Dragon Quest 7 Reimagined zeigt sich als überraschend modernes JRPG, das klassische Kurzgeschichten mit neuen Komfortfunktionen verbindet und sowohl Fans als auch Einsteigern einen leichten Start bietet.
In diesem Artikel
Autobattles, Highspeed und clevere Ki
Wie wir es von anderen JRPGs mittlerweile gewohnt sind, kommt DQ 7 jetzt auch mit smarten Autobattles und Vorspulfunktionen daher. Wer Lust auf taktische Kämpfe hat, kann natürlich weiter traditionell spielen und im Zweifel das Tempo ein wenig hochschrauben. Wer keinen Bock auf langen Grind hat, der startet mit einem Knopfdruck die Autobattles und die Charaktere handeln nach eigenem Ermessen - und stellen sich dabei auch gar nicht mal so blöd an. Um nicht zu sagen: Die sind so clever, dass wir einen Boss-Fight mit der Automatik gewonnen haben. Das kann man mögen, das kann man hassen - es gehört aber einfach im Jahr 2026 in ein JRPG rein.
Und da sind wir wieder beim Thema: Dragon Quest 7 spricht zwei Arten von Spielern an: die, die Dragon Quest lieben und das Spiel noch einmal in einem schicken Look erleben wollen, und eine ganz neue Generation von JRPG-Fans.
Verglichen mit gigantischen Brechern wie Final Fantasy, ist hier der Einstieg in die Dragon-Quest-Reihe etwas entspannter. Uns wurde übrigens versprochen, dass auch der Anfang von Dragon Quest 7 nicht mehr so nervig wie damals sein soll. Vor Jahren hat der sich nämlich ohne Ende gezogen und auch das Endgame war mehr Qual als Spaß.
Quelle: Square Enix
Die Kämpfe sehen nicht nur schön aus, sie unterhalten auch durch die neuen Funktionen.
So sollte eine Neuauflage aussehen
Den neuen Stil kann man aus Hardcore-Fan-Perspektive natürlich kritisieren, das wäre aber wenig gehaltvoll. Nicht umsonst handelt es sich hier um ein Remake und kein Remaster. Schon auf der Playstation 1 und später auf dem Nintendo 3DS war das Spiel außerdem viel zu langatmig. Damals war das noch zu verkraften, immerhin hat man sich ein Spiel geholt und es stundenlang gezockt, statt wie heute nach zwei Stunden zum nächsten zu greifen, um seinen Dopaminspiegel hochzuhalten. Wir haben ein Überangebot an Spielen und Unterhaltung. Reimagined greift das optimal auf und findet eine nette Mischung aus Kämpfen, unterhaltsamen Dialogen und einer Geschichte, die in mehreren Etappen erzählt wird.
Dazu kommt eine klare Struktur. Man muss zwar Stück für Stück mit den NPCs reden, um sich seinen Weg ans Ziel zu bahnen, und kann nicht einfach selbst Dinge erschließen und eigene Wege gehen. Allerdings zeigt das Spiel auch ganz klar, wo wir als Nächstes hinmüssen. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Nerven - besonders, wenn man mal wieder einen kurzen Augenblick nicht aufmerksam den Text gelesen hat.
Dabei ist das auch gar nicht immer zwingend nötig, denn: In den Zwischensequenzen gibt es eine japanische und eine englische Sprachausgabe. Texte sind, wie gewohnt, auch auf Deutsch verfügbar. Das ist auch gut so, denn die sind das Herz von Dragon Quest 7.
Quelle: Square Enix
Dungeons sind unterhaltsam gestaltet, stellenweise aber etwas generisch.
Geschichten mit Herz
Wie man es von der Reihe gewohnt ist, ist das Spiel wieder sehr schön lokalisiert. Das fängt bei den Namen der Charaktere und Monster an und geht in den Dialogen weiter. Ein kleines Dorf von Seefahrern und Fischern spricht beispielsweise mit einem norddeutschen Dialekt. Das in Textform umzusetzen ist natürlich knifflig, aber gut gelöst.
Und auch sonst haben die Dörfer und Charaktere ganz unterschiedliche Sprechstile, was sich gut in das Inselprinzip fügt. Insgesamt fühlt es sich fast wie ein Märchen an, das man live miterlebt. Normalerweise würden wir niemals so reden, wie es die Charaktere tun, aber wir wollen ja auch in eine Fantasy-Welt versinken.
Meinung
Das, was wir bisher von Dragon Quest 7 Reimagined sehen konnten, macht Lust auf mehr. Wir sind gespannt, wie gut die Neuauflage eine neue Generation von Spielern erreichen kann und wie sich das in weiteren Remakes und besonders dem neuen Dragon Quest 12 bemerkbar machen wird.
Dragon Quest 7 Reimagined erscheint am 5. Februar 2026 für alle gängigen Konsolen und den PC.
