Dillon's Dead-Heat Breakers im Test: Gelungener Genre-Mix mit Abzügen im Gameplay
Test
Monster dieser Welt nehmt euch in Acht! Gürteltier Dillon kehrt in Dillon's Dead-Heat Breakers auf den Nintendo 3DS zurück. Im Action-Spektakel nach feinster Tower-Defense-Manier gilt es erneut, Invasoren aus dem All zurückzuschlagen. Dabei bekommt Dillon erstmals Kampfunterstützung eures individuellen Nintendo-Mii-Charakters. Wie schneidet der 3DS-exklusive Genre-Mix im Test ab?
In diesem Artikel
Nachdem Ranger Dillon seinen ersten Auftritt auf dem 3DS in dem 2012 erschienenen Dillon's Rolling Western hatte, lieferte sich das gerechtigkeitsliebende Gürteltier im Sequel The Last Ranger haarsträubende Duelle mit feindseligen Stein-Monstern. Es folgte ein kurzer Abstecher als Trophäe in Nintendos Super Smash Bros., nun schicken Entwickler Vanpool den wortkargen Ranger zurück auf die Rennstrecke. Wie gewohnt wird strategische Tower-Defense-Action mit Racing-Elementen vermischt. In Dillon's Dead-Heat Breakers (jetzt kaufen 24,95 € ) gibt es jedoch eine große Veränderung im Vergleich zu den Vorgänger-Spielen: Diesmal könnt ihr nicht nur den rollenden Blitz Dillon spielen, sondern auch eure eigenen Nintendo-Mii-Charakter in individueller Tierform - als sogenanntes Amiimal!
Quelle: PC Games
Wenn ihr den Booster einsetzt, ist Dillon noch schneller als üblich. Auf dem unteren 3DS-Bildschirm seht ihr permanent die Karte des Kampfgebiets.
Nur noch kurz die Welt retten
Genauso actionreich wie der Genre-Mix ist auch der Start ins Spiel: Euer Mii-Charakter wird von merkwürdigen Monstern namens Karbos angegriffen, die als Kometen auf die Erde stürzen. Dillon ist zur Stelle, rettet euren Tier-Charakter und muss in den folgenden 15 Kapiteln einiges an Arbeit leisten. Es gilt, Dörfer mithilfe von Gefechtstürmen zu verteidigen, allerlei Kampf-Moves auszupacken und die Gegner aus dem All auf den Rennstrecken mit Vollgas zu zerschmettern. Das Ziel im dritten Teil der Dillon-Spielereihe: Die wertvollen Manju-Herden beschützen und genug Materialien sammeln, damit Mechaniker Russ eine ultimative Superwaffe bauen kann, um die Invasoren endgültig zur Strecke bringen! Dafür benötigt ihr neben einer guten Portion strategischen Denkens auch die richtigen tierischen Begleiter, die euch im Kampfgeschehen unterstützen. Es gibt also einiges zu tun in Dillon's Dead-Heat Breakers. Aber der Reihe nach.
State of Play
Das Spielprinzip gleicht einem stetigen Kreislauf. Um an wichtige Materialien für den Bau von Russ' Spezialwaffe zu kommen, müsst ihr die Karbos bezwingen und Rohstoffe wie Erz, Holz, Feuerstein oder Manju-Gras sammeln. Außerdem benötigt ihr Geld, das ihr durch nette aber mit der Zeit abwechslungsarme Minispiele einkassiert. Von diesen gibt es eine überschaubare Zahl in der Kleinstadt Fort Major: Zum Beispiel kann euer Mii-Charakter tagsüber in einem Lebensmittelladen arbeiten, Müll auf dem Wertstoffhof sortieren, in der VR-Hyper-Arena visuelle Gegner abschießen oder eine Art Pinball spielen. Übung auf der Rennstrecke und ein ordentliches Preisgeld erwartet euch bei Rennen, in denen Dillon seine Fähigkeiten unter Beweis stellt. Besonders schön: Auch abseits der Missionen und Minispiele könnt ihr euch in Fort Major frei bewegen und mit anderen Tier-Charakteren sprechen. Die Dialoge sind zwar nicht vertont, aber amüsant geschrieben.
Wenn ihr dann eine ordentliche Geldsumme verdient habt, trudelt ein Auftrag ein, der von den Dörfern in der Nähe stammt. Im Anschluss begebt ihr euch mit euren tierischen Kumpanen auf Rettungsmission. Denn die Invasoren aus dem All haben es auf die wertvollste Lebensquelle der Bewohner abgesehen: Die friedlichen Manju, schweineartige Nutztiere, die in Fort Major gehalten werden. Die Gefechte im Spiel laufen größtenteils nach dem gleichen Prinzip ab: Dillon muss alle Gegner ausschalten, bevor die Gefechtstürme oder die Basis, in dem sich die Manju aufhalten, zerstört werden. Nette Idee: Gewonnene Kämpfe könnt ihr jederzeit am Wiederhol-O-Mat in Russ' Werkstatt wiederholen, um mehr Materialien abzustauben oder auch Extras wie Artworks freizuschalten. Den Wiederhol-O-Mat benötigt ihr insbesondere dann, wenn ihr in einer Hauptmission nicht die benötigten Rohstoffe sammeln konntet. Das führt allerdings dazu, dass ihr grundsätzlich Level wiederholen müsst, was sich eher aufgezwungen anfühlt und das Spiel künstlich streckt. Das hätte man auch innovativer lösen können.
