Dune Awakening geht derzeit bei Steam durch die Decke, aber verstehen kann ich das nicht!

Kolumne Michael Grünwald
Dune Awakening geht derzeit bei Steam durch die Decke, aber verstehen kann ich das nicht!
Quelle: Funcom | Bildmontage PC Games

Fast 200.000 gleichzeitige Spieler in Dune Awakening sollten eigentlich für sich sprechen, mich macht der Grind im Survival-MMO aber wahnsinnig!

Survival ist eigentlich mein Ding - MMOs dagegen eher weniger. Deswegen war ich ziemlich gespannt, wie mir Dune Awakening in der fertigen Version gefällt. Und naja, was soll ich schreiben: Ich kann den Ansturm auf das Spiel gerade nicht wirklich nachvollziehen.

Die Welt von Arrakis ist faszinierend und bildgewaltig, das bewiesen zuletzt die beiden Kinofilme aus der Feder von Denis Villeneuve. Warum also nicht ein vielversprechendes Spiel drumherum bauen, die Hauptfigur Paul Atreides gar nicht existieren lassen und Fans in ein neues Dune-Universum werfen? Das dachte sich Funcom und entwickelte nun Awakening.

Zunächst einmal halte ich das sogar für eine gute Idee. Obwohl ich kein Experte in Sachen MMOs bin, kann ich den Gedanken verstehen. Schließlich hat es etwas, mit Freunden auf dem Wüstenplaneten sein Unwesen zu treiben und immer tiefer in die Geheimnisse der unterschiedlichen Völker und Häuser einzutauchen.

Allein im Multiplayer-Spiel

Nur leider funktionieren bestimmte Aspekte dieser Idee nicht so, wie sich das die Entwickler vorstellten. In etlichen Stunden auf meinem Server ist mir beispielsweise noch kein anderer Spieler begegnet. Da kommt nicht gerade MMO-Feeling rüber. Zwar sehe ich an allen Ecken und Enden die mal mehr, mal weniger hübschen Hütten meiner Mitstreiter, aber ansonsten herrscht gähnende Leere in meiner Welt.

Woran das liegt, kann ich nicht genau sagen. Vielleicht ist die Open World zu groß für 40 Leute pro Server, eventuell überschneiden sich meine Zeiten nicht mit denen der anderen oder der Zufall möchte es einfach nicht. Am Standort liegt es nicht, denn die Bauten der restlichen Überlebenden tummeln sich um mein bescheidenes, kleines Zuhause.

Insgesamt wirkt es für mich so, als wüssten auch die Entwickler von Funcom nicht so richtig, in welche Richtung Dune Awakening (jetzt kaufen 49,99 € ) abbiegen möchte. Für ein MMO fehlen mir einige Funktionen und in meinem Fall zunächst einmal andere Spieler. Ein richtiges Survival-Spiel sieht aber auch anders aus.

Klar, ich muss mich um meinen Durst in der Hitze kümmern, sollte mich vor dem Sandwurm in Acht nehmen und darf mich nicht zu lange auf der kargen Wüsten-Oberfläche bzw. in der Sonne aufhalten, aber so richtig Survival-Stimmung setzt bei mir trotzdem nicht ein. Der Basisbau macht schon Spaß, aber der Spaß hört direkt bei der Erkundung wieder auf.

Zwei Ornithopter fliegen auf Rauchsäulen zu Quelle: Funcom

Von Wüsten und Würmern

Arrakis besteht - vorlagengetreu - größtenteils aus Wüste, Geröll und Felsen, da ist es schwierig, viel Abwechslung in die Spielwelt zu pflanzen. Aber die meisten Ausflüge laufen schon sehr identisch ab. Ich durchsuche alte Laboratorien, Wracks oder Höhlen, töte ein paar böse Buben und Mädels und finde hin und wieder wertvolle Gegenstände - das war's auch schon.

Eine echte Langzeitmotivation entwickelt sich bei mir bislang noch nicht. Da hilft auch die interessante Story nicht, denn zwischendurch muss ich zu Fuß oder mit gecrafteten Fortbewegungsmitteln weite Wege durch riesige Wüstenareale zurücklegen, was dann wieder ordentlich Fahrt herausnimmt.

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