Aus dem Alltag eines Profi-eSport-Teams

Special Lukas Schmid
Aus dem Alltag eines Profi-eSport-Teams
Quelle: PC Games

eSport ist aus der Gaming-Welt nicht mehr wegzudenken. Wir waren in einem eSport-"Boot Camp" zu Besuch.

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen, und manchmal erhält er Einblick in eine Welt, die ihm bis dahin vollkommen verschlossen geblieben war.

Das Wohnzimmer ist Dreh- und Angelpunkt des Bildschirmtrainings. Alle Teammitglieder sitzen hier zusammen. Quelle: PC Games Das Wohnzimmer ist Dreh- und Angelpunkt des Bildschirmtrainings. Alle Teammitglieder sitzen hier zusammen. So geschehen Anfang Juni 2017, als wir auf Einladung des Hardware-Herstellers und Spielemonitor-Spezialisten ViewSonic dem von dem Unternehmen gesponserten eSport-Team Epsilon in Belgien einen Besuch abstatten durften. eSport-Begeisterte horchen spätestens jetzt auf: Epsilon hat sich in der Profi-Szene seit seiner Entstehung im Jahre 2008 einen Namen gemacht. Anfangs hauptsächlich auf Battlefield und Team Fortress 2 fokusiert, aber auch in Counter Strike: Source aktiv und schon hier sehr erfolgreich, wanderte für das Team nach einigen Jahren der Konsolen-eSport in den Mittelpunkt. Zwischen 2011 und 2014 sahnte Epsilon reihenweise europäische und internationale Championship-­Titel in den damals aktuellen Call of Duty-Ablegern ab, den damaligen Primärspielen des Teams. Gleichzeitig expandierte man aber in verschiedene Richtungen. So stieg man 2012 mit Counter ­Strike: Global Offensive in die Szene ein, Spieler und Teams aus mehreren europäischen Ländern wurden Teil der Epsilon-Vereinigung.Ehemalige Clans beschäftigten sich mit ­Battlefield 2, ­Battlefied 3, ­Battlefield: Bad ­Company 2, ­Counter Strike: ­Source, Enemy ­Territory: Quake Wars, ­Firefall, ShootMania, Team Fortress 2, Halo und Smite. Aktuell sind Teams unter anderem in Counter ­Strike: Global Offensive, Call of Duty, ­Battlefied 4, League of Legends, Gears of War, ­Rainbow Six: Siege, Hearthstone und, seit neuestem, FIFA unterwegs. Die Profi-Spieler kommen unter anderem aus Belgien, Schweden, Frankreich, dem Vereinigten Königreich und Norwegen, aber auch aus deutlich entfernteren Regionen wie Südakfrika, den Vereinigten Staaten oder Australien. Der "Vater" Epsilons, seinerzeit selbst als eSportler aktiv, aber inzwischen als Managing Director rein für das Organisatorische und die Betreuung seiner über Europa verteilten Teams zuständig: der 38-jährige Greg Champagne.

Greg Champagne: Der Managing Director des Epsilon-Teams war einst selbst im eSport tätig, sattelte dann aber auf die Betreuung mehrerer Teams um. Quelle: PC Games André Quelle: PC Games Guillaume Chevalier: Als Head Manager, Community Manager und Business Analyst baut der junge Franzose seit einiger Zeit für Epsilon das FIFA-Team auf. Quelle: PC Games

Das Haus, das Spieler macht

In der Sommerhitze kommen dem Team der zum Haus gehörende Pool und der riesige Garten gerade recht. Quelle: PC Games In der Sommerhitze kommen dem Team der zum Haus gehörende Pool und der riesige Garten gerade recht. Er ist es auch, der uns an diesem sommerlich heißen Junitag als erster im sogenannten "Gaming House" am Rande Brüssels begrüßt. Wir sind hierhergekommen, um einmal Einblick zu erhalten in den Alltag von eSportlern. Denn so groß und weit über die Grenzen des Spielejournalismus hinaus das Thema eSport inzwischen auch bekannt ist, über die Abläufe dahinter, über Training, Leben und Alltag der Profizocker weiß dennoch noch kaum jemand Bescheid. Und somit finden wir uns abseits von Regierungviertel und EU-Parlament nach einer knapp halbstündigen Fahrt vom Flughafen zwischen Wiesen, Bäumen und aneinandergereihten Luxusvillen mit davor parkenden Sportwägen der höchsten Preisklassen wieder. Die nächste Zivilisation ist ein kleines Studentenstädtchen, unsere Destination liegt fast inmitten eines Golfplatzes - die Gefahr, spontan einen Golfball vor die Füße gepfeffert zu bekommen, ist real, wie uns im Verlaufe des Tages noch ein paar Mal lachend versichert wird.

