F1 24, EA Sports FC und Co.: Electronic Arts, jährliche Vollpreistitel sind aus der Zeit gefallen!

Kolumne Michael Grünwald
F1 24, EA Sports FC und Co.: Electronic Arts, jährliche Vollpreistitel sind aus der Zeit gefallen!
Quelle: Codemasters

F1 24 ist auf dem Markt und kein schlechtes Spiel. Doch laut Redakteur Michael Grünwald hat es den Namen Vollpreistitel nicht verdient.

Als großer Motorsport-Fan kenne ich mich in der Welt der Rennspiele recht gut aus. Daher blicke ich auch ein wenig kritischer auf das Genre. Dennoch gibt's genügend Titel, die mein Rennsportherz schneller schlagen lassen.

In Gran Turismo 7 drehe ich beispielsweise seit mittlerweile zwei Jahren sehr regelmäßig meine Runden. Neben dem Sport-Modus, bei dem ich kurze Online-Rennen gegen andere Hobby-Piloten fahre, hat es mir auch die Super-KI Sophy angetan.

Im Crash-Spektakel Wreckfest geht's dagegen brachialer zu. Ein gutes Schadensmodell gehört für mich zu einem Rennspiel dazu und das Demolition Derby von Entwickler Bugbear macht seine Sache so gut, da darf langsam gerne ein zweiter Teil nachkommen. Die aktuelle Situation um die Embracer Group und Publisher THQ Nordic lässt mich aber nicht gerade optimistisch in die Zukunft schauen, wenn es um Wreckfest 2 geht.

Auch in andere Titel wie iRacing, Assetto Corsa und Co. spiele ich zwischendurch immer wieder rein. Dazu zählt ebenfalls die F1-Reihe von Codemasters und Electronic Arts. Warum das jedoch immer seltener der Fall ist, liegt unter anderem an der Politik von Publisher EA.

Eine Achterbahnfahrt

Bevor ich zu meiner Kritik an F1 24 komme, möchte ich die Uhr ein paar Jahre zurückdrehen. Denn schon mit den letzten Teilen der Reihe durchlief die Marke ein ständiges Auf und Ab.

F1 2019 und F1 2020 waren gute Spiele, die einige gelungene Neuerungen eingeführt haben. Der Story-Modus, die MyTeam-Karriere und die Implementierung der Formel 2 sind bis heute wichtig für das Franchise und nicht mehr wegzudenken.

Während F1 2021 mit der Geschichte rund um Nachwuchsfahrer Aiden Jackson und einem starken Handling glänzte, ging's mit F1 22 einen großen Schritt in die falsche Richtung. Das Fahrverhalten der Boliden frustrierte im ersten Spiel unter der Leitung von Electronic Arts ziemlich stark. Auch die restlichen Neuerungen wie F1 Life und die Supercars floppten größtenteils.

Im letzten Jahr zeigte Entwickler Codemasters mit F1 23 aber, dass sie auch unter dem neuen Publisher abliefern können. Die Fahrzeuge verhielten sich wieder deutlich kontrollierbarer und auch die Fortsetzung von Braking Point, also dem Story-Modus der Reihe, punktete mit einem überraschend tiefgründigen Plot.

Als ich die ersten Informationen zu F1 24 hörte, ahnte ich jedoch nichts Gutes. Die neuen Features wie eine erneut überarbeitete Fahrphysik und eine umfangreichere Fahrerkarriere wirkten auf mich mehr wie ein Update als ein kompletter Titel zum Preis von 60 bis 80 Euro.

Meine ersten Stunden im Rennspiel sollten meine Einschätzung auch sehr schnell bestätigen. Versteht mich nicht falsch, F1 24 macht insgesamt durchaus Laune. Das Handling geht eine deutlich arcadigere Richtung als noch im Vorgänger, doch das ist für einen Simcade-Racer absolut in Ordnung. Mir fehlt es ohne Story-Modus und Classic-Cars allerdings an Content. Außerdem bietet das eigentliche Offline-Highlight, die MyTeam-Karriere, seit Jahren kaum Neues.

Ein Boxenstopp des Aston Martin von Fernando Alonso Quelle: Codemasters

Nervige Medien

Für viele andere Spieler und für mich ist die Erstellung und Weiterentwicklung des eigenen Rennstalls der wichtigste Modus in der F1-Reihe. Das elfte Team im Grid zu stellen und gegen Ferrari, Mercedes, Red Bull und Co. anzutreten, zählt seit der Einführung im Jahr 2020 zu einem der wichtigsten Features.

Mir hat der Modus vom ersten Moment an gefallen, doch mittlerweile geht es für My Team beinahe unverändert in die fünfte Saison. In F1 24 steht mir sogar nur lediglich ein individuelles Lackierungsmuster für meine Fahrzeuge zur Verfügung. Beim Helm sieht es genauso aus und auch die vorgefertigten Charaktere lassen sich an zwei Händen abzählen. Das ist mehr als schade!

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