Mit Dragon's Dogma 2 erscheint bald das nächste Spiel, das auf PS5 und Xbox Series nur 30 FPS schafft. Woran könnte die enttäuschende Performance liegen?
Ganz anders sieht's allerdings bei dem eigentlichen Elefanten im Raum aus: Dragon's Dogma 2 läuft auf allen Konsolen mit ungefähr 30 FPS und hat keine unterschiedlichen Grafikmodi. Es ist also nicht möglich, für mehr Performance auf Details zu verzichten. Gespielt wird, was auf den Tisch kommt. Das lässt mehrere Rückschlüsse zu, und ich denke nicht, dass wir es hier nur mit Bevormundung zu tun haben, wie wir sie noch von vorherigen Konsolengenerationen kennen.
Das Mantra, dass Konsolenspieler ausschließlich hohe Auflösungen wollen und dabei nicht auf die Framerate achten, hat sich mittlerweile hoffentlich aus der Spieleentwicklung verabschiedet. 4K-Auflösung ist ein netter Bonus, der mich aber nicht die Bohne interessiert, wenn ich stattdessen auch in Full-HD oder WQHD mit 60 FPS spielen könnte. Dass hohe Auflösungen auf Konsole ohnehin fast immer per Hochskalierung ertrickst werden und so gut wie nichts nativ in der Auflösung läuft, die auf der Verpackung angepriesen wird, steht noch einmal auf einem anderen Blatt.
In vielen anderen Titeln stellt Capcom gleich mehrere Modi zur Auswahl, die dann etwa Raytracing an- oder abschalten oder die Auflösung herunterregeln. Dragon's Dogma 2 läuft mit der RE Engine, also mit demselben Motor, der auch die modernen Resident Evils antreibt, und die haben all diese Optionen. Außerdem gilt die RE Engine als gut optimiert und anpassungsfähig. Immerhin läuft das Remake von Resident Evil 4 sogar auf dem iPhone, und das in einer vernünftigen Qualität!
Aber warum eigentlich?
Da bleibt also eine Antwort: Es liegt vermutlich nicht allein an der Grafik, dass Dragon's Dogma 2 auf Konsole nur das Minimum anpeilt. Irgendetwas in diesem Spiel muss so hardwarehungrig sein, dass Performance-Modi in Capcoms Augen keinen Sinn ergeben. Vielleicht ist es die nahtlose Open World, die die RE Engine und die Konsolen ins Schwitzen bringt. Immerhin ist es das erste Mal, dass sie eine so große Spielfläche darstellen muss.
Vielleicht sind es leistungshungrige Features wie die Physikberechnung oder die vielen NPCs, die überall herumlaufen. Die sind immerhin nicht nur vorgefertigt, sondern werden in Form der Vasallen auch von anderen Spielern reingeholt und interagieren mit dem Rest der Welt. Solche Aufgaben dürfte der Prozessor übernehmen, und wenn der nicht hinterherkommt, dann helfen niedrigere Grafikdetails auch nicht.
Quelle: PC Games
Genaueres erfahren wir wohl erst, wenn wir die PC-Version in den Händen halten. Die kommt jedenfalls mit hohen Anforderungen daher, und zwar für eine erwartete Bildrate von 30 FPS, wie Capcom schreibt. Zu guter Letzt kann es auch sein, dass Dragon's Dogma 2 schlichtweg nicht gut für die aktuelle Hardware optimiert ist. Vor allem PC-Spieler haben diesbezüglich kein gutes Jahr hinter sich.
Es könnte also viele Gründe haben, warum die Performance auf Konsole schwach ausfällt. Ist das nun ein absoluter Beinbruch? Nein. Dragon's Dogma 2 sieht nicht nur sehr schick aus, es hat auch gute Chancen, eines der besten und einzigartigsten Rollenspiele des Jahres zu werden. Darüber hinaus wären stabile 30 FPS, die Capcom hoffentlich noch gepatcht bekommt, immer noch spielbar.
Wer weiß das besser als jahrelange Konsolenspieler. Wie bei jeder neuen Generation haben ich und die Hersteller mir Performance-Hoffnungen gemacht, die auf lange Sicht wohl nicht erfüllbar sind. Das ist der Lauf der Dinge. Aber ich werd es nicht schönreden: Gut fühlt es sich nicht an, wenn sich Luftschlösser in Luft auflösen.
