DVD-Review: Ein gutes Jahr

Test Patrick Köllner

Ridley Scott erzählt die autobiografisch angehauchte Story eines Engländers, der in Frankreich den Sinn des Lebens entdeckt.

Im Spätsommer der Provence merkt der Broker Max (Russell Crowe), dass es mehr im Leben gibt als Geld. Im Spätsommer der Provence merkt der Broker Max (Russell Crowe), dass es mehr im Leben gibt als Geld. Das beste Mittel gegen Monotonie ist Abwechslung. Für Filmschaffende scheint es heute besonders wichtig, sich nicht auf eine Rolle oder ein Genre festzulegen. In der Praxis sieht es dann so aus, dass z.B. Steven Spielberg nach zwei düsteren Sci-Fi-Abenteuern ("A.I.", "Minority Report") erst einmal einige Komödien ("Catch me if you can", "Terminal") inszeniert. Natürlich kann sich das nicht jeder erlauben. Ridley Scott allerdings gehört definitiv dazu.

Nur wenige Regisseure blicken auf eine derart vielfältige, mit Kultfilmen ("Alien"), "Oscar"-Gewinnern ("Gladiator") und Blockbustern ("Hannibal") gespickte Filmografie zurück. Bereits mit der Gaunerkomödie "Tricks" (2003) bewies Scott, dass er nicht nur den Umgang mit Massenaufläufen vor gewaltigen Kulissen beherrscht, sondern auch kleine Geschichten mit zwischenmenschlichen Tönen meistern kann. "Ein gutes Jahr" ist ein ähnlicher Fall.

Erblast

Herrlich: Eine Ausfahrt durch die eigenen Weinhügel bei milden Temperaturen. Herrlich: Eine Ausfahrt durch die eigenen Weinhügel bei milden Temperaturen. Max Skinner (Russell Crowe) misst nur einer Sache Bedeutung zu: Geld. Als gerissener Spekulant manipuliert er die Londoner Börse und seine Mitarbeiter nach Belieben. Dann erhält er ein Schreiben aus Frankreich. Sein Onkel Henry (Albert Finney), bei dem Max seine Kindheit verbrachte und den er seit Jahren nicht mehr gesehen hat, ist verstorben. Als nächster lebender Verwandter reist Max in die Provence, um sein Erbe anzutreten. Dabei handelt es sich um ein heruntergekommenes kleines Weingut inklusive Pool und Tennisplatz.

Für Max ist klar: die Immobilie wird verkauft. Dadurch gerät er aber in Konflikt mit den auf und von dem Gut lebenden Menschen, wie der Familie Duflot, die Max noch aus Kindertagen kennt. Weiterer Wirbel entsteht durch die attraktive Cafébesitzerin Fanny (Marion Cotillard) und die aus dem Nichts auftauchende junge Amerikanerin Christie (Abbie Cornish), die behauptet, Henrys Tochter zu sein ...

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