Disciples: Liberation im Test: Tolles Dark-Fantasy-Abenteuer, mit mangelnder Herausforderung

Test Matthias Dammes 35,99 €
Disciples: Liberation im Test: Tolles Dark-Fantasy-Abenteuer, mit mangelnder Herausforderung
Quelle: Kalypso Media

Im Test von Disciples: Liberation nehmen wir das Strategie-Rollenspiel von Kalypso Media mit seinen Stärken und Schwächen ganz genau unter die Lupe. Dabei entdecken wir ein durchaus gut gemachtes Dark-Fantasy-Abenteuer mit interessanten Charakteren, schwierigen Entscheidungen und gut gemachten taktischen Möglichkeiten. Letztere kommen aber wegen der mangelnden Herausforderung etwas zu kurz.

Im Sub-Genre der Strategie-Rollenspiele gehört die Disciples-Reihe genauso zum Inventar wie King's Bounty und Genre-Primus Heroes of Might and Magic. Vor über 20 Jahren aus der Taufe gehoben brachte die Serie einige gute Titel hervor. Der letzte liegt nun aber bereits zwölf Jahre zurück. Zeit diese Durststrecke zu beenden, dachte sich Publisher Kalypso Games und verpflichtete die kanadischen Entwickler von Frima Studio, um Disciples: Liberation umzusetzen. Das Team hat im Genre zwar bislang keine Erfahrung, trotzdem ist ihnen ein sehr ordentlicher Eintrag in der Disciples-Reihe gelungen.

In der Spielwelt entdecken wir Geheimwege (durch das Portal links), NPCs (Fragezeichen) und Rohstoffe (Pfeile). Quelle: PC Games In der Spielwelt entdecken wir Geheimwege (durch das Portal links), NPCs (Fragezeichen) und Rohstoffe (Pfeile).

Eine Welt im Krieg

Wie schon in den Vorgängern verschlägt es uns in die Dark-Fantasy-Welt von Nevendaar. Eine Welt, in der die verschiedenen Rassen wie die Elfen, das Imperium der Menschen, die Untoten und die Dämonen im ewigen Konflikt miteinander liegen. Inmitten dieses Chaos schlüpfen wir in die Rolle von Avyanna, die sich zusammen mit ihrem Kindheitsfreund Orion als Söldner verdingt. Eines Tages werden die beiden in eine Geschichte hineingezogen, in der sie im Zentrum stehen und sie sich mit den zerrissenen Zuständen in der Welt auseinandersetzen müssen.

Retten wir den einen oder den anderen. Immer wieder stehen vor schwierigen Entscheidungen, die weitreichende Folgen haben können. Quelle: PC Games Retten wir den einen oder den anderen. Immer wieder stehen vor schwierigen Entscheidungen, die weitreichende Folgen haben können. Die Story ist interessant erzählt und wartet im Verlauf mit einigen interessanten Wendungen auf. Vor allem aber lebt sie von den knallharten Entscheidungen, die sie dem Spieler immer wieder abverlangt. Die vier bereits angesprochenen Fraktionen bekämpfen sich gegenseitig und haben meist auch noch interne Konflikte am Laufen, was zu einer sehr komplexen Gesamtgemengelage führt. Häufig gilt es bei Entscheidungen sich auf die Seite bestimmter NPCs zu schlagen. Nicht immer ist dabei sofort ersichtlich, welche Auswirkungen das für unser Standing bei den vier Völkern hat. So können wir uns auf die Seite eines Trupps von Menschen schlagen, aber trotzdem Ansehen beim Imperium verlieren, weil die von uns unterstützten Kämpfer möglicherweise einer religiösen Gruppierung angehören, die am Sturz des Imperators arbeitet.

Die Welt von Nevendaar ist in ein gutes Dutzend Level eingeteilt, durch wir unsere Heldin stellvertretend für unsere gesamte Armee bewegen. Ähnlich wie King's Bounty 2 haben die Entwickler auch bei Disciples: Liberation (jetzt kaufen / 35,99 € ) die rundenbasierte Strategiekomponente aus diesem Teil des Spiels entfernt. Stattdessen bewegen wir uns in Echtzeit durch die Gebiete. Allerdings hat man die stilisierte Iso-Perspektive beibehalten, wie sie für das Genre üblich ist. Das passt unserer Meinung nach deutlich besser zum Spiel und spielt sich auch deutlich angenehmer als die Third-Person-Ansicht bei der Konkurrenz.

