ihr überdies zusätzliche Quests an und unterhaltet euch mit den quirligen Gästen, um Informationen einzuholen. Sowohl die Haupt- als auch die Nebenaufgaben sind leider nicht sonderlich einfallsreich gestaltet, liefern euch jedoch wichtige Erfahrungspunkte und bringen euch in der Handlung voran.

Auch in Nexus spielt die Handlung leider eine untergeordnete Rolle. Die zahlreichen Events und Gespräche sind trotzdem interessant – sofern man Englisch kann. Quelle: PC Games Auch in Nexus spielt die Handlung leider eine untergeordnete Rolle. Die zahlreichen Events und Gespräche sind trotzdem interessant – sofern man Englisch kann. Die motivierende Hintergrundmusik, die japanische Sprachausgabe und nicht zuletzt die englisch übersetzten Texte hinterlassen durchweg einen qualitativ hochwertigen Eindruck. Spätestens wenn man per Weltkarte wieder einen Dungeon betritt, springen einem jedoch die plumpen Grafiken ins Auge, die teilweise sogar aus vergangenen Etrian Odyssey-Teilen stammen. Dass auch Nexus keine deutsche Lokalisierung besitzt, ist darüber hinaus zwar wenig überraschend, aber trotzdem bedauerlich.

Kein Spiel für Frischlinge?

Nicht zuletzt aufgrund des komplexen Klassensystems und der umfangreichen Spielinhalte ist Etrian Odyssey Nexus bisweilen leider alles andere als einsteigerfreundlich. Wer sich jedoch ein wenig Zeit nimmt und auch vor Rückschlägen gefeit ist, erhält mit Nexus einen hervorragenden Dungeon Crawler, der auch noch nach zahlreichen Spielstunden die Entdeckerfreude beflügelt. Hardcore-Fans dürfen sich dagegen auf das bislang umfangreichste Etrian Odyssey-Abenteuer freuen, das mehr als fünfzig Labyrinthe zur Entdeckung freigibt und alte wie neue Funktionen in gewohnter Umgebung präsentiert.

Fazit und Wertung

Meinung

Wertung zu Etrian Odyssey Nexus (3DS)

Wertung:

8.3 /10
Pro & Contra
Großer Umfang mit mehr als 50 DungeonsMehr als hundert SpielstundenKnackiger SchwierigkeitsgradSpaßiges KartografierenÜbersichtliche MenüführungHerausfordernde KämpfeNette RollenspielelementeGroße KlassenauswahlEinwandfreie PerformanceViele Gegnertypen, FOEs und BossePraktische Anzeige für Zufallsbegegnungen
Oftmals nicht einsteigerfreundlichGrafisch kein HinguckerKeine deutsche LokalisierungSpäte Einführung der SubklassenLabyrinthe und Monster entstammen teilweise vergangenen Teilen bzw. sind an diese angelehnt
Fazit

Ein komplexer Dungeon Crawler, bei dem sich die Einarbeitungszeit wirklich lohnt.

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