Zeitreisen, Digiwelt und Fan-Service: Digimon Story Time Stranger liefert die perfekte Mischung für Neulinge und Veteranen.
Die Geschichte von Digimon Story Time Stranger klingt zunächst eher an den Haaren herbeigezogen. Wenn wir ehrlich sind, waren die Digimon-Geschichten aber schon immer ein wenig aus dem Nichts konstruiert. Erst wird eine Gruppe von Kindern beim Campen in eine Paralleldimension gesogen und später gibt es eine Staffel, in der sich ein Kind einen Digi-Partner ausdenkt, der sich danach materialisiert? Also, kommt schon - die Reise war das, was die Story ausgemacht hat.
Quelle: PC Games
Als ADAMS-Agent müssen wir die Anomalien in der Welt aufklären.
So auch in Time Stranger. Hier startet man als Agent einer Organisation, die Anomalien in der "echten Welt" untersucht. Wie wir es aus der Reihe fast schon gewohnt sind, kommt es zu ungewöhnlichen Ereignissen in unserer Welt, die Verbindungen zur Digiwelt aufzeigen. Um die Situation wunderbar in das Jahr 2025 einzubinden, bilden sich rasch Demonstrationen und Bürger, die eine Verschwörung der Regierung dahinter vermuten - inklusive Influencern, die über die okkulten Ereignisse berichten.
Aber das sei alles mal dahingestellt - irgendwie muss die Story ja ins Rollen gebracht werden. Dafür bietet die Geschichte aber einen gleichermaßen guten Einstieg für Neulinge. Wie der Name schon verrät, reist man nicht nur von der Welt der Menschen in die Digiwelt (und in zahlreiche Zwischendimensionen), sondern auch durch die Zeit. Gleichermaßen wird also Fan-Service für erfahrene Spieler der Story-Reihe und Neulinge serviert.
Endlich zuhause
Das, was dann folgt, sobald man in das Spiel eintaucht, lässt die Herzen eines Digimon-Fans höherschlagen. Bei der ersten Begegnung feindlich gesinnter Digimon bekommen wir einen von drei Begleitern zur Auswahl - Mensch - als hätte man das schon mal irgendwo gesehen. Es folgen Aufeinandertreffen mit Agumon, Patamon, Biyomon, Tentomon und all den anderen alten Freunden. Diese Aufeinandertreffen haben direkt für etwas gesorgt, was die Reihe aus dem Hause Nintendo seit Jahren nicht mehr geschafft hat: Ich möchte sie alle "fangen".
Quelle: PC Games
Patamon! Muss ich mehr sagen??
Das klappt besonders durch das Kampfsystem gut. Hier handelt es sich um klassische, rundenbasierte Kämpfe, in denen man mit bis zu drei Digipartnern gegen einen oder mehrere Gegner antritt. Nach einem Kampf gibt es Erfahrungspunkte für das Team, die Reserve und auch in kleinen Teilen für den Rest der Bande, die in einer Box stets auf dem Digivice wartet.
Gotta catch 'em all
Je häufiger man ein Digimon besiegt, desto höher ist die Scan-Rate. Liegt die bei über 100% (maximal 200%), kann man es materialisieren. Hat ein Digimon genug Power und ist die eigene Agentenstufe hoch genug, können die Freunde digitieren. Etwas schade, dass das nach dem Leistungsprinzip funktioniert und nicht wie in der Serie durch Bindung oder Notsituationen, aber andererseits kann uns das Spiel ja nicht ständig an die Grenze zum Tod bringen.
Quelle: Bandai Namco
In der Digiwelt kämpft man mit alten und neuen Freunden - absoluter Fan-Service!
Also geht es immer wieder auf die Jagd nach neuen Digimon. Ich habe mich selbst flott dabei erwischt, einem Kampf nach dem anderen hinterherzurennen. Das liegt aber auch an der verstellbaren Geschwindigkeit der Kämpfe und den Autofights, die erstaunlich zuverlässig funktionieren. Das bezieht sich aber nur auf die kleinen Kämpfe gegen herumrennende Gegner. Sobald es in einen der zahlreichen Bosskämpfe geht, gilt es, fleißig mit Energie, Digimon und Items zu haushalten.
Während die anfangs noch geskriptet sind und eine Niederlage wohl unmöglich machen, habe ich im Laufe des Spiels das ein oder andere Mal kräftig auf die Mütze bekommen. Das liegt aber auch daran, dass ich meist meine Lieblingsdigimon in das aktive Team packe, statt strategisch zu planen. Immerhin gibt es sieben verschiedene Attribute, wie Virus, Serum und Datei, und obendrauf noch elf verschiedene Elemente, die im Schere-Stein-Papier-System funktionieren und Kämpfe maßgeblich beeinflussen.
