Kampf, Charakter und das große Problem von Elex 2!
Special
Mit Elex 2 steht ein Rollenspiel mit Ecken und Kanten an. Wir konnten Probe spielen und klären, warum es ein Rohdiamant ist, der mehr Feinschliff benötigt.
Doch ist Elex 2 ja ein Rollenspiel, und nachdem der Vorgänger herbe Kritik für sein Kampfsystem und seine Charakterentwicklung einstecken musste, verspricht man auch hier Besserung. Dafür wirft man beide System des Vorgängers über Bord und gestaltet sie wieder klassischer.
So soll das Kampfsystem weniger auf Kombos fußen und auch mit dem Charaktersystem will man wieder an frühere Spiele des Studios anknüpfen, in denen man seinen Fortschritt direkter spüren konnte. Egal, wie wir uns entscheiden, unsere Entscheidungen in Elex 2 haben Konsequenzen. Das beginnt schon bei klassischen Dingen wie der Fraktionswahl.
Schließen wir uns einer Gilde an, versperrt uns das den Weg bei anderen Fraktionen. Der Wiederspielwert wird bei Elex 2 also noch größer ausfallen als in den bisherigen Spielen des Studios. Doch auch unsere Attribute wie Stärke, Geschicklichkeit oder Intelligenz haben endlich wieder Konsequenzen.
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Kampferprobt ...
Quelle: pcgames.de
Das Kampfsystem setzt jetzt auf Timing, statt auf Kombos.
Wo man im Vorgänger mit den Attributen nur Zahlenwerte hochlevelt, die dann neue Waffen freischalten, wirken sich die Werte nun wieder direkt aus. Packen wir fünf Punkte in unseren Stärkewert, bekommen wir so einen zusätzlichen Schadenspunkt auf unsere Nahkampfangriffe obendrauf. Wir teilen also auch mehr Schaden aus, obwohl wir weiterhin nur ein rostiges Rohr als Waffe nutzen.
Apropos Draufhauen: Das Kampfsystem wurde ebenfalls überarbeitet. Nachdem es im Vorgänger eher auf Kombos ankam, ist jetzt das Timing wichtig. Es steht ein schwerer und ein leichter Angriff zur Verfügung, je nachdem, wie lange ihr die Angriffstaste gedrückt haltet. Leichte Attacken verbrauchen wenig Ausdauer und schwere logischerweise mehr. Ist die Ausdauer
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Leider hilft viel zu oft einfaches Draufhauen. So kann man mit Geduld auch eigentlich zu starke Gegner plätten.
weg, steht ihr für einen kurzen Moment hilflos da.
Die Gegner haben ebenfalls eine Art Ausdauerleiste, die mit jedem eingesteckten Schlag sinkt. Ist der Balken weggekloppt, gehen sie für eine Zeit zu Boden. Das verschafft wiederum Zeit für schwere Finisher. Leider fiel das Kampfsystem in unserer Demoversion aber meistens sehr monoton aus.
Wir klicken den Gegner so lange mit leichten Angriffen an, bis er zu Boden geht, setzen anschließend den schweren Angriff, und dann geht es wieder von vorne los. Zwischendurch weichen wir mit Jetpack oder Rolle kurz aus. Damit können wir sogar eigentlich noch zu schwere Gegner mit etwas Geduld in den Staub drücken.
Fernkampf konnten wir in der Preview-Fassung noch gar nicht ausprobieren. Zwar gibt es wieder Bögen und futuristische Schusswaffen, doch waren sie in unserer Version noch nicht final integriert oder einfach fehlerhaft und verweigerten einfach ihren Dienst.
... und charakterstark
Die Nah- und Fernkampfwaffen finden wir entweder in der Spielwelt, oder wir basteln sie uns selbst zusammen. Das Crafting-System ist
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Im Craftingsystem können wir mit genug Ressourcen auch unsere Waffen aufpeppen.
dabei tiefgründiger als im Vorgänger. Auf Wunsch klöppeln wir nämlich nicht nur neue Prügel zusammen, sondern verbessern unsere liebgewonnenen Waffen auch. Ein Bleirohr kann also mal mehr und mal weniger Schaden austeilen.
Kochen oder Alchemie sind ebenfalls wieder mit dabei. Nötig sind dafür natürlich die passenden Skills. Die lernen wir wie gewohnt bei Lehrern, die in der Spielwelt verteilt sind. Voraussetzung dafür sind aber etwas Kleingeld und natürlich Lernpunkte.
Alles in einem Durchgang zu lernen, ist unmöglich. Das liegt einerseits an fraktionsgebundenen Skills, aber auch daran, dass es nur jeweils einen Lernpunkt beim Stufenaufstieg gibt. Man muss sich also durchaus überlegen, in welche Richtung man sich entwickeln möchte.
Elex 2 bietet also gerade im Vergleich zum Vorgänger deutlich mehr Inhalt: mehr Fraktionen, mehr
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Attribute haben wieder mehr Auswirkung. Stecken wir genug Punkte in eine Eigenschaft, erhalten wir dauerhafte Boni, wie mehr Schaden.
Kampfmöglichkeiten, mehr Basenbau, mehr Story. Gleichzeitig verzichtet man auf eine noch größere Welt, damit man den Content besser verdichten und verzahnen kann.
Nur zeichnete sich in unserer Vorschauversion schon ab, dass all diese Ambitionen von einem Problem getrübt werden, das Piranha Bytes Spiele schon seit vielen Jahren plagt: der Technik.
Wenn da nicht die Technik wäre
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Elex 2 zaubert durchaus wieder hübsche Landschaften auf den Bildschirm. An mancher Stelle wirkt die Welt aber auch braun und leicht künstlich.
Die Welt von Elex 2 mit ihren Einschlägen von Fantasy und Postapokalypse hat wieder einige sehr schön gestaltete Stellen und wirkt auch etwas konsistenter als im Vorgänger. Die handgebaute Welt war eben schon immer das Steckenpferd der Entwickler. Auch die Beleuchtung und der Schattenwurf sind wirklich gelungen und schön anzusehen.
Doch an vielen Stellen wirkt die Welt von Elex 2 auch kahl, braun und beim Blick in die Ferne haben wir immer wieder das latente Gefühl, eine künstliche Modellbauwelt zu überblicken. Allgemein gibt es weniger abwechslungsreiche Gebiete. Wo im Vorgänger noch Wüste, Grünland, Vulkanebene und Schneegebiet auf uns warten, bietet Elex 2 nur noch grüne Wälder, braunes Ödland und weißes Schneegebiet.
Orte aus dem Vorgänger wie die Berserkerstadt Goliet werden zwar erwähnt, man kann sie aber nicht erreichen. Wer die Gegenden aus Elex 1 kennt, würde zwar den richtigen Weg finden, doch stellt einem das Spiel eine giftige Nebelwand als Levelbegrenzung hin. Das ist nicht sehr elegant gelöst und lässt die Kenner des Vorgängers enttäuscht zurück.
Die größte Baustelle, die Piranha Bytes aber dringend überarbeiten muss bis zum Release, sind die Animationen. Das fängt beim Kampf an, wenn wir uns hakelig an unsere Gegner heranschieben und auf sie eindreschen, doch noch mehr versauen sie die Inszenierung.
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Die Animationen der NPCs sind seit Jahren ein Problem bei Spielen von Piranha Bytes. Mittlerweile kann man sich aber immer schwerer darüber hinwegtäuschen, dass die Technik veraltet ist.
Gerade, weil Piranha Bytes in Elex 2 viel mehr Wert darauf legt, seine Geschichte und seine Quests besser zu erzählen und zu verzahnen, fällt die nicht mehr zeitgemäße Technik noch deutlicher auf. Wenn wir in Dialogen von unserem Gegenüber wütend angebrüllt werden, er uns aber nur aus seinen toten Augen anschaut und vielleicht mal eine Augenbraue hebt, dann ist das ein absoluter Stimmungskiller.
Ja, die Spiele von Piranha Bytes werden nur von einem kleinen Team entwickelt und haben dafür ganz andere Stärken. Doch obwohl das Studio nun schon seit Jahrzehnten der Konkurrenz in Sachen Technik hinterherrennt, ist dieser Umstand in Elex 2 so offensichtlich wie nie zuvor.
Das liegt unter anderem an den eingangs erwähnten Zwischensequenzen. Die sind zwar wirklich gut gemacht, doch nach den gut gestalteten und animierten Charakteren, die man dort zu sehen bekommt, bekommt man nach einer Schwarzblende wieder in den Dialogen Figuren ohne Ausdruck und Details vorgesetzt.
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Kinder bevölkern jetzt auch die Welt von Magalan. Zu mehr als kleinen Questgebern mit gruseligem Aussehen hat es aber wohl nicht gereicht.
Am Ende unseres Ausflugs mit der Preview-Fassung blieben wir mit einem weinenden und einem lachenden Auge zurück. Die Ambitionen, die Piranha Bytes antreiben, sind toll und die Verbesserungen sinnvoll. Das Studio geht den richtigen Schritt und konzentriert sich eher auf den Inhalt als darauf, noch größere Welten zu gestalten.
Nur reißt man den stimmungsvolleren und dichteren Aufbau gleich wieder ein, weil die Technik dahinter einfach nicht mehr mitkommt. Wir hoffen sehr, dass Piranha Bytes bis zum Release am 01. März 2022 noch ein bisschen am technischen Unterbau und vor allem an den Animationen feilt. In Elex 2 steckt nämlich durchaus ein Diamant, der es verdient hätte, von Piranha Bytes auch ordentlich in Szene gesetzt zu werden.
