Dungeons 3 im Test: Heiteres Kerkerbasteln mit nervigem Humor

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Dungeons 3 im Test: Heiteres Kerkerbasteln mit nervigem Humor
Quelle: PC Games

Dungeons 3 im Review: Kalypsos dritter Kerkerbaukasten nähert sich noch stärker seinem großen Vorbild Dungeon Keeper an - und wird damit zu einem besseren Spiel. Ob man allerdings den Humor erträgt, das steht auf einem ganz anderen Blatt.

Nanu, haben wir das richtige Spiel gestartet? Legt man Dungeons 3 (jetzt kaufen 19,09 € / 26,99 € ) nämlich neben seinen Vorgänger, sind die Unterschiede auf den ersten Blick kaum auszumachen. Beide bieten motivierendes Kellerbasteln in schönster Dungeon Keeper-Tradition. Beide enthalten eine Oberwelt als zusätzliche Echtzeit-Strategie-Spielebene. Und beide sind durchtränkt von haarsträubendem Humor. Wo also der große Unterschied liegt? Dungeons 3 eifert seinem Vorbild noch gelungener nach als seine beiden Vorgänger, entschlackt dazu kräftig seine Formel und schafft dabei einige Mängel aus der Welt, die Dungeons 2 im Test geplagt hatten. Das Ergebnis: Der bislang beste Teil der Dungeons-Serie - wenn man den Humor erträgt.

Dungeons 3 im Test: Witze zum Abgewöhnen

Das absolute Böse, um das sich die beiden Vorgängerspiele drehten, nimmt diesmal eine kleinere Rolle ein. Dafür rückt die korrumpierte Dunkelelfe Thalya in den Mittelpunkt, die wir durch eine 20 Missionen starke Kampagne begleiten. Ihr Ziel: Den Paladin Thanos abmurksen und auf dem Weg dorthin für möglichst viel Tod, Chaos und Zerstörung sorgen. Ty­pischer Dungeons-Alltag!

Für ein Spiel, das sich als schrille Fantasy-Parodie versteht und in praktisch jedem Satz einen Gag abfeuert, ist Dungeons 3 erschreckend unwitzig geraten. Wer schon den Humor des Vorgängers grenzwertig fand, sei gewarnt: ­Dungeons 3 legt noch einen drauf! Monty Arnold, bekannt aus Dungeons 2 und Daedalics Deponia, kehrt als motivierter Sprecher zurück - und muss diesmal noch längere, noch ermüdendere Zoten zum Besten geben. Egal ob vor, während oder nach einer Mission, die aus­ufernden Monologe zehren an den Nerven. Das wäre aber noch zu verschmerzen, käme nicht die neue Anti-Heldin Thalya hinzu: Sie meldet sich ähnlich oft zu Wort wie Arnolds Erzähler, ist aber schlechter geschrieben und noch anstrengender vertont. Dass Dungeons 3 im Test hier und da durchaus lustige Momente zu bieten hat, geht in der erschöpfenden Menge drittklassiger Gags schlichtweg unter - und darunter leidet auch der Spielspaß deutlich.

Doch so grenzwertig der Humor auch sein mag, man sollte Dungeons 3 deshalb keineswegs abschreiben - denn spielerisch hat der fröhliche Strategie-Mix einiges zu bieten!

Dungeons 3 im Test: Hier regiert das Böse

Sukkuben sind die einzigen Kreaturen, die in der Folterkammer feindliche Helden konvertieren können. Quelle: PC Games Sukkuben sind die einzigen Kreaturen, die in der Folterkammer feindliche Helden konvertieren können. Im Kern funktioniert Dungeons 3 fast genau wie sein Vorgänger von 2015. Wieder errichten wir gemütliche unterirdische Kerker, indem wir das Erdreich Block für Block markieren. Anschließend kommen unsere kleinen Dienerkreaturen - die herzig animierten Schnodderlinge - herbeigeflitzt, graben den Bereich frei und sammeln dabei sämtliches Gold auf, das hier und da beim Buddeln entdeckt wird. So legen wir Gänge und Räume an, die wir mit verschiedensten Bauwerken füllen. Besonders hier merkt man die Einflüsse von Dungeon Keeper, die diesmal noch ausgesprägter sind: Kreaturen wie Oger, Goblins oder Nagas wollen sich nun in Schlafräumen ausruhen, in der Guru-Guru-Farm frisches Geflügel naschen und sich im Trainingsraum ein paar Erfahrungslevel hinzuverdienen. Auf höheren Stufen wollen die Viecher mit Mana-Bädern und Bier bei Laune gehalten werden, während im Gefängnis besiegte Gegner vor sich hinschmoren und nach dem Verhungern zu willen­losen Skeletten werden. In der Folterkammer kümmern sich derweil unsere Sukku­ben darum, feindliche Helden so lange auszupeitschen, bis sie zu uns überlaufen. Es ist schön, böse zu sein!

