Ich habe Dune vor den Filmen nicht gelesen - Gott sei Dank

Kolumne Antonia Dreßler
Ich habe Dune vor den Filmen nicht gelesen - Gott sei Dank
Quelle: Warner Bros., Legendary edit

Dune hat mich komplett vom Hocker gerissen! Wer die Bücher gelesen hat, wird sich an einigen Details allerdings stören - Die Vorlage nicht zu kennen, ist also von großem Vorteil!

Wie konnte ich so blind sein

Zuerst zeigte er mir eine zeitliche Ungereimtheit auf, die bei sehr genauer Betrachtung tatsächlich etwas fragwürdig ist, aber die man wohl übersehen kann, wenn man nicht weiß, dass im Buch alles über einen viel längeren Zeitraum passiert.

Dann holte Felix in vollendeter Nerd-Manier aus und erzählte mir, was alles mit welchen Charakteren eigentlich anders ist als in den Büchern. Welche Personen fehlen, dass deren Motive komplett unterschiedlich sind und ihn viele Momente gar nicht so gepackt haben wie mich.

Meine erste Reaktion war Beschämung: Wie kann ich als komplett unwissende Person behaupten, dass der Film toll sei, wenn ich offensichtlich keine Ahnung von der Reihe habe, und jemand mit unfassbar viel Vorwissen das Gezeigte gar nicht so toll findet?

Stilgar treibt die Story in Dune: Part zwei stark voran Quelle: Warner Bros., Legendary Felix hat natürlich nicht einmal gesagt, dass meine Meinung weniger wert sei, aber trotzdem habe ich versprochen, dass ich die Bücher nachholen werde, in dem Bewusstsein, dass mein Pile of Shame gigantisch ist und ich die Bücher in den nächsten zehn Jahren ganz sicher nicht anfassen werde.

Nach reiflicher Überlegung bin ich aber an den Punkt gelangt, dass mir jede Person leidtut, die den Film nicht ohne Vorwissen der Bücher schauen kann. Denn dass ich so unfassbar gespannt vor der Kinoleinwand saß, wie es das letzte Mal beim ersten Herr-der-Ringe-Schauen war, mag zwar nicht jedem so gehen - ich würde es aber jedem wünschen.

Glück gehabt, wer die Bücher nicht kennt

Denn genau dafür sind Filme da und genau dafür ist vor allem Kino da. Und Dune 2 ist definitiv ein Kinofilm: Neben den tollen Kulissen kommt vor allem das Wechselspiel von Laut und Leise durch ein Kino-Soundsystem richtig zur Geltung. So sehr, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, wie der Sound zu Hause eigentlich klingen soll.

Denn der Film spielt damit, dass plötzliche laute Geräusche einen zusammenfahren lassen und nicht nur das Bild, sondern auch der Ton einen mitreißt. Manchen könnte das sicherlich unangenehm auffallen und die Kinoversion dadurch zu laut sein - für mich macht das den Film erst kinotauglich. Denn mit Popcorn und Getränk mal über 20 Tacken auf den Tisch zu legen, um einfach 'ne größere Version eines Fernsehfilms zu schauen - das sehe ich nicht ein.

Paul und Gurney wiedervereint Quelle: Warner Bros., Legendary Wem kann ich Dune jetzt also ans Herz legen? Da ich für die Kenner der Reihe nicht sprechen kann, verweise ich noch einmal auf die Filmkritik meines werten Kollegen und möchte mich stattdessen an den ganzen Rest wenden: Selbst, wenn ihr nichts mit Sci-Fi anfangen könnt, aber epische Geschichten mögt, dann gebt Dune eine Chance.

Wo sich der erste Teil wie der Prolog einer größeren Geschichte anfühlt, aber bereits bei den Massen gut ankam, hat mir die Fortsetzung noch mal viel besser gefallen. Der Film startete am 29. Februar in den deutschen Kinos; der erste Teil ist im Rahmen eines Netflix-Abos verfügbar. Wenn ihr den Film schon gesehen habt und mir zustimmt oder vielleicht widersprecht, dann gerne in die Kommentare damit.

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