Dirt 5 in der Vorschau: Klare Abgrenzung zu Dirt Rally 2 - Funracer erstmal angespielt
Special
Mit Dirt 5 wollen sich die Entwickler klar gegenüber der Simulation Dirt Rally 2 abgrenzen und setzen auf zugänglichen Rennspaß sowie einen bunten und fröhlichen Stil. Wir konnten in einer Vorschaudemo schon einmal ein paar Runden drehen und uns einen Eindruck vom Spielgefühl verschaffen.
Die Dirt-Reihe von Codemasters hat eine lange Tradition, die bis zum allerersten Colin McRae Rally aus dem Jahre 1998 zurückreicht. Seit nunmehr fünf Jahren verfolgen die Rennspielexperten aus Großbritannien eine zweigleisige Strategie bei der Entwicklung neuer Dirt-Spiele. So lieferten die beiden Dirt-Rally-Ableger knallharte Rennsimulationen, für Fans, denen Realismus bis in die letzte Schraube am allerwichtigsten ist. Die Hauptreihe richtet sich dagegen eher an ein breiteres Zielpublikum. So konnte man in Dirt 4 sogar zwischen Arcade- und Simulations-Handling wählen.
Für die Entwicklung von Dirt 5 (jetzt kaufen 39,95 € ) haben sich die Entwickler aber die Frage gestellt, was für eine Art von Dirt-Spiel sie machen wollen. Dabei wurde ihnen klar, dass sie in keiner Weise mit Dirt Rally 2 konkurrieren wollen, das sie als den Höhepunkt des virtuellen Rallye-Sports betrachten. Stattdessen verfolgt Dirt 5 einen anderen Ansatz, der sich auch vom direkten Vorgänger unterscheidet. Als Inspirationsquellen dienten daher vor allem Dirt 2 und Dirt 3, die mit ihrer Vielfalt, dem bunten Artdesign und ihrem Stil mehr dem entsprachen, was die Entwickler für den neuen Teil im Sinn hatten. Im Rahmen einer Entwicklerpräsentation inklusive Anspieldemo konnten wir uns schon einmal einen ersten Eindruck vom Spiel verschaffen.
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Weniger Rallye, mehr Rennen
Schon im Ankündigungstrailer, aber auch während der Vorstellung durch die Entwickler von Codemasters und Anhand der Inhalte der Anspieldemo fiel uns sofort auf, dass bisher vor allem Rundrennen Mann gegen Mann im Fokus der Präsentation des Spiels stehen. Auf unsere Frage, ob denn klassische Rallye-Rennen von Punkt A nach Punkt B gegen die Uhr überhaupt noch ein Teil des Spiels sein werden, erhielten wir leider keine aussagekräftige Antwort. Viele Features des Spiels wollen die Entwickler erst in den kommenden Monaten vorstellen.
Quelle: Codemasters
In der Karriere warten jede Menge Events auf euch, über dir ihr euch Geld und Fortschritt verdient.
Diesmal ging es dem Team vor allem darum erst einmal Details zu den Schauplätzen, Autos und dem Karriere-Modus zu präsentieren. In letzterem erwarten euch über 130 Events, die in acht Rennkategorien eingeteilt sind. Veranstaltungen wie Rally Raid, Stampede oder Ultra Cross unterscheiden sich dabei vor allem in der Art der zur Verfügung stehenden Fahrzeuge und der zu erwartenden Streckentypen. Der Spieler soll recht viel Freiheit in der Wahl der zu fahrenden Events haben. Es müssen in jedem Fall nicht alle abgeschlossen werden, um das Ende der Karriere zu erleben.
Mit jedem erfolgreich abgeschlossenen Event verdient man sich Geld und sogenannte Stempel. Während die Moneten in neue Autos und deren optische Anpassung fließen, gilt es eine bestimmte Anzahl an Stempeln zu sammeln, um die Finalrennen der einzelnen Kapitel der Karriere freizuschalten. Während der Kampagne bekommt ihr es mit den sogenannten Superstars zu tun. Das ist zum einen AJ, der euch als Mentor unter seine Fittiche nimmt, um euch zu ultimativem Erfolg zu führen. Zum anderen spielt Bruno Durant eine zentrale Rolle, der als weiterer Neuling zu eurem und AJs Rivalen wird. Darüber hinaus wird die Handlung in einer Art Podcast-Format vorangetrieben. Wie genau das funktioniert, konnten wir bislang aber noch nicht erleben.
Quelle: Codemasters
In Brasilien wird über schlammige Pisten durch den Dschungel und die Favelas von Rio de Janairo geheizt.
Einmal um die Welt
Während der Karriere, aber auch in anderen Spielmodi, bereist ihr zehn sehr unterschiedliche Schauplätze. Dazu gehören New York City, China, die Lofoten Inseln in Norwegen, Rio de Janeiro in Brasilien, Kapstadt in Südafrika und noch einige mehr. An jeder dieser Locations gibt es verschiedene Strecken für die unterschiedlichen Renntypen und Autoklassen. Auch die Jahreszeiten beeinflussen das Streckenangebot. So kann in New York zum Beispiel nur im Winter auf dem zugefrorenen Hudson River gefahren werden. In den anderen Jahreszeiten finden New-York-Rennen dagegen auf Roosevelt Island statt. Wie viele verschiedene Strecken das insgesamt ergibt, verrieten die Macher allerdings nicht.
