Doom: The Boardgame

Special

Vor uns liegt ein dunkler Gang, hinter uns ein knurrender Dämon -- und jetzt ist auch noch die Muni alle! Die typische Doom-Atmosphäre können Sie auch am Küchentisch erleben.

Komplexer Zeitfresser

Das waren jetzt nur die Grundzüge des Doom-Spielprinzips. Dazu kommen noch Details wie die Sichtlinie, die beim Kämpfen und dem Einsetzen neuer Monster eine Rolle spielt. Oder die »Nebenwirkungen« vieler Waffen: Einige streuen, andere schlagen aufs nächste Monster durch, manche produzieren Querschläger. Alles in allem hat Entwickler FFG aus der simplen Ballerei der Computervorlage ein hochkomplexes Brettspiel gestrickt. Erstaunlicher taktischer Tiefgang und leichte Rollenspieleinschläge machen es vornehmlich zu einem Fall für Freaks, zumal unter drei Stunden Spieldauer wenig läuft.

Neben dem großen (zeitlichen) Aufwand für eine Doom-Partie stört uns vor allem der deftige Schwierigkeitsgrad. Der Invader wirkt geradezu übermächtig; ständig hat er seine Hand voller starker Aktionskarten, die er fast beliebig spielen darf. Gleichzeitig leiden die Marines unter permanenter Ammo-Armut, die sie immer wieder zu Faustkämpfern degradiert -- wohl dem, der eine Kettensäge findet! Andererseits ist das Schöne an einem Brettspiel, dass sich solche Missstände mit diversen »Hausregeln« leicht korrigieren lassen. Auch FFG hat kurz nach dem Erscheinen (Doom -- The Boardgame kam Ende 2004 auf den Markt) reagiert und verschiedene Schwierigkeitsgrade eingeführt.

Satte Doom-Atmosphäre

Insgesamt hat uns Doom bei den Spielrunden sehr viel Spaß bereitet. Zumal die typische Atmosphäre trotz der beschränkten audiovisuellen Mittel eines Brettspiels erstaunlich gut rüberkommt. Motivation und Spannungslevel bleiben trotz der enormen Spieldauer jederzeit auf einem beachtlichen Level.

Grafisch hat FFG das Geschehen gut umgesetzt, wenngleich das Design nicht ganz so brillant wie bei der WoW-Umsetzung wirkt (Test im letzten Heft). Und bis auf Blutflecken auf den Level-Bauplatten kommt es sogar ohne Gewaltdarstellung aus. Auch die ganzen Spieltexte -- im Test hatten wir die englische Version -- geben sich angenehm zurückhaltend. Inzwischen ist auch eine (ungeschnittene!) deutsche Ausgabe erschienen, die ebenfalls um die 50 Euro kostet.

Michael Galuschka

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