Eine Stadt als Zuflucht

Wie aus den Vorgängern gewohnt, sammeln wir in den Leveln Rohstoffe ein, nehmen Produktionsgebäude für Ressourcen ein, reden mit NPCs und treffen auf jede Menge feindlicher Armeen. In der Stadt Yllien errichten wir Gebäude der einzelnen Fraktionen, um deren Einheiten zu rekrutieren und auszubilden. Quelle: PC Games In der Stadt Yllien errichten wir Gebäude der einzelnen Fraktionen, um deren Einheiten zu rekrutieren und auszubilden. Die angesprochenen Rohstoffe benötigen wir, um neue Einheiten anzuwerben, diese zu trainieren, Zauber zu erlernen, Gegenstände zu verbessern und Gebäude auszubauen. Denn erneut dient uns eine zentrale Stadt als Stützpunkt für unsere Abenteuer. Diese ist jedoch kein fester Anlaufpunkt auf der Oberwelt, sondern ein mystischer Ort, den wir per Portal erreichen. Früh im Spiel stolpern unsere Helden zufällig über das geheimnisvolle Yllian. Egal wo wir uns gerade in der Welt befinden, jederzeit können wir auf Knopfdruck in die Stadtansicht schalten.

Hier lassen sich eine Schmiede, ein Marktplatz und diverse Gebäude der verschiedenen Fraktionen errichten. Letztere dienen zur Rekrutierung von verschiedensten Einheiten der jeweiligen Völker. Je höher diese Bauten aufgewertet sind, umso bessere Truppen lassen sich verpflichten. Allerdings benötigen wir dafür auch ein gutes Ansehen bei der entsprechenden Fraktion. Es ist also von Vorteil, wenn man zumindest mit einem der Völker richtig dicke ist, um Zugriff auf die mächtigsten Kämpfer zu haben. Auf solchen Hexfeld-Schlachtfeldern finden die Kämpfe statt. Die Leiste am oberen Bildrand zeigt die Zugreihenfolge an. Quelle: PC Games Auf solchen Hexfeld-Schlachtfeldern finden die Kämpfe statt. Die Leiste am oberen Bildrand zeigt die Zugreihenfolge an.

Gute taktische Anlagen

Gut ausgebildete Krieger sind vonnöten, denn gekämpft wird in der Welt von Nevendaar mehr als genug. Die Schlachten finden in rundenbasierten Taktikkämpfen auf gesonderten Hexfeld-Karten statt. Die Zugreihenfolge der verschiedenen Einheiten wird über ihren jeweiligen Initiative-Wert Auf der linken Seite legen wir die Auf- und Zusammenstellung unserer Truppen fest. Drei Einheiten in der Backline, davor Avynna, zwei Gefährten und bis zu zehn weitere Einheiten. Quelle: PC Games Auf der linken Seite legen wir die Auf- und Zusammenstellung unserer Truppen fest. Drei Einheiten in der Backline, davor Avynna, zwei Gefährten und bis zu zehn weitere Einheiten. bestimmt. Die einzelnen Kämpfer können über verschiedene Arten von Aktionspunkten verfügen, die bestimmen, wie oft die Einheit pro Runden Angriffe und Bewegungen ausführen kann. Jeder Einheitentyp verfügt über für sie spezielle Fähigkeiten. Dazu gehört ein Standardangriff, ein Spezialangriff, der mächtiger ist, aber über einen Cooldown verfügt, sowie eine passive Fähigkeit.

Hinzu kommt eine sogenannte Backline-Fähigkeit, die dann zum Tragen kommt, wenn man die Einheit in die hinterste Linie der eigenen Aufstellung platziert. In dieser hintersten Linie können bis zu drei Kämpfer platziert werden. Diese nehmen nicht aktiv am Kampf teil, versorgen die restlichen Truppen durch ihre Backline-Fähigkeit aber mit spannenden passiven sowie aktiven Boni. Wenn wir zum Beispiel einen Druiden der Elfen in die Backline stellen, heilt dieser einmal pro Runde unsere Einheit mit den niedrigsten Lebenspunkten.

In die eigentliche Schlachtformation beordern wir neben unserer Heldin Avyanna insgesamt bis zu zehn reguläre Einheiten sowie zwei Gefährten. Wie viele Truppen wir befehligen können, hängt auch von Avyannas Führungswert ab. Je mächtiger eine Einheit ist, desto mehr Führung wird für sie benötigt. Wir entscheiden uns also, ob wir lieber weniger, dafür stärkere Einheiten aufstellen, oder ob wir mit Masse statt Klasse arbeiten. So gibt es durchaus einige taktische Überlegungen anzustellen, die schon bei der Aufstellung der eigenen Armee beginnen. Während des Kampfgeschehens müssen wir dann zusätzlich auf Dinge wie Platzierung der Gegner, Hindernisse auf dem Schlachtfeld und besondere Bodeneffekte, die uns entweder schaden oder stärken können, achten.

Bildergalerie

  1. Seite 1 Disciples: Liberation im Test: Story, Charaktere, Kampfsystem
  2. Seite 2 Disciples: Liberation im Test - Schwierigkeit, Charakterentwicklung, Fazit, Wertung
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