Dungeons 3 im Test: Leben in der Kerker-Bude

Unverzichtbar: Banshees und andere Untote stellen wertvolle magische Werkzeugkisten her. Quelle: PC Games Unverzichtbar: Banshees und andere Untote stellen wertvolle magische Werkzeugkisten her. Das alles funktioniert dank einer überarbeiteten Benutzerführung und entschlackter Spielmechaniken unkomplizierter und flotter als in Dungeons 2. Schnodderlinge sammeln beispielsweise das nötige Gold deutlich flinker ein als früher. Arbeitsgeräte wie Braukessel oder Werkbänke lassen sich unkomplizierter platzieren oder werden einfach automatisch angelegt. Ähnlich wie in War for the Overworld können Schnodderlinge auch freie Flächen zuschütten und so neue Wände und Gänge anlegen. Ideal, um Räume nachträglich zu vergrößern oder die Laufwege für angreifende Helden zu verlängern und ihren Pfad mit reichlich Fallen zu spicken! Auch Aufgaben wie das Buddeln oder Transportieren von Werkzeugkisten oder Mana erledigen die Arbeiter zuverlässig - hier muss man nur noch sehr selten eingreifen und Aufträge "von Hand" erteilen.

Das Interface wurde zudem überarbeitet: Diesmal befinden sich die wichtigsten Schaltflächen für Räume, Fallen, Kreaturen, Zauber und dergleichen versteckt am linken Bildschirmrand. Das wäre beinahe unpraktisch, doch zum Glück kann man alle Menüs auch frei auf der Tastatur verteilen. Hat man die Hotkeys erst mal verinnerlicht, geht das Basteln und Taktieren damit gut von der Hand - auch wenn die Menüs mit ihren riesigen Icons eher an Konsolenspiele erinnern und wir zumindest die Zauberleiste aus Dungeons 2 schmerzlich vermissen.

Trotzdem sorgt der unterm Strich klar verbesserte Aufbau-­Part dafür, dass dem Spieler mehr Zeit bleibt, um das geschäftig-wuselige Treiben der Kreaturen zu genießen, die den Kerker mit Leben füllen. Besonders die liebevollen Animationen sind Realmforge gut gelungen: Kampfeinheiten salutieren artig, wenn wir sie mit dem Cursor berühren. Schnodderlinge balancieren vorsichtig Werkzeugkisten durch die Gänge oder rollen Bierfässer ins Lager, türmen sie dort sorgfältig zu Stapeln auf. Diese Fässerhaufen bringen wir dann mit einem Klaps unserer dämonischen Hand physikalisch korrekt zum Einsturz - spielerisch sinnlos und total gemein, aber so schick anzuschauen!
Das Baumenü ist aufgeräumt, nimmt aber viel Platz weg. Darum blendet es nach Benutzung wieder aus. Quelle: PC Games Das Baumenü ist aufgeräumt, nimmt aber viel Platz weg. Darum blendet es nach Benutzung wieder aus.

Dungeons 3 im Test: Forschung sorgt für Durchblick

Die größte Schwachstelle von Dungeons 2 wurde im Nachfolger ausgeräumt: Sämtliche Forschungen sowie das Freischalten neuer Gebäude und Upgrades finden nun in einem zentralen, bildschirmfüllenden Forschungsmenü statt. Im Vorgänger waren diese Verbesserungen noch umständlich in Untermenüs einzelner Räume versteckt - also ein klarer Fortschritt! Dungeons 3 verlässt sich allerdings etwas zu sehr auf den neuen Forschungsbaum, in dem wir in jeder Mission stets die gleichen Gebäudetypen, Einheiten und passive Boni freischalten müssen - man verbringt daher viel Zeit in dem Menü.

Immerhin: Der Techtree wird in jeder Mission erweitert und schafft damit regelmäßig neue Anreize. Ein positiver Nebeneffekt: Forschungsaufträge werden automatisch abgearbeitet und viele Funktionen, die im Vorgänger noch die Kreaturen erfüllen mussten, finden nun ebenfalls ihren Platz im Technologiebaum. Unsere Monster müssen darum weniger Aufgaben im Kerker übernehmen, das sorgt für mehr Übersicht und vermeidet Engpässe und Leerlauf. Unsere Orks sind beispielsweise nur für das Erstellen von Fallen und Türen zuständig, Dämonen erzeugen Mana und Untote dagegen stellen magische Werkzeugkisten her.
Im Forschungsbaum verbringen wir viel Zeit, denn hier planen wir im Grunde unsere gesamte Aufbaustrategie. Quelle: PC Games Im Forschungsbaum verbringen wir viel Zeit, denn hier planen wir im Grunde unsere gesamte Aufbaustrategie.

Dungeons 3 im Test: Echtzeit unter freiem Himmel

Wenn wir Häuser und Dörfer einäschern, lassen die Gegner-Wellen auf unseren Dungeon langsam nach. Quelle: PC Games Wenn wir Häuser und Dörfer einäschern, lassen die Gegner-Wellen auf unseren Dungeon langsam nach. Das verschafft unseren Biestern viel Freizeit, die wir natürlich nutzen, um die Kreaturen regelmäßig durch Dungeon-Ausgänge an die Oberwelt zu scheuchen. Das funktioniert in Dungeons 3 angenehm schnell, da wir nun alle Kreaturen mit nur einem Tastendruck aufheben und mit einem weiteren Klick an die Oberfläche befördern. Es gibt sogar einen Teleporterzauber, mit dem wir alle Truppen blitzschnell zurück ins Zentrum unseres Kerkers holen - besonders praktisch, falls mal wieder freche Helden an unser Dungeonherz klopfen!

  1. Seite 1 Dungeons 3 im Test - Erster Teil - Besseres Gameplay, schlechtere Gags
  2. Seite 2 Dungeons 3 im Test - Zweiter Teil - Oberwelt, Wertung und Fazit
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