Achtung Geheimtipp: Eternal Strands hat mich mit tollen Charakteren und vielfältigem Gameplay überzeugt

Special Matthias Dammes
Achtung Geheimtipp: Eternal Strands hat mich mit tollen Charakteren und vielfältigem Gameplay überzeugt
Quelle: PC Games

Matthias hat einen Geheimtipp für euch. Mit Eternal Strands hat ein liebevoll gemachtes Indie-Spiel mit tollen Charakteren sein Herz erobert.

Ich hatte mich eigentlich darauf eingestellt, dass ich mich in diesem Winter sowohl redaktionell als auch privat vor allem mit Assassin's Creed Shadows beschäftigen werde. Aber die Verschiebung des Ubisoft-Spiels hat in meinem Spielekalender in den ersten Wochen eine unerwartete Lücke gerissen. Diesen Vorteil wusste ein Indie-Spiel für sich zu nutzen, dass sich bei mir sehr schnell zum ersten echten Geheimtipp des Jahres entwickelt hat.

Ich rede von Eternals Strands, dem Debütspiel von Yellow Brick Games aus dem kanadischen Quebec. Das Studio wurde aus ehemaligen Bioware- und Ubisoft-Veteranen geformt. Die kreative Leitung hat ein gewisser Mike Laidlaw inne, der zuvor Creative Director von Dragon Age und Lead Writer bei Jade Empire war. Vier Jahre nach der Gründung des Studios hat das Team nun am 28. Januar sein Erstlingswerk veröffentlicht und dabei einen wirklich interessanten Titel abgeliefert.

Was ist Eternal Strands?

Zunächst lockte mich das Spiel vor allem durch die Person von Mike Laidlaw, weil er mir als Dragon-Age-Fan natürlich ein Begriff ist und ich sehr gespannt war, was er seit seinem Abgang bei Bioware auf die Beine gestellt hat. Dann erschien vor dem Release des Spiels eine Demo, die ich direkt ausprobiert habe. Nach kurzer Zeit hatten mich dann auch die interessanten Charaktere und das farbenfrohe Weltdesign überzeugt. Ich habe die Demo dann nicht einmal zu Ende gespielt, weil ich bereits überzeugt war, in die Vollversion einzusteigen.

Doch worum geht es eigentlich? In Enternal Strands schlüpfe ich in die Rolle von Brynn, einer Kriegerin mit magischen Fähigkeiten. Sie ist Teil einer umherziehenden Truppe von Abenteurern, die es aus Versehen in ein seit Jahrzehnten von der Außenwelt abgeschirmtes magisches Land verschlägt. Dort übernehme ich mit Brynn die Rolle des sogenannten Point, dem Mitglied der Gruppe, das in die Wildnis auszieht, um den Geheimnissen der sogenannten Enklave auf die Spur zu gehen und mächtige Monster zu bekämpfen.

Das Spiel von Eis und Feuer

Der Gameplay-Loop stellte sich als erfreulich vielfältig heraus. Mit verschiedenen Waffen wie Schwert, Bogen oder Zweihänder vermöble ich Gegner. Zusätzlich stehen mir magische Fähigkeiten zur Verfügung, deren Macht und Vielfalt ich im Verlauf des Spiels immer weiter steigere. Das Spannende dabei ist, dass die Entwickler das Kampfsystem um die drei Schadensarten Feuer, Eis und Kinetisch herum aufgebaut haben und diese sich auf alles in der Umgebung auswirken.

Brynn klettert auf einem riesigen Bossgegner herum, um ihm Schaden zuzufügen. Quelle: PC Games Mit Feuerangriffen setzte ich nicht nur meine Feinde, sondern unter Umständen auch die ganze Umgebung in Brand. Mit Schwertschwüngen kann ich nahezu alle Objekte in der Spielwelt zu Kleinholz (oder ein passendes anderes Material) verarbeiten. Eiszauber kann ich nicht nur nutzen, um Gegner am Boden festzufrieren oder Feuer zu löschen, sondern auch, um mir zum Beispiel eine temporäre Eisbrücke zu erschaffen.

Dieses System erlaubt vielfältige Spielereien und kreative Lösungsansätze für diverse Probleme, was mir richtig gut gefallen hat. Vor allem, weil dazu dann noch die Kämpfe mit den gewaltigen Bossgegnern kommen, die es in jedem Spielbereich gibt. Diese erfordern verschiedene Kampftaktiken. Dazu muss ich sie nicht nur mit Waffen und Zaubern eindecken, sondern auch an ihnen herumklettern. So erinnert das Gameplay von Eternal Strands an eine spannende Mischung aus Shadow of the Colossus, Zelda, aber auch Dragon Age.

Bildergalerie

Eternal Strands hat tolle Charaktere

Denn was mir am meisten gefallen hat, waren die Story und die Interaktionen zwischen den verschiedenen Charakteren. Nach jedem Ausflug in ein Abenteuergebiet komme ich ins Camp zurück. Dort kann ich nicht nur neue Ausrüstung herstellen, Zauber freischalten und Upgrades kaufen, sondern auch immer wieder mit meinen Mitstreitern sprechen. Besonders Quartiermeisterin Casmyn mit ihrem niedlichen schottischen Akzent hat es mir angetan.

Zumal sie sich von jemandem, der sehr wenig von meiner Protagonistin hält, zu einer treuen Unterstützerin entwickelt - oder mehr, wenn man das möchte. Denn ja, auch Romanzen sind Bioware-typisch möglich. Allerdings fand ich es sehr erfrischend, dass die Entwickler dafür nicht einfach nur die typische Herz-Antwort in Dialoge eingebaut haben. Stattdessen hat sich die Entwicklung meiner Beziehung zu den Charakteren anhand meiner in Dialogen gewählten Antworten sehr natürlich angefühlt.

Natürlich ist Eternal Strands nicht perfekt. Ich hatte so meine Probleme mit dem begrenzten Loot-Inventar und der harschen Strafe fürs Sterben, selbst wenn man nur durch einen Unfall irgendwo heruntergestürzt ist. Gestört hat mich zudem sehr, dass die Steuerung häufig nicht so reagiert, wie ich das gerne hätte. Aber ich habe vom Debütwerk eines neuen Indie-Studios natürlich auch kein neues Baldur's Gate erwartet. Trotzdem war das Spiel ein wundervolles Erlebnis, dass ich jedem ans Herz legen möchte, den toll gemachte Charaktere, spaßiges Gameplay und eine liebevoll gestaltete Fantasywelt ansprechen.

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