Quelle: PC Games
Alle tierischen Söldner sind individuell gestaltet und haben Witz. Im unteren Bildschirm des Nintendo 3DS seht ihr zudem mehr Details zur Waffe des Begleiters und die Kosten für dessen Unterstützung.
Ein Freund, ein guter Freund
Vor jedem Gefecht begebt ihr euch ins Hotel von Fort Major, das euch als Basis dient. Dort heuert ihr die im Kampf benötigten Begleiter an, was allerdings einiges kostet. Die tierischen Unterstützer sind kreativ gestaltet - von abgebrühten Stieren mit Plasmakanonen bis hin zu pfiffigen Maus-Soldaten ist alles dabei. Die Waffen der Begleiter haben zudem unterschiedliche Attribute wie beispielsweise eine höhere Reichweite oder eine schnellere Schussfrequenz. Mit maximal zehn Söldnern begebt ihr euch auf die abwechslungsreich gestalteten Schlachtgebiete, die alle und mit Spielfortschritt komplexer werden und schwieriger zu meistern sind. Zum Beispiel gibt es Minenabschnitte oder Hafengebiete, wo ihr euch mittels Sprungrampen über das Wasser bewegt. Vor einem Kampf platziert ihr je nach Belieben die Unterstützer auf den verschiedenen Gefechtstürmen. Wenn die Monster das Gebiet befallen, verteidigen die Söldner ihre Türme - altbekannte Tower-Defense-Action eben. Wenn ihr allerdings nicht Acht gebt und die Türme nicht ausreichend mitverteidigt, können die Unterstützter auch außer Gefecht gesetzt werden. Nach jedem Kampf erhalten eure Begleiter Bonus-Punkte für getötete Karbos und steigen je nach Leistung ein Level auf. Außerdem könnt ihr einen Unterstützter gleich für das nächste Gefecht anheuern.
Quelle: PC Games
Ihr könnt die Ausrüstung von Dillon und eurem Mii-Charakter jederzeit ansehen. Außerdem verkaufen Händler in Fort Major stets bessere Gegenstände, die auch abhängig vom Level der Spielfiguren sind.
Kampf-Moves à la Gürteltier
Dillon beherrscht einige Spezialattacken, mit dem Luftangriff verursacht er zum Beispiel mehr Schaden. Dillons Klauenangriff ist seine Standard-Attacke, die ihr aber durch neue Ausrüstungsteile verbessert. Solche erhaltet bei Händlern in Fort Major, natürlich nur gegen das entsprechende Kleingeld. Doch Vorsicht: Mit der Zeit nutzen sich auch neue Gegenstände im Kampf oder auf der Rennstrecke ab. Im Gefecht selbst erweist sich die Steuerung des Nintendo 3DS als praktisch und angenehm, da ihr oft auf nur eine Taste braucht. Auch auf der Rennstrecke lässt sich der rollende Blitz gut steuern, denn bis aufs Lenken braucht ihr eigentlich nur euren Booster.
Im letzten Drittel der Gefechte transformieren sich die Monster in fahrbare Untersetzer und müssen auf der Rennstrecke innerhalb einer bestimmten Zeit vernichtet werden. Dazu benutzt ihr Dillons Booster-Fähigkeit. Damit überwindet ihr einiges an Distanz in kurzer Zeit oder zerschmettert die Gegner mit kurzen Booster-Schüben. Schafft ihr es nicht, die Monster auf der Rennbahn in der vorgegebenen Zeit zu zerstören, verwandeln sich die Übriggebliebenen in ihre finale Form, was einen Boss-Kampf zur Folge hat. Die Bosse stecken natürlich wesentlich mehr Treffer ein und zapfen Dillon schnell Leben ab. Dafür verlieren sie aber kostbares Loot, was ihr für die Herstellung der Superwaffe benötigt. Die Invasoren haben unterschiedliche Angriffsmuster und sind vielfältig gestaltet. Praktisch ist, dass die Gefechte in einem Kampffeld stattfinden, welches ihr jederzeit verlassen könnt, wenn euch die Gegner doch zu schwierig oder eure Leben so gut wie aufgebraucht sind. Denn wenn ihr sterbt, ist die gesamte Mission gescheitert und ihr müsst von vorne anfangen. Die Kämpfe in Dillon's Dead-Heat Breakers sind aber nie unfair.
Rasant aber repetitiv
Dillon's Dead-Heat Breakers beweist einmal mehr, dass der Genre-Mix aus strategischer Tower-Defense-Action mit Racing-Elementen gut funktioniert. Insbesondere diese Abschnitte machen sehr viel Spaß. Wenn man mit vollem Karacho versucht, einen Gegner aus der Bahn zu drängen und ihn mit einem Klauenangriff in seine Einzelteile zerlegt, dann sorgt das schnell für Befriedigung. Auch die Auswahl der Söldner kann sich sehen lassen. Die Minispiele sorgen für kurze Abwechslung, sind aber wie die Kampfgefechte selbst doch schnell repetitiv. Der Soundtrack ist vor allem in den ersten Spielstunden fetzig, hängt einem mit der Zeit aber zu den Ohren raus. Genauso verhält es sich mit Russ' Textzeilen, die sich nicht nur bei der Begleiter-Auswahl wiederholen, sondern auch im Kampfgebiet. Auch das ständige Grinden vermittelt das Gefühl nach künstlicher Spielstreckung und kratzt am Spielspaß. Alles in allem hatten wir trotz dieser Mankos viel Spaß mit Racing-Talent Dillon und seinen Kumpanen.
