Empire of the Ants angespielt: Da werden sogar die Zerg neidisch!

Special Felix Schütz
Empire of the Ants angespielt: Da werden sogar die Zerg neidisch!
Quelle: Microids

Mit toller Grafik und cooler Perspektive will das Starcraft für Insektenfans begeistern. Wir haben Empire of the Ants auf dem PC ausprobiert und unser Ameisenvolk in die Schlacht geführt.

Eure wackere Kommandoameise steuert sich schön intuitiv, weil sie an praktisch jeder Oberfläche raufklettern und entlangkrabbeln kann. So geht es munter über Baumstümpfe und Gestein bis hinauf zu Ästen und Grashalmen. Das sieht gut aus und fühlt sich auch so an. Auf Knopfdruck kann eure Spielfigur auch rennen und sogar springen, was wir beim Anspielen auch ausgiebig genutzt haben. Dadurch kann man sich also ziemlich frei in den Umgebungen bewegen.

Das große K(r)abbeln

An den Genre-Grundlagen wird trotz Insektenthema nicht gerüttelt. Zuerst müsst ihr die Map ein wenig erkunden und feindliche Lager ausfindig machen, in denen sich zum Beispiel Termiten, Feuerkäfer oder anderes Getier eingenistet hat. Dann wählt ihr einen Pulk Ameisenkämpfer mit den Schultertasten aus, markiert das Feindlager und schickt sie einfach mit einem Angriffsbefehl dorthin - ab da läuft der Kampf automatisch und ihr könnt euch das Spektakel in Ruhe ansehen. Sind eure Krieger erfolgreich, wird der Außenposten eingenommen und ihr könnt ein paar Ressourcen auf euer Konto schaufeln. So sammelt ihr zum Beispiel Nahrung und Holz, das ihr für neue Einheiten, Gebäude und Upgrades braucht.

Bildergalerie

Dazu müsst ihr nur zu einem eroberten Stützpunkt marschieren und ein Ringmenü öffnen. Dort gebt ihr dann neue Forschungen in Auftrag, um zum Beispiel eure Ameisenkrieger aufzuwerten. Oder ihr baut ein Depot, um das Ressourcenlimit zu erhöhen. Auch defensive Bauwerke wie Schutzwälle und Türme sind dabei. Und natürlich könnt ihr auch neue Einheiten ausbilden, zum Beispiel giftspuckende Fernkämpfer oder gut gepanzerte Blattkäfer, die eure empfindlicheren Einheiten schützen. Später sollen auch noch fliegende Insekten und Supereinheiten hinzukommen, die noch mehr taktische Optionen ins Gameplay bringen.

Alles für das Volk

Außerdem könnt ihr Arbeiterameisen ausbilden, die zwar nicht kämpfen, aber dafür fleißig Nahrungsquellen abbauen. Wenn ihr zum Beispiel irgendwo eine heruntergefallene Birne oder anderes Obst findet, dürft ihr dort massig Nachschub einsacken. Allerdings müsst ihr gut auf eure Versorgungslinie achtgeben, denn auch der KI-Gegner wird sich aufmachen und versuchen, Außenposten zurückzuerobern, eure Sammler zu vernichten und die Ressourcen abzusahnen. Diese Dynamik hat uns beim ersten Anspielen ein bisschen an den Klassiker "Z" von den Bitmap Brothers erinnert. Man sollte also immer auf der Hut sein und die Umgebung nach Feinden absuchen, um keine böse Überraschung zu erleben.

Neben Ameisen befehligt ihr auch andere Insekten, zum Beispiel diese Käfer. Quelle: Microids Damit man besser mitkriegt, was der Gegner gerade treibt, kann man zum Beispiel ein Upgrade erforschen, das dann rechtzeitig vor Angriffen warnt. Und das ist Gold wert, denn unsere Ameisen- und Käfertrupps brauchen immer ein wenig, bis sie ans Ziel gekrabbelt sind. Auch das Ausbilden neuer Einheiten dauert überraschend lang, teilweise muss man da eine Minute und länger warten. Allerdings könnt ihr auch gezielt Nahrung ausgeben, um die Einheiten so deutlich schneller fertigzustellen - das ist gut gelöst.

Mit etwas Übung lassen sich die Tierchen gut durch die Gegend scheuchen, schon allein weil man alle Kämpfer auf einen Schlag auswählen kann. Außerdem dürft ihr Einheiten anweisen, einer anderen Gruppe zu folgen. Ein bisschen Mikromanagement ist aber schon gefragt, vor allem wenn es in den Massenkämpfen heiß hergeht - hier hätten wir uns manchmal noch mehr Übersicht gewünscht. Eure Kommandoeinheit darf übrigens nicht aktiv mitkämpfen, allerdings könnt ihr ein paar Spezialfähigkeiten für sie freischalten, mit denen ihr dann eure Truppen an Ort und Stelle heilt oder beschleunigt . Das war schon in unserer ersten Spielstunde sehr nützlich.

Fazit

Einsteigerfreundliche Insektenschlacht mit toller Grafik. Doch wie lange macht das wirklich Spaß?

Der Ersteindruck ist also positiv, auch dank der schicken Präsentation: Bei den fein gestalteten Umgebungen und Dutzenden hübsch animierten Viechern lässt die Unreal Engine 5 wieder mal ihre Grafikmuskeln spielen. Auch die Gamepad-Steuerung wirkt auf den ersten Blick ziemlich durchdacht und Stil hat das Ganze sowieso. Größere Fragezeichen gibt's allerdings noch bei der Abwechslung: Wenn Empire of the Ants wirklich mehr als 20 Stunden begeistern will, müssen da schon richtig interessante Missionen, vielfältige Einheitentypen und eine gute Story drinstecken, damit das eher simple Gameplay bis zum Schluss motiviert.

Die Entwickler haben sich aber schon ihre Gedanken dazu gemacht, zum Beispiel wird es unterschiedliche Tageszeiten und sogar wechselnde Jahreszeiten geben, was sich dann auch stark aufs Gameplay auswirken soll. Ein weiterer Pluspunkt dürfte der Multiplayer für bis zu drei Spieler werden. Laut aktuellem Stand sollen die Mehrspielermachtes sogar Crossplay unterstützen, PC- und Konsolenspieler dürfen also voraussichtlich gegeneinander antreten. Hier könnt ihr euch Empire of the Ants auf eure Steam-Wunschliste setzen.

Ob Empire of the Ants am Ende wirklich hält, was es verspricht, erfahren wir zumindest noch in diesem Jahr: Das große Krabbeln beginnt am 4. November auf PC, Xbox Series S/X und PS5. Und zum Preis von nur 40 Euro kostet euch das Ganze auch weniger als eine ordentliche Ameisenfarm. Falls ihr bis dahin schon mal etwas Vergleichbares spielen wollt, könnt ihr mal einen Blick auf Empires of the Undergrowth werfen. Das macht grafisch zwar längst nicht so viel her, doch dafür überzeugen die inneren Werte: Die User-Wertungen auf Steam fallen bislang nämlich sehr positiv aus.

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk