Shadow of the Erdtree: Darum wird der DLC das absolute Highlight von Elden Ring
Kolumne
Das Warten hat bald ein Ende: Am 21. Juni 2024 erscheint mit Shadow of the Erdtree die langersehnte Erweiterung für Elden Ring. Wenn From Software ihren alten Traditionen gerecht wird, wird der DLC das absolute Highlight des Spiels.
Außerdem ist FromSoftware dafür bekannt, den Schwierigkeitsgrad in den Erweiterungen nochmal ordentlich hochzuschrauben. Wenn sie sich dabei an Malenia orientiert haben, dürften einen die neuen Gegner also ordentlich ins Schwitzen bringen. Oder an den Rand der Verzweiflung - je nachdem, wie es so um die eigene Frustrationstoleranz steht.
Zwei Bosse aus dem ersten Trailer haben es mir jetzt schon angetan. Zum einen weckt dieses wild umherspringende Viech, das nach einem schnappt und dann auch noch anfängt, Blitze durch die Gegend zu schleudern, direkt mein Interesse.
Quelle: Bandai Namco
Elden Ring: Shadow of the Erdtree
Zum anderen ist es Messmer der Pfähler, der nicht nur einer der Hauptdarsteller zu sein scheint, sondern auch optisch ordentlich Eindruck schindet. Die epische Inszenierung verspricht jetzt schon einen richtig spannenden Kampf in bester Souls-Manier. Im Gegensatz dazu können die ganzen recycelten Kerkerbosse aus dem Basisspiel einpacken.
In alter Tradition
Die Bosse sind allerdings nicht oder zumindest nicht nur deshalb so beeindruckend, weil man sich an ihnen hervorragend die Zähne ausbeißen kann. Fürstin Maria aus dem DLC von Bloodborne ist da ein sehr gutes Beispiel. Sie ist definitiv nicht auf dem Niveau einer Malenia, kann einem aber trotzdem die Hölle heiß machen.
Nach den unzähligen Kämpfen gegen riesige Biester und andere unheimliche Kreaturen ist die Umstellung auf einen der wenigen humanoiden Gegner erst einmal ungewohnt. Vor allem ihre Schnelligkeit wird zum großen Problem, wenn man mal kurz nicht aufpasst.
Dafür reagiert sie allergisch auf eure Schusswaffe und lässt sich mit einem gut getimten Schuss in die Knie zwingen. Durch ihr Tempo, den angenehmen Flow des Kampfes und das Gefühl der Ebenbürtigkeit gegenüber einer anderen Jägerin, gehört sie für mich zu den besten Bossen, die FromSoftware jemals geschaffen hat.
Von dem Grauen, das danach kommt, will ich lieber gar nicht erst anfangen. Das Fischerdorf ist nicht nur wie der Rest des Spiels von Lovecraft inspiriert. Es ist vielmehr eine Nachbildung seiner Geschichte Schatten über Innsmouth, die eine besonders unheimliche Atmosphäre kreiert.
Am Ende des Gebiets wartet dann der Waisenknabe von Kos, der tiefe Spuren in meiner Seele hinterlassen hat.
Allein in diesem letzten Gebiet steckt so viel Liebe zum Detail. Dass es nicht ins Basisspiel gehört und hinter einem Boss wie Lady Maria verborgen liegt, ist auf der einen Seite sehr schade.
Auf der anderen beweist es, wie viel Mühe FromSoftware in ihre Erweiterungen steckt. Es sind nicht einfach nur ein paar zusätzliche Inhalte, sondern sie sind mindestens genauso durchdacht wie die ursprünglichen Spiele
Quelle: Sony Interactive Entertainment
Bloodborne: The Old Hunters
Ich könnte noch ein paar Stunden hier sitzen und euch von den großartigen Bossen erzählen, die in den DLCs stecken. Zum Beispiel ist Schwester Friede aus Dark Souls 3: Ashes of Ariandel ebenfalls großartig inszeniert und verlangt einem mit ihren verschiedenen Phasen einiges ab.
Wenn man mit so einer Erweiterung startet, hat man oft schon viel Zeit ins Spiel investiert und dementsprechend auch viel Übung. Da kann FromSoftware den Spielern schon mal einiges abverlangen. Der Schwierigkeitsgrad ist aber nicht alles und trägt einfach seinen Teil zur Spielerfahrung bei.
Bosskämpfe machen gleich doppelt so viel Spaß, wenn das Charakterdesign, die Arena und der Soundtrack zusammenpassen. Wenn der Gegner dann noch mit eindrucksvollen Angriffen um die Ecke kommt und im Kampf ein richtiger Rhythmus entsteht, bin ich glücklich.
Am liebsten gibt es dann noch eine Videosequenz davor, in der irgendwas Abgefahrenes passiert, und fertig ist das perfekte Bossrezept.
Dementsprechend hoffe ich nicht nur, sondern gehe auch davon aus, dass die Erweiterung das absolute Highlight von Elden Ring wird. Und das meine ich nicht negativ gegenüber dem ursprünglichen Spiel. Im Gegenteil: Gerade weil die Basis so gelungen ist, stehen die Chancen gut, dass FromSoftware nochmal eine ganze Schippe drauflegt. Dafür nehme ich dann auch einen weiteren Sumpf in Kauf.
