Ein Meisterwerk der Arkane Studios - Dishonored im Retro-Check

Special Tobias Meyer
Carvo-Dishonored Key Art
Quelle: Bethesda

Dishonored setzte vor über einem Jahrzehnt neue Maßstäbe für Stealth-Actionspiele. Eine lineare Spielwelt mit unzähligen Freiheiten und Entscheidungsmöglichkeiten. Doch jede Entscheidung hat auch Folgen.

Alle Entscheidungen wirken sich direkt auf die Welt von Dunwall aus - Stichwort Chaosfaktor. Diese Spielmechanik prüft Kapitel für Kapitel unser Spielverhalten. Wenige Tötungen und das Unterstützen von Zivilisten halten den Chaosfaktor niedrig. Aggressives Verhalten führt zum Gegenteil und erhöht ihn. Folglich verändern sich Umgebung und auch NPCs. Charaktere wirken pessimistischer, die Stadt verkommt noch mehr und die Zahl der Gegner steigt.

Am Ende jedes Kapitels gibt es eine Zusammenfassung, die unter anderem zeigt, wie viele Personen eliminiert wurden, wie viele Münzen man sammelte und eben auch den Chaosfaktor. Je nachdem wie hoch der am Schluss des Spiels ist, bekommen wir unterschiedliche Enden gezeigt. Ansonsten zählen aber auch andere Momente unmittelbar hinein, die zeigen, wie verzahnt das Spiel ist. Zum Beispiel, wie man mit den restlichen Kaisertreuen umging. Unsere Handlungen haben Gewicht und in Kombination mit der durchaus geringen Spieldauer lädt Dishonored direkt zum Rerun ein.

DLC Key Art Quelle: Bethesda Nach Release erschienen noch drei DLCs, wobei der erste, Dunwall City Trials, eher ein Parkour-Spielplatz ist. Insgesamt zehn Herausforderungen laden dazu ein, seinen Spielstil mit bestimmten Fähigkeiten zu perfektionieren. Am Ende ist das aber eher etwas für Highscore-Jäger.

Der zweite DLC, The Knife of Dunwall, erschien ein Jahr später und bot die erste Story-Erweiterung. Statt Corvo spielen wir hier, etwa zur gleichen Zeit wie die Hauptstory, den Attentäter Daud. Der wird nach dem Mord an der Kaiserin von Schuldgefühlen geplagt und erfährt vom Outsider, dass eine noch dunklere Bedrohung über das Reich hereinbricht. Nun gilt es, sein Gewissen reinzuwaschen.

Die Geschichte findet sein Ende im dritten DLC, in dem das Geheimnis hinter der dunklen Bedrohung erfährt. Der DLC synchronisiert sich dann mit der Story des Hauptspiels und Daud trifft auf Corvo. Wie der DLC genau endet, hängt wieder vom Chaosfaktor der Story-Erweiterung ab.

DLC - Angriff auf die Kaiserin Quelle: Bethesda Dieses Spielerlebnis ist auch heute immer noch fantastisch. Über ein Jahrzehnt nach seinem Erscheinen ist Dishonored immer noch ein Paradebeispiel für gelungenes Leveldesign und spielerische Freiheit in einer eigentlich recht begrenzten Spielwelt. Das Spiel schafft eine wunderbare Kombination aus tiefgründiger Geschichte in einer düsteren Gesellschaft voller Intrigen und flexiblen Gameplay-Mechaniken. Dishonored drückt dem Spieler keine Story auf, wenn er nur das Gameplay erleben möchte. Bietet aber gleichzeitig eine enorme Tiefe für Story-Fans.

Die Stadt Dunwall mit all seinen Geheimnissen, die moralischen Entscheidungen des Spielers und die unzähligen Wege, um das Spiel zu meistern, machen Dishonored zu einem Klassiker, der sich immer wieder lohnt, gespielt zu werden. Und zum Glück hört die Geschichte nach dem ersten Teil nicht auf. Denn auch der zweite Teil - Das Vermächtnis der Maske - rund um Corvo und Kaiserin Emily lohnt sich allemal. Aber das ist ein Kapitel für ein andermal.

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