Gefahren wird auf diesen Strecken mit Autos aus zwölf verschiedenen Rennklassen. Für Fans vergangener Tage gibt es zum Beispiel historische Fahrzeuge in den Kategorien Classic Rally, 80s Rally und 90s Rally mit ikonischen Autos wie dem Ford Mustang oder dem Mitsubishi Lancer Evo VI. Neumodischere Modelle gibt es dagegen in Modern Rally, Rally GT und RX Rally Cross. Nicht fehlen dürfen aber auch wieder die spezialisierten Fahrzeuge wie Buggys, Offroad-Trucks oder die neuen Sprint-Racer. In jeder Fahrzeugklasse soll es mehrere Modelle zur Auswahl geben. Auch hier gaben uns die Entwickler noch keinen kompletten Überblick über das gesamte Autoangebot.
Arcadiger Rennspaß
Spielen konnten wir von alledem in unserer Vorschauversion bisher jedoch nur Bruchteile. Von der Karriere ist in der Demo zum Beispiel noch gar nichts zu sehen. Stattdessen konnten wir uns auf vier Strecken in Norwegen, China, Brasilien und Arizona in drei Runden dauernden Rennen vergnügen. Dabei konnten wir eine Handvoll Fahrzeuge der aus den Klassen 90's Rally, X Cross Raid, Super Lite und Sprint einsetzen. Der Start ins Rennen fällt dann recht unspektakulär aus. Nach einem kurzen Ladebildschirm befinden wir uns direkt im drei-sekündigen Countdown, bevor die wilde Fahrt auch schon losgeht.
Quelle: Codemasters
Optisch macht Dirt 5 eine sehr ordentliche Figur.
Dirt 5 erscheint zwar auch noch für die alte Konsolen-Generation, daher sind neue grafische Maßstäbe nicht unbedingt zu erwarten. Aber schon auf den ersten Metern fällt uns erfreut auf, dass die Entwickler gegenüber Dirt 4 die Optik ordentlich aufgebohrt haben. Wir spielen die auf maximale Einstellungen gedrehte PC-Version, die mit schicken Fahrzeugmodellen, Wasser- und Partikeleffekten sowie detaillierten Umgebungen am Rande der Strecke überzeugt.
Das Fahrgefühl richtet sich klar an Fans des arcadigen Rasens und geht sehr eingängig von der Hand. Dazu müssen wir allerdings anmerken, dass die Demo noch nicht wirklich über Einstellungsoptionen verfügte. Daher können wir noch nicht abschätzen, in wie weit sich Fahrverhalten, Hilfen und andere Optionen an die persönlichen Vorlieben anpassen lassen. Wir spielen die Demo mit einem Controller, womit sich die Autos präzise steuern lassen. Das Spiel soll auch umfangreichen Lenkrad-Support bieten. Details dazu wollen die Entwickler aber zu einem späteren Zeitpunkt noch bekannt geben.
Anders als in anderen Arcade-Rennspielen scheint hier glücklicherweise keine Gummiband-KI zum Einsatz zu kommen. Wenn wir gut fahren, gelingt es uns einen guten Vorsprung heraus zu arbeiten und wenn wir mal Mist bauen, fallen wir zurück und schaffen es unter Umständen nicht mehr, ganz nach vorne zu fahren. Genauere Aussagen zur KI können aber sicher erst nach längeren Rennen im fertigen Spiel getroffen werden.
Quelle: Codemasters
Wind und Wetter nehmen Einfluss auf das Renngeschehen, wenn sich Sichtverhältnisse und Untergründe ändern.
Wind und Wetter
Unterschiedliche Rennsituationen kommen übrigens nicht nur durch verschiedene Strecken und Autos zustande. So kommt es auch auf die Tageszeit und das Wetter an, wie sich ein Rennen entwickelt. Die Bedingungen können sich dabei auch noch verändern, während wir auf der Piste sind. Auf der norwegischen Strecke erlebten wir zum Beispiel, wie es mitten am Tag immer finsterer wurde und ein heftiges Schneetreiben einsetze. Der Schneefall wurde dabei so heftig, dass wir von unseren eigenen Scheinwerfern geblendet wurden und nahezu nichts mehr erkennen konnten - zumindest in der Cockpit-Ansicht. Mit Verfolgerkamera fuhr es sich bei diesen Bedingungen etwas besser.
Auf der chinesischen Strecke setzte wiederum ein heftiger Regen ein, der die Dreckpiste immer mehr unter Wasser setze. Das hat nach unserem Empfinden zumindest auch leichten Einfluss auf das Fahrverhalten. Allerdings waren wir mit einem Buggy unterwegs, der ja geradezu geschaffen ist, um sich elegant durch Schlamm und Dreck zu wühlen. Auch hier stellt das Spiel sicherlich keinen Simulationsrennfahrer auch nur annähernd zufrieden. Das will das Spiel aber gar nicht. Der Rennspaß steht im Vordergrund. Daher gibt es auch nur ein recht oberflächliches Schadensmodell mit ein paar Beulen und Kratzern.
Wenn das Spiel im Oktober wie geplant erscheint, soll euch ein abwechslungsreiches Gesamtpaket erwarten. Neben der Karriere wird es einen Arcade-Modus geben, in dem ihr Events selbst zusammenstellen könnt. Autos lassen sich im Livery-Editor umfangreich optisch gestalten. Diese Kreationen können dann per Fotomodus künstlerisch festgehalten werden. Für Mehrspieler-Fans gibt es neben den üblichen Online-Modi auch einen Splitscreen für bis zu vier Spieler - auch in der Karriere. Außerdem haben die Macher wohl noch ein geheimes und aufregendes Feature in der Hinterhand, über das sie erst im August sprechen wollen.
