Next-Gen-Eindrücke zu Dirt 5: Wir haben den Arcade-Racer auf der Xbox Series X angespielt

Special David Benke
Next-Gen-Eindrücke zu Dirt 5: Wir haben den Arcade-Racer auf der Xbox Series X angespielt
Quelle: Codemasters

Im Rahmen unserer Hands-on-Preview mit der Xbox Series X hatten wir die Möglichkeit, einen Blick auf einen der namhafteren Launchtitel der neuen Microsoft-Konsole zu werfen: Codemasters Arcade-Racer Dirt 5. Was der auf Next-Gen-Hardware alles zu leisten im Stande ist und wieviel sich im Vergleich zu Teil 4 getan hat, klären wir in unserer Vorschau.

Was soll ich denn darauf spielen? Diese Frage hörte man zuletzt immer wieder, wenn sich das Gespräch um die Xbox Series X drehte. Mit Launch-Titeln für Microsofts neues Konsolen-Gaming-Flagschiff sieht es nämlich nach wie vor ein wenig dünn aus. Doch keine Sorge, wir haben jetzt endlich ein passende Antwort parat. Nämlich: Dirt 5! Wir konnten den Arcade-Racer aus dem Hause Codemasters im Rahmen unserer umfangreichen Xbox-Series-X-Hands-On-Experience bereits vor Release anspielen und dabei auf Herz und Nieren testen: Wie viel Neues gibt's im Vergleich zum letzten Serienableger von 2017? Und zu welchen grafischen Meisterleistungen ist der Titel auf der Next-Gen-Hardware im Stande? Die Antworten gibt's in dieser Vorschau.

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Die Krux mit den Racing-Storys

Das Herzstück von Dirt 5 (jetzt kaufen 39,95 € ) ist natürlich der Karrieremodus. Von dem dürft ihr euch allerdings nicht zu viel erwarten. Von der Funktionsweise her erinnert die Spielvariante stark an Codemasters Genrekollegen Grid: Ihr wählt aus einem Menü verschiedene Events aus, gesammelte Stempel gewähren euch Zugang zu zusätzlichen Veranstaltungen. Die bekommt ihr wiederum für absolvierte Rennen - zusätzlich zu Dirt-Dollars, der Ingame-Währung zum Kaufen neuer Karren, sowie Rufpunkten. Mit denen steigt ihr stetig im Level auf und erhaltet so wiederum neue Lackierungen und andere Cosmetics.

Dirt 5: Wir haben Codemasters neuen Arcade-Racer auf der Xbox Series X angespielt. (3) Quelle: Codemasters Dirt 5: Wir haben Codemasters neuen Arcade-Racer auf der Xbox Series X angespielt. (3) Eingebettet ist das alles in eine recht lose Geschichte: Ihr steigt in den Rennstall des berühmten Autofreaks Alex Janiček alias "AJ" ein, der euch unter seine Fittiche nimmt und an die Spitze der Racing-Szene führt. Das war's auch schon. Punkt. Sonderlich imposant inszeniert ist das alles auch nicht. Hin und wieder wird die Handlung durch kleine Podcast-Schnipsel der Automobilfachmänner von Donut Media vorangetrieben. Im Original werden zudem euer Mentor "AJ" sowie euer Rivale Bruno Durant von Nolan North und Troy Baker gesprochen, die bereits in Uncharted 4: A Thief's End als Nathan und Sam Drake eine richtig gute Chemie bewiesen. Im Deutschen müsst ihr auf die leider komplett verzichten, weshalb die Präsentation oftmals etwas peinlich wirkt. Denn natürlich muss Dirt 5 richtig cool und krass sein, was man sich als Erwachsener nur schwer noch geben kann.

Die Rennen in Dirt 5 Events fallen indes in acht unterschiedliche Kategorien von Rallycross bis Rock Climb. Insgesamt erwarten euch über 130 Herausforderungen, die euch auf Pisten an allen Ecken der Erde entführen: Ihr schlittert über vereiste Seen Norwegens, ihr klettert in Marokko staubige Canyons empor oder ihr braust durch regennasse Bambuswälder der chinesischen Wildnis. Das sorgt nicht nur für spielerische, sondern auch optische Abwechslung. Hier und da dürft ihr sogar echte Wahrzeichen wie die Christusstatue in Rio de Janeiro bewundern.
Dirt 5: Wir haben Codemasters neuen Arcade-Racer auf der Xbox Series X angespielt. (2) Quelle: Codemasters Dirt 5: Wir haben Codemasters neuen Arcade-Racer auf der Xbox Series X angespielt. (2)

Hübsch aber nicht atemberaubend

Auch der generelle Look des Spiel ist nicht schlecht: Besonders die Strecken mit ihren Pfützen, herum wehenden Blättern oder aufgewirbelten Dreckwolken schauen durchaus schick aus. Für zusätzlichen Eindruck sorgen die dynamischen Tageszeiten und Wettereinflüsse. Besonders nachts entfaltet Dirt 5 nochmal eine ganz eigene Wirkung: Den Nordlichtern zuzuschauen, die Spiegelungen eines Feuerwerk auf eurem Auto zu beobachten oder sich in realistischem Schneefall zu verlieren, macht echt Laune. Auch weil Codemasters die Beleuchtung echt gelungen ist.

Dirt 5: Wir haben Codemasters neuen Arcade-Racer auf der Xbox Series X angespielt. (7) Quelle: Codemasters Dirt 5: Wir haben Codemasters neuen Arcade-Racer auf der Xbox Series X angespielt. (7) Trotz potenter Hardware der Xbox Series X ist der Titel aber kein absoluter Leckerbissen. Ihr habt zwar die Wahl aus einem Spielmodus, der die Bildrate priorisiert, und einem Modus für Grafikqualität. Der zaubert dann dynamische UHD-Auflösung mit 60 FPS auf den Bildschirm, dazu realistische Schatten, höher aufgelöste Texturen und mehr Zuschauer sowie Details an und um die Strecke. Mit entsprechender Peripherie sind sogar bis zu 120 Bilder pro Sekunde möglich. Dirt 5 sieht aber nie so richtig nach Next Gen aus. Abseits der Piste wirkt die Welt teils etwas leblos, auch auf der neuen Konsole traten bei uns immer wieder nachladende Objekte oder Tearing auf.

Sponsoren und Splitscreen

Aber zurück zur Karriere: Neben schnöden Rennen warten dort natürlich noch andere Dinge auf euch. So feiern beispielsweise die Gymkhana-Geschicklichkeitsturniere ein Comeback, in denen ihr mit Drifts und Sprüngen Punkte sammeln müsst. Darüber hinaus gibt es noch die sogenannten Throwdowns - besondere Racing-Herausforderungen, in denen ihr euch im 1-gegen-1 großen Namen der Szene stellt und um fette Preise fahrt. Grundsätzlich eine nette Idee, wir fanden sie zum aktuellen Zeitpunkt aber noch etwas undurchsichtig. Die Events müssen erst durch die Erfüllung bestimmter Voraussetzungen freigeschaltet werden, welche das sind, ist aber nirgends ersichtlich.

Abgerundet wird der Karrieremodus durch das Sponsoren-Management. Im Verlauf der Karriere könnt ihr bei einem potenten Geldgeber unterschreiben, der Siegesprämien ausschüttet und euch im Gegenzug für die Erfüllung bestimmter Ziele (wie das Gewinnen einer gewissen Anzahl an Events) mit Vertragsboni belohnt - beispielsweise neue Aufkleber für euren Wagen. Anspruch und Belohnungen variieren je nach Werbepartner, es gilt also abzuwägen, für wen ihr euch entscheidet. Endgültig ist die Wahl zwar nicht, wer vorzeitig seinen Sponsor wechselt, riskiert allerdings seinen Treuebonus und einen Teil seines Rufs.
Dirt 5: Wir haben Codemasters neuen Arcade-Racer auf der Xbox Series X angespielt. (6) Quelle: Codemasters Dirt 5: Wir haben Codemasters neuen Arcade-Racer auf der Xbox Series X angespielt. (6) Abseits der Karriere wartet noch der Arcade-Modus auf euch, der sich wiederum in Free Play und Time Trial aufteilt. Die bieten genau das, was die Namen bereits suggerieren: Im Ersteren sucht ihr euch Rennevents aus, legt Wagenklasse, Wetter und Tageszeit aus, stellt Runden und Gegneranzahl ein und springt dann auf die Strecke. Im Letzteren bleiben die ersten Schritte weitestgehend gleich, es gilt dann eben nur, eine möglichst schnelle Zeit rauszufahren und in der globalen Highscore aufzusteigen. So weit, so bekannt. Spannend wird es nochmal durch die Möglichkeit, Free Play (so wie den Karrieremodus) auch im Splitscreen mit bis zu drei Freunden zu spielen. Mehr Spieler, mehr Fahrfreude!

