Der Kino-Hit Dune 2 hat ein großes Problem - und es nervt mich gewaltig!

Kolumne Maci Naeem Cheema
Der Kino-Hit Dune 2 hat ein großes Problem - und es nervt mich gewaltig!
Quelle: Warner Bros.

Denis Villeneuve, der Mann hinter Dune, ist ganz klar einer der spannendsten Filmemacher der heutigen Kinowelt. Doch mit dem Mega-Hit kommt der Regisseur an seine Grenzen. Unser Redakteur Maci Naeem Cheema findet: Dune 2 hat enttäuscht.

Als großer Fan des Filmemachers Denis Villeneuve habe ich Dune 2 am Wochenende natürlich so groß und imposant gesehen wie möglich. Und ja, meine Güte, was ist der französisch-kanadische Regisseur nur für ein Genie, wenn es um bildgewaltige Kinomagie geht! Wichtig hierbei zu erwähnen: Das gilt natürlich nicht erst seit seinen berühmten Blockbuster-Ausflügen, dem 2017 veröffentlichten Blade Runner 2049, der die Geschichte von Ridley Scotts dystopischen Kultklassiker fast 30 Jahre später weiterführt, und dem "unverfilmbaren" Dune von 2021 (hier geht's übrigens zu meiner PCG-Filmkritik zum 2021-Mega-Hit).

Ganz besonders im Herzen trage ich übrigens ein ganz anderes Werk von ihm: Arrival - der Film von 2016 ist so unfassbar spaßig, so mitreißend mysteriös, so verspielt in Bezug auf das Visuelle und so befriedigend in seiner Darstellung und Ausführung. Übernatürliches Leben nimmt Kontakt zur Erde auf und dabei spielt der Film von Villeneuve weniger mit Klischees und mehr mit philosophischen Fragen und den unterschiedlichsten Formen von Sprache und Gestik. Kurz gehalten: Denis Villeneuve schreibt schon eine ganze Weile Kinogeschichte - nicht erst seit Dune.

Kritik an Dune 2, bitte was? Beim eigentlich fantastischen Dune 2 sind mir gleich mehrere Negativaspekte ins sonst so von Villeneuve verwöhnte Auge gestoßen. Und die werden gebündelt zum großen Problem. Meine große Frage für euch ist: Kommt der Filmemacher mit dem mega-spektakulären Dune: Part 2 an seine Grenzen? Meine kurze Antwort: Ja. Und meine längere Antwort? Nun. Verpasst auch nicht die Filmkritik zu Dune: Part 2 von Kollege Felix Schütz. Darüber hinaus hat er auch noch eine wie ich finde schöne Kolumne geschrieben, die sich ebenso "auf ein paar Fragezeichen" in Bezug auf Denis Villeneuve bezieht.

Mehr als Alfred Hitchcock: Villeneuve geht mit Dune die Extrameile

Wie einige vielleicht schon wissen, bisher nahm Villeneuve bei seinen Feature-Filmen einzig die Rolle des Regisseurs ein und war somit hauptverantwortlich für die audiovisuelle Erfahrung und weniger für die Story, die Dialoge und das intime Zusammenspiel der Haupt- und Nebenfiguren. Sogenannte Autorenregisseure machen einfach beides und sind aktuell wieder gefühlt omnipräsent. Man muss nur mal auf die letzten richtig großen Filme blicken, etwa Barbie von Greta Gerwig, Oppenheimer von Christopher Nolan oder Killers of the Flower Moon von Martin Scorsese. Doch das ist bei Weitem nicht die Norm in Hollywood. Regie-Maestros wie Alfred Hitchcock, Ridley Scott oder David Fincher haben nicht einen einzigen Screenwriter-Credit (für einen vollwertigen Feature-Film, versteht sich) in ihrer kompletten Karriere - und eben auch Villeneuve (bis 2021).

Rebecca Ferguson in Dune. Quelle: Warner Bros.  Wie schon angedeutet: Genau wie Alfred Hitchcock oder Ridley Scott hat auch ein Denis Villeneuve nur wenig für Dialoge übrig - zumindest war das so bis zu seinem ersten Ausflug zum Wüstenplaneten Arrakis. Denn bei den beiden Dune-Filmen nimmt Villeneuve dann doch bekanntermaßen die Rolle des Regisseurs sowie die des Drehbuchautoren ein - also so wie ein Autorenregisseur (Greta Gerwig, Christopher Nolan, Tarantino & Co.).

In einem Interview mit der Times gab der Kanadier jetzt genauere Einblicke in das Schreibthema, die sich dann tatsächlich perfekt in meine gemischte Kinoerfahrung mit Dune: Part 2 fügen. "Offen gesagt hasse ich Dialoge", so Denis Villeneuve. "Dialoge sind etwas für Theater und Fernsehen. Ich erinnere mich nicht an Filme wegen eines starken Satzes, sondern wegen eines starken Bildes. Ich bin überhaupt nicht an Dialogen interessiert!" - puh, allerspätestens da hat es richtig Klick gemacht für mich.

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