Greg kommt uns direkt entgegen, als wir aus dem Auto steigen und uns zwischen sattem Grün hindurch direkt zum Terrassenbereich des Gaming House begeben. Er macht uns direkt mit dem Ablauf des heutigen Tages vertraut: Der rigide Trainingsplan des vierköpfigen Teams, welches hier aktuell für ein Counter Strike: GO-Turnier trainiert, wurde extra für unseren Besuch aufgeweicht. Acht bis zehn Stunden pro Tag trainieren die Jungs hier und gönnen sich nur selten eine Pause. Oft kommt es vor, dass sie heimlich nachts noch weitertrainieren und dann von Greg oder ihrem Teammitglied und Mentor, dem Epsilon-Urgestein André "Barbarr" Möller, zum Schlaf gezwungen werden müssen. Das Haus teilen sich dabei alle Epsilon-Mitglieder untereinander auf, es dient als ein auch von Greg und André so bezeichnetes eSport-"Boot Camp". In den Wochen vor wichtigen Turnieren finden sich alle Beteiligten hier ein und trainieren unter besonders geeigneten Bedingungen, ohne Ablenkungen, mit Teamkameraden an der Seite, die sich gegenseitig unterstützen.
Bei acht bis zehn Stunden Training am Tag gehört ausgiebiges Futtern - gerne mal
vom Lieferdienst, denn Zeit für Kochen hat hier kaum jemand - natürlich dazu. Quelle: PC Games Bei acht bis zehn Stunden Training am Tag gehört ausgiebiges Futtern - gerne mal vom Lieferdienst, denn Zeit für Kochen hat hier kaum jemand - natürlich dazu.

Aber auch wer Konzentration fürs Training sucht und sie zu Hause nicht findet, ist hier im Haus ebenso willkommen, wenn der Platz es gerade zulässt. Das erzählt uns André, während wir auf der Terasse sitzen und die Sonne genießen. Die restlichen Spieler nutzen die seltene Freizeit und das gute Wetter und kühlen sich im Pool ab. Gerade haben wir eine Führung durch das Haus hinter uns gebracht. Es ist groß und eindeutig nicht billig, hat seine besten Zeiten aber auch schon hinter sich und könnte kleinere Renovierungsarbeiten vertragen. Die Zimmer wurden von seinen temporären Bewohnern nur notdürftig bestückt, Schmankerl wie ein Weinkeller sowie ein Yakuzi im Keller für kalte Wintertage sorgen aber trotzdem dafür, dass man sich hier auch für längere Zeit wohl fühlt. Beeindruckend sind die Zahlen, die Greg uns nennt: Knapp 800.000 Euro wären Haus samt Grundstück sonstwo in Belgien wert; hier, in einem der edelsten Gebiete des Landes, muss man noch einmal gut das Doppelte drauflegen. Um das zu finanzieren, benötigt Epsilon natürlich Sponsoren: Neben ViewSonic, deren Monitore demzufolge natürlich exklusiv im Gaming House zum Einsatz kommen, ist das unter anderem ein Energy-Drink-Produzent, dessen Logo und Dosen in so ziemlich jedem Raum des Hauses zu finden sind. Die Spieler nehmen das gerne und dankend an, denn höchste Konzentration sind an einem normalen Arbeitstag vor einem Wettbewerb für sie das A und O.


Kurz vorgestellt: Der ViewSonic XG2530 240 Hz

Während unseres von ViewSonic gesponserten Aufenthalts im Belgischen eSport-Haus stellte der Hardware-Hersteller sein neues, auf Gaming ausgerichtetes Monitor-Flaggschiff vor.

Viewsonics neuestes Pro-Gamer-Baby, der ViewSonic XG2530 240 Hz. Quelle: ViewSonic Viewsonics neuestes Pro-Gamer-Baby, der ViewSonic XG2530 240 Hz. Mit einem UVP von 549 Euro ist der ViewSonic XG2530 mit 240 Hz zwar nicht gerade billig, hat aber auch ordentlich was unter der Haube: Der Full-HD-Monitor mit knapp 25 Zoll Bildschirmdiagonale ist speziell auf die Bedürfnisse von (nicht nur) Profi-Spielern ausgerichtet. Durch eine Bildwiederholungsfrequenz von 240 Hz sollen verzögerte Eingaben und sonstige Latenzen der Vergangenheit angehören. Die Raktionszeit fällt mit 1 ms auch angenehm kurz aus. Ungewöhnlich, aber schön: Dank zwei verbauter 2-Watt-Stereolautsprecher bekommt man auch ohne Headset hochwertigen Sound spendiert. Die Bildqualität ist ähnlich qualitativ hochwertig und dank diverser Voreinstellungen für Genres wie FPS, RTS und MOBA sind anstrengende Einstellungen so gut wie nie notwendig. Der ViewSonic XG2530 mit 240 Hz ist seit dem 8. Juni 2017 im Handel erhältlich.

Produkt-Infos

  • Bildschirmdiagonale: 24,5 Zoll / 62,23 cm
  • Auflösung: 1920 x 1080 Pixel (Full HD)
  • Panel / Einblickwinkel: TN / 170 / 160 Grad
  • Reaktionszeit: 1 ms
  • Bildwiederholungsfrequenz: 240 Hertz
  • Anschlüsse: HDMI x 2, DP / USB-Up, USB-Down x 2
  • Preis: 549,- (UVP)

Spätestens um 09.00 Uhr morgens müssen sie aus den Federn, anschließend stehen Vorbereitungen sowie etwaige andere Erledigungen auf dem Plan. Um 13.00 Uhr geht es dann los und die Jungs finden sich im Wohnzimmer ein. Manchmal trainieren sie alleine, gegen Bots oder sonstwie intern, meistens jedoch geht mit eSport-Training ein reger Austausch einher. Zu ausgemachten Zeiten trifft man sich online mit rivalisierenden Teams aus aller Welt und versucht, in Freundschaftsspielen nicht nur den Gegner niederzuringen, sondern auch die Taktik sowie das Zusammenspiel mit den Kameraden zu perfektionieren.

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