Playground & Co. - Dirt bleibt Arcade

Für zusätzlichen Spaß sorgt der Playground-Modus, der bei uns starke Erinnerungen an Nadeos Trackmania-Serie geweckt hat. Warum? Weil ihr hier in typischer Baukasten-Manier eigene Level erstellen und sie dann mit der Welt teilen könnt. Dabei stehen euch nicht nur drei Renntypen zur Auswahl (Gate Crash, Gymkhana oder Smash Attack), sondern auch ein riesiger Fundus an Strecken- und Umgebungsobjekten, aus denen ihr euren ganz eigenen Traumkurs zusammenzimmern dürft. Das funktioniert mit dem Controller überraschend gut. Was unter anderem auch daran liegt, dass euch die Macher mit einer Reihe von Erklärtexten behutsam an die verschiedenen Funktionen des Editors heranführt.

Dirt 5: Wir haben Codemasters neuen Arcade-Racer auf der Xbox Series X angespielt. (5) Quelle: Codemasters Dirt 5: Wir haben Codemasters neuen Arcade-Racer auf der Xbox Series X angespielt. (5) Apropos Steuerung: Wie spielt sich Dirt 5 denn nun eigentlich? Codemasters vertraut auch dieses Jahr wieder auf das klassische Arcade-Gameplay, bei der Kontrolle eurer fahrbaren Untersätze wird euch also nicht alles abverlangt. Statt realistischem Anspruch steht klar der Fahrspaß im Vordergrund. Nichtsdestotrotz sind einige kleine Unterschiede auszumachen: Ein Offroad-Pickup steuert sich etwas gemächlicher als ein Rallycross-Bolide. Dicke Karren mit Heckantrieb brechen euch schon mal aus, wenn ihr zu beherzt aufs Gaspedal tretet. Auf Schnee, Eis oder Kies lässt es sich natürlich einfacher driften als auf Asphalt. Dazu kommt eine anschauliche Auswahl an optionalen Fahrhilfen: ABS, Traktions- und Stabilitätskontrolle lassen sich komplett aus-, nur leicht oder komplett dazu schalten. Mit fünf verschiedenen Schwierigkeitsgraden von sehr leicht bis sehr schwer könnt ihr das Spielgefühl zudem ganz euren Wünschen anpassen. Wobei die KI auf der von uns hauptsächlich gespielten normalen Stufe nicht immer sonderlich clever agierte, gerne mal einen Unfall baute oder ungebremst in die Bande raste. Auf Abstand achten oder sauber fahren? Fehlanzeige! Entsprechend könnt ihr mit ein wenig Können respektable Vorsprünge von über zehn Sekunden herausholen. Aber hey, immerhin keine Gummiband-KI!

Mehr Autos? Mehr Kosten!

Einzige Ausnahmen sind die Wagen der Klassen Formula Offroad und Sprint, die sich sehr bockig steuern. Hier haut es euch gerne mal in die Streckenbegrenzung, weil der Hobel einfach nicht auf eure Lenkradbewegungen reagiert. Daneben hält Dirt 5 noch 11 weitere Fahrzeug-Kategorien parat: von Klassikern der 80er und 90er über Rock Climber bis hin zu modernen Rallycross-Flitzern. Dabei sind alle bekannten Namen wie Lancia, Ford oder Audi vertreten, die sich in Sachen Performance und Handling teils deutlich unterscheiden. Es lohnt sich also, auch mal ein paar Dirt-Dollar in die Hand zu nehmen und sich einen neuen fahrbaren Untersatz zu gönnen. Der lässt sich daraufhin noch mit diversen Lackierungen und Stickern individualisieren.

Was hingegen noch zum Problem werden könnte, sind die sich schon jetzt abzeichnenden Ingame-Käufe. Wollten wir in unserer Preview etwa mit der Offroad-Version des VW Beetle über die Piste brettern, wurden wir direkt an den Microsoft Store weitergeleitet. Schade. Eingefleischten Arcade-Racing-Fans sollte das die Vorfreude auf den Release allerdings nicht versauen. Der erfolgt bereits am 6. November für PC, Xbox One und PS4. Am 10. November folgt dann die Series-X-Version, am 19. die PS5 -Fassung.

Bisheriges